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Gegenentwurf zur Industrie-Tierhaltung

Obernkirchen / Raase-Geflügel-Schau Gegenentwurf zur Industrie-Tierhaltung

Mit der 28. Schaumburger Rasse-Geflügel-Schau und der 63. Kreisverbandsschau des Kreisverbands Schaumburg hat der Geflügelzucht-Verein Obernkirchen das alljährliche Trio der großen, herbstlichen Tierausstellungen in der Obernkirchener Liethhalle eröffnet.

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Nachwuchshoffnung Milena Struckmann (6) mit einem Huhn der Rasse Zwerg-Wyandotten schwarz.

Quelle: jp

Obernkirchen. Rund 400 Hühner, Tauben, Gänse und Enten präsentierten die gastgebenden Züchter aus der Bergstadt diesmal – immerhin, denn auch in Obernkirchen stemmt man sich seit Jahren vergeblich gegen den in ganz Deutschland anhaltenden Rückgang der in Vereinen organisierten Rassegeflügelzucht. „Die Zahlen gehen nun einmal überall ständig bergab, und auch wir können diesen Trend nicht aufhalten“, bedauerte Wilhelm Struckmann, Vorsitzender des Gastgeber-Vereins und zugleich des Kreisverbandes Schaumburg.

 Die Symptome sind nahezu in allen Vereinen die gleichen: Alte, erfahrene Züchter sterben, der Nachwuchs – im Erwachsenenalter und erst recht bei der Jugend – bleibt aus. Die wichtigste Ursache für diese Entwicklung sieht Struckmann in der radikal zurückgegangenen Freizeit bei Kindern und Jugendlichen: „Es fängt heutzutage schon im Kindergarten an mit der Ganztagsbetreuung und setzt sich dann nahtlos fort mit der Ganztagsschule. Die Kinder haben überhaupt keine Zeit mehr für ein Hobby wie die Rassegeflügelzucht.“ Aber man wolle nicht immer nur stöhnen, so Struckmann, sondern sich lieber freuen, dass man immerhin etwas mehr als 400 Tiere von rund 50 Ausstellern zum Erntedankfest der Rassegeflügelzüchter habe versammeln können. Und schließlich stehe im Jahr 2020 das 100-jährige Bestehen des Gastgeber-Vereins in Haus: „Bis dahin halten wir auf jeden Fall durch.“

 Ob es allerdings, wie vom stellvertretenden Kreisvorsitzenden Frank Droste erhofft, noch einmal gelingen werde, so wie zum letzten Mal im Jahr 2001 mehr als 1000 Tiere zu einer Schau in die Liethhalle zu bekommen, daran wollte auch Struckmann ernsthaft nicht mehr so recht glauben. Wenigstens einige Lichtblicke weiß der Geflügelzucht-Verein Obernkirchen in seinen Reihen: So ist Milena Struckmann, Enkeltochter des Vereinsvorsitzenden, bereits mit sechs Jahren begeisterte Züchterin von Hühnern der Rasse Zwerg-Wyandotten schwarz.

 Als Ehrengäste dankten der Landtagsabgeordnete Karsten Becker und Obernkirchens Vizebürgermeister Horst Sassenberg den vier Trägervereinen für ihr Engagement zum Erhalt und Ausbau der Liethhalle. Die artgerechte Rassegeflügelzucht, wie sie in Vereinen wie dem Geflügelzucht-Verein Obernkirchen betrieben werde, nannte Becker einen wichtigen und unverzichtbaren Gegenentwurf zur industriellen Tierhaltung, in der es nur noch auf Profitmaximierung ankomme. jp

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