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Obernkirchen Stadt Gemeinsam lachen und weinen
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Gemeinsam lachen und weinen
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00:17 11.06.2017
Bei der Frauenfrühstücksgruppe gibt es mehr als frische Brötchen. Quelle: mig
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Obernkirchen

Frauenfrühstücksgruppe? Das hört sich zunächst einmal relativ unspektakulär an. Miteinander essen und trinken kann man auch anderswo, was also hat es mit dieser Gruppe auf sich? Dass das seit 20 Jahren bestehende Angebot ein ganz besonderes ist, wird erst auf den zweiten Blick deutlich – etwa beim Blick auf die zahlreichen Veranstaltungen, die die Frauen in dieser Zeit initiiert haben. Denn die monatlichen Treffen sind im Grunde nur ein Anlass, um ins Gespräch zu kommen: über Gott und die Welt, Politik und Theologie.

Als Ingelore Schöttelndreier die Gruppe vor zwei Dekaden ins Leben gerufen hat, wollte sie genau das erreichen: „Das wird wie ein Stein, der ins Wasser fällt, weitere Kreise ziehen.“ Sprich: das etwas von der Gruppe ausgeht, in die Gesellschaft hineingetragen wird. Die Palette der Themen ist vielfältig und reicht von Martin Luther bis hin zum Islamismus: „Wir versuchen immer, über den Tellerrand hinauszuschauen. Das ist uns allen sehr wichtig“, erläutert Marion Hobein, eine der beiden Leiterinnen, das Programm.

Über die Rolle der Frau nachdenken

Was Schöttelndreier vor 20 Jahren zu der Gruppen-Gründung bewogen hat? Ihr sei damals aufgefallen, „dass es nichts für Frauen in der Gemeinde gibt“, führt Hobein aus. Diese Überlegung habe zur Gründung der Frühstücksgruppe beigetragen. „Wir wollten hier über die Rolle der Frau nachdenken und vieles mehr.“ Ganz wichtig für die Gruppe ist deshalb der „geschützte Raum, in dem man lachen und weinen kann“, und in dem es eine „wunderbare Gemeinschaft gibt“. Aktuell gehören der Gruppe rund 25 Frauen an, die meisten schon etwas älter.

Außer Vorträge organisieren die beiden Leiterinnen Reisen und Ausflüge. Zudem gibt es meditative Andachten und gemeinsames Singen. „Manchmal bringen wir auch unsere Lieblingsgedichte mit und reden darüber. Oder wir reden über das, was wir gerade auf dem Herzen haben“, sagt Hobein.

Über eines freut sie sich besonders: Dass die Gruppe in den vergangenen 20 Jahren zu einer „engen Gemeinschaft“ gewachsen sei, „in der Jede der Anderen zuhört, in der Jede zu Wort kommen kann“. Auf dieses Miteinander wollen die Frauen, die im Gottesdienst am Pfingstsonntag mit einer Rose geehrt wurden, nicht mehr verzichten. mig

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