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Genuss aus einem Guss

Genuss aus einem Guss

Es ist eine brillante Vorstellung gewesen, die der Mädchenchor Hannover bei seinem Konzert in der Stiftskirche gegeben hat. Zusammen mit dem Arte-Ensemble, Sopranistin Ania Vegry und Alt-Sängerin Mareike Morr sowie Ryoko Morooka an der Orgel gelang vor allem das Bach-Werk „Tilge, Höchster, meine Sünden“ beeindruckend gut.

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Zum 850. Jubiläum des Stiftes gibt es ein großes Konzert im Gotteshaus. Chor und Solisten machen ihrem Publikum ein musikalisches Geschenk.

Quelle: mig

OBERNKIRCHEN. Der Mädchenchor Hannover genießt einen exzellenten Ruf und gilt bundesweit als einer der führenden Chöre seiner Gattung. 2014 bekam das Ensemble den 1. Preis beim „Deutschen Chorwettbewerb“. Sein großes Können stellt er weltweit, im Rahmen großer Tourneen unter Beweis. Unter anderem wurde der Chor mit dem „Niedersachsenpreis für Kultur“ ausgezeichnet.

Seinem hohen Anspruch ist der Chor auch bei seinem Konzert in Obernkirchen mehr als gerecht geworden. Die Sängerinnen glänzten mit einer musikalischen Gestaltungskraft, die man in diesem hohen Maß wohl nur selten findet.

Eine Multiperspektive

Das zeigte sich schon in der Gegenüberstellung zweier Lobgesänge auf die Heilige Jungfrau. Gustav Holsts „Ave Maria“ und Knut Nystedts „Sancta Maria“ gelangen ausnehmend gut und mit klarer, sauberer Klanglichkeit. Die schlanke Tongebung, der starke, innerliche Ausdruck: So frisch und berührend hat man Holsts Lobgesang selten gehört.

Ähnliches lässt sich über den norwegischen Komponisten Nystedts sagen. Auch hier gefällt die lebendige, elastische Flexibilität des Chorkörpers – die tonalen Verschiebungen werden so leichtfüßig gesungen, dass das vertrackte Werk fast schwerelos daherkommt. Dass der Chor auch vor schwer zugänglichen Werken nicht zurückschreckt, zeigt sich vor allem an einem Werk: Einojuhani Rautavaaras „Wenn sich die Welt auftut“. Zunächst scheint Rautavaaras Gesang nur aus einem Wirbel klanglicher Assoziationen zu bestehen, der in schnellem Tempo vorwärtsgetrieben wird. Wenn sich die Dissonanzen schließlich nach und nach auflösen, ergibt sich ein in vielen Facetten zerlegtes Bild.

Großes Lob an die Mädchen

Nach dem eindringlichen „Peace, upon you Jerusalem“ und „Zwei Beter“ folgt ein weiterer Höhepunkt des Konzertes: „Tilge, Höchster, meine Sünden“ von Johann Sebastian Bach (BWV1083) – eine Bearbeitung von Giovanni Battista Pergolesis „Stabat Mater“.

Im Zusammenspiel mit dem Arte-Ensemble, Ania Vegry (Sopran), Mareike Morr (Alt) und Gudrun Schöfel (Leitung) gelingt das Passions-Werk so gut, dass man tief beeindruckt ist. Das agile Spiel der Streicher, die schön geschwungenen Melodiebögen von Sopran und Alt – einfach ein Genuss aus einem Guss.

Ein großes Lob verdient der Mädchenchor, dessen heller, fast ätherischer Klang dem Werk eine besondere Note gibt.

Mit der innig vorgetragenen (und genau artikulierten) Bitte „Wasche mich doch rein von den Sünden“ geht das Werk dann seinem Ende entgegen. Den Schlusspunkt setzen Sopran und Alt in einem jubelnden Lobpreis und schönen, ausgesungenen Koloraturen. Fazit: ein Konzert wie bestellt. Großer Anspruch trifft auf noch größere Qualität.

Der Mädchenchor Hannover, das Arte-Ensemble und sämtliche Solisten haben ihrem Publikum mit diesem Konzert ein großes Geschenk gemacht.

Danke dafür. mig

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