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Gefühlt zu kühl

Schwimmsaison Gefühlt zu kühl

Das Fazit für das Sonnenbrinkbad ist schnell gezogen. „65000 Besucher in diesem Jahr“, sagt Wolfgang Hein, und der Vorstandssprecher der Genossenschaft ist nicht unzufrieden: „Das sind mehr Gäste als in den letzten beiden Jahren. Gerettet haben die Saison der Spätsommer und der Herbst.

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Der Herbst rettet dem Sonnenbrinkbad die Saison: Als alle anderen Freibäder des Landkreises bei Temperaturen um die 30 Grad schließen, weichen die Schwimmer nach Obernkirchen aus. Sonntag um 15 Uhr ist die Saison 2016 beendet.

Quelle: wk

Obernkirchen. „Die Schwimmer von Mitte August bis Ende September“, sagt Hein, „haben alles rausgerissen“, denn der Juli und die erste August-Hälfte waren schlecht besucht. Als klassische Sommermonate fielen sie aus.

Der Sommer war gefühlt zu nass und zu kühl und bestach durch keine länger andauernde oder stabile sommerliche Wetterphase. Im August wurde in einigen Regionen sogar schon der erste Bodenfrost gemessen.

Hein sieht es so: Wenn draußen die Sonne scheint, gehen die Menschen durchaus ins Freibad, auch wenn es eher kühler ist. Und umgekehrt: Ist es draußen warm, aber die Sonne scheint nicht, dann gehen nur wenige schwimmen.

Natürlich hat es dem Sonnenbrinkbad durchaus in die Karten gespielt, als Mitte September bei Sonnenschein alle Freibäder des Landkreises mehr oder weniger (wie schon Monate zuvor geplant) kurzerhand schlossen – nur eben Obernkirchen nicht. Das Thermometer zeigt 32 Grad an – und nur ein Freibad hat noch geöffnet. Fast die Hälfte der Besucher, hatte Hein einmal erklärt, würden nicht in der Bergstadt wohnen.

"Freibad muss wirtschaftlicher werden"

Hein blickt auf eine „unaufgeregte Saison“ zurück, die am Sonntag um 15 Uhr enden wird. Er spricht von einem „Grundlagenjahr, weil erstmals von Anfang bis zum Ende der Saison alle energetisch wichtigen Zahlen vorliegen werden, die dann mit denen der künftigen Jahre vergleichbar sein werden. „Die Wirtschaftlichkeit muss besser werden“, sagt Hein, auch wenn zwei weitere Wohngebäude jetzt die Wärme des Freibades abnehmen. „Aber wir stehen noch nicht da, wo wir hinwollen. Wir sind erst bei 70 Prozent.“

Man habe „mit einem besseren Auftritt“ gerechnet, aber die Zahlen der Experten seien zu zuversichtlich gewesen. Hein nennt die Schule als Beispiel: Sie nimmt 30 Prozent weniger Wärme als prognostiziert ab, dadurch passen die Regelmechanismen nicht mehr. „Es hat durchaus Schwierigkeiten mit der Technik gegeben“, erklärt der Vorstandssprecher; Probleme „bei der Übung in Sachen Wärmeversorgung“.

Immerhin: Wer die Wärme bezieht, spart 15 bis 20 Prozent, rechnet Hein vor. Dazu kommen noch die Einsparungen für Wartungskosten und den Schornsteinfeger.

Dass es in den vergangenen Monaten zwischen Genossenschaft und Förderverein, den beiden Säulen, auf denen das Betreibermodell fußt, nicht allzu rund gelaufen ist, streitet Hein nicht ab. Immerhin habe die Genossenschaft „die Wirtschaftlichkeit an der Backe“, aber das werde sich schon wieder einrichten, ist Hein sicher. Schließlich sei die Frage der Gemeinnützigkeit im Förderverein geklärt: „Es gibt sie ohne jede Einschränkung.“

Perfekter Anwendungsfall für Blockheizkraftwerk

Das Freibad in Obernkirchen gehört zu den wirtschaftlichsten in Deutschland, streicht Hein heraus, das lasse sich mit Zahlen belegen. Denn Schwimmbäder stellen den perfekten Anwendungsfall für ein Blockheizkraftwerk dar: Einerseits muss das Beckenwasser erwärmt werden, andererseits besteht ein großer Bedarf an Warmwasser für die Duschanlagen.

Gleichzeitig besteht ein großer Bedarf an elektrischer Energie für die Umwälzpumpen zur Reinigung des Beckenwassers. Daneben verbrauchen Belüftungsanlagen und die Beleuchtung konstant Strom. Man müsse nur mal die Zahl der Besucher in Relation zu der Zahl der Bewohner der Stadt setzen, sagt Hein. „Das ist schon ein ungewöhnliches Verhältnis.“

Im nächsten Jahr, erklärt Hein, werden die Damenduschen saniert, und auch die eine oder andere Veranstaltung soll es im Freibad wieder geben. Streichen würde Hein gern die vierteljährlichen Vorträge vor dem Verwaltungsausschuss, wenn dort erklärt werden muss, warum die Stadt hier und dort nachfinanzieren muss. Es sind berechtigte Nachfragen, sagt Hein, „schließlich kommt von der Stadt das meiste Geld“. Und: „Wir sind bestrebt, das zu verbessern.“ rnk

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