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Obernkirchen Stadt Gegen ein Leben in Armut hilft nur Schulbildung
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20:10 21.09.2011
Wiebke Klapp (rechts) und Heike Radecke (links) übergeben 2000 Euro an Cornelia Engemann vom Schaumburger Unicef-Team. Quelle: rnk
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Obernkirchen (rnk)

Zum 190. Geburtstag von Sebastian Kneipp hatte der größte Obernkirchener Verein zum Gesundheitslauf für den guten Zweck eingeladen. Auf dem Sportplatz mussten im Sommer Runden gedreht werden, die gesponsert wurden. Die Hälfte der Einnahmen sollte der Jugendarbeit des Kneipp-Vereins zugutekommen, die andere Hälfte sollte an Unicef übergeben werden. Beachtliche 4000 Euro kamen so zusammen, die das Kneipp-Führungsduo Wiebke Klapp und Heike Radecke jetzt an Cornelia Engemann übergab.

Natürlich sind 2000 Euro nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, aber es ist eine Hilfe, die Sinn ergibt: Denn von den rund weltweit 101 Millionen Kinder, die nicht zur Schule gehen, lebt knapp die Hälfte in Afrika. Die durchschnittliche Einschulungsrate südlich der Sahara ist in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, doch nur zwei Drittel der eingeschulten Kinder erreichen die letzte Grundschulklasse. Dabei ist, wie überall auf der Welt, Bildung die entscheidende Voraussetzung für ein besseres Leben: Kinder, die zur Schule gehen, haben bessere Berufsaussichten. Sie lernen, sich eine Meinung zu bilden und eigene Entscheidungen zu treffen. Und sie wissen, wie man sich etwa vor Aids schützt. Vor allem auf dem Land sind die Schulen oft überfüllt, schlecht ausgestattet oder einfach zu weit entfernt. Besonders betroffen sind die Mädchen. Viele müssen mitarbeiten oder werden bereits als Teenager verheiratet. Eine folgenschwere Entwicklung: Ist die Mutter nicht zur Schule gegangen, verdoppelt sich für ein Kind das Risiko, ebenfalls keinen Unterricht zu erhalten.

Ein weiteres Großproblem: Rund zwölf Millionen Kinder sind allein im südlichen Afrika durch Aids zu Waisen geworden. Wenn die Eltern erkranken, nicht mehr arbeiten können und ärztliche Hilfe brauchen, wird der Schulbesuch der Kinder häufig unbezahlbar. Vor allem Mädchen müssen häufig die Schule abbrechen, um die kranken Eltern zu versorgen und sich nach deren Tod um die Geschwister zu kümmern.

Unicef unterstützt beispielsweise den Bau zusätzlicher Klassenzimmer, die Versorgung mit Möbeln und stellt Schulmaterial bereit. Außerdem schult die Hilfsorganisation Lehrer. Ein Ziel dabei: Im Unterricht und in den Schulbüchern sollen Mädchen als gleichwertig behandelt werden. Unicef hat beim Spendensammeln einen langen Atem: Cornelia Engemann wies darauf hin, dass bereits 1500 Sponsorenläufe durchgeführt wurden, meistens in Kooperation mit Schulen. So erfolgreich wie in Obernkirchen aber waren längst nicht alle.

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