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Gesucht: Ein Spielplatz für Ben Levi

Keine kommunale Verpflichtung Gesucht: Ein Spielplatz für Ben Levi

Das Ehepaar wohnt in der Obernkirchener Innenstadt und möchte seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, also sollen sie hier Bernd und Petra Müller heißen. Das Ehepaar Müller hat eine Tochter, und die ist Mutter geworden. Ben Levi heißt der Enkel, im nächsten Frühjahr wird er zwei Jahre alt.

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Der einzige öffentliche Spielplatz in der Innenstadt liegt am Bornemann-Platz – und ist verwildert.

Quelle: rnk

Obernkirchen. Wenn die Tochter aus Ostwestfalen, wo sie lebt, anreist und ihre Eltern besucht, dann bringt sie Ben Levi mit. Und die Großeltern möchten mit ihm auf einen Spielplatz gehen. „Man muss ja mit ihm raus. In der Wohnung bringt er alles in Unordnung“, sagt Bernd Müller lachend, und man spürt natürlich sofort den stolzen Großvater. Sie haben sich also genau in der Bergstadt umgesehen, und das Problem aus Sicht von Bernd und Petra Müller ist dies: Es gibt in der Innenstadt keinen Spielplatz, der zu Fuß mit dem „Lütten“ gut zu erreichen ist.

Sicher, da ist der Spielplatz beim Bornemann-Platz. Dort gibt es sogar eine Riesenschaukel, aber der gefällt ihnen nicht: „Zu viel Müll, zu viel Beton, keine Natur, zu düster, alles rundherum vergammelt“, sagt Bernd Müller. Es sei kein Platz, an dem sie sich mit ihrem Enkel gerne aufhalten würden.

„Könnte man nicht im La-Flèche-Park einen Spielplatz anlegen?“, fragt Petra Müller: „Da war doch früher auch einer, oder nicht?“ Es müsse ja nicht viel sein, vielleicht eine kleine Rutsche und eine Sandkiste, das könnte ja schon reichen. Wo das Problem liegt, ist ihr natürlich auch bekannt: Es wäre über kurz oder lang ein neues Hundeklo.

Und der Spielplatz an der Stoevesandtstraße? Nah am Wald, Natur, soweit das Auge schaut, und Spielgeräte – groß und bunt und für alle Altersklassen? Ja, sagt Petra Müller, das alles stimme, nur: „Der Spielplatz ist weit.“ Man müsste den Kinderwagen schieben, nach oben, den Berg rauf, ganz so einfach sei das im Alter ja auch nicht.

Spielplätze quasi privatisiert

Was dem Ehepaar Müller beim Rundgang durch die Stadt aufgefallen ist: Gespielt wird sehr viel im eigenen Garten. Dort werden oft viele und teure Spielgeräte aufgebaut, vielleicht liegt es daran, dass es heute keinen Spielplatz in der Innenstadt gibt: weil Spielplätze quasi privatisiert wurden. „Wir haben allerdings keinen Garten“, sagt Petra Müller. „Wir wohnen in der Innenstadt, aber wir sind ja auch Steuerzahler.“

Als Bürgermeister könnte man es sich recht leicht machen und auf den Stadtrat verweisen, der die Beschlüsse fasst, doch Oliver Schäfer ist durchaus bereit, Stellung zu beziehen. Generell habe sich die Gesetzgebung in den vergangenen Jahren geändert: Eine Stadt wie Obernkirchen sei nicht mehr verpflichtet, Spielplätze vorzuhalten. Es gibt keinen Anspruch, soll das heißen.

Aber er stimme dem Ehepaar Müller durchaus zu, der Spielplatz am Bornemann-Platz sei in keinem guten Zustand. „Das kann man gar nicht anders sagen.“ Kurzfristig werde sich das jedoch auch nicht ändern. Zwei bis drei Jahre, stellt Schäfer als Zeitfenster in den Raum. „Man muss erst einmal sehen, wie sich die neuen Bebauungspläne für die Innenstadt auswirken.“ Dazu komme die geplante Neunutzung des leeren Aldi-Gebäudes.

Nutzung geht überall zurück

In einem weiteren Punkt gibt Schäfer dem Ehepaar ebenfalls recht: Rutsche und Sand, das allein reiche nicht. Wie das Ehepaar auch, sieht Schäfer gesellschaftliche Gründe als Ursache, dass heute nicht mehr so viel Leben auf den Spielplätzen herrscht wie früher. Die Kinder kämen oft mit einem Jahr in einen Hort, dann folge die Schule mit Ganztagsbetrieb. „Die Spielplatz-Nutzung ist überall richtig zurückgegangen“, so Schäfer.

Sehr gut anfreunden kann sich der Bürgermeister mit dem Modell im Kindergarten am Kammweg. Dort darf der Spielplatz von Kindern genutzt werden, wenn die Kindertagesstätte geschlossen ist.

Das Modell könnte er sich auch für den Kindergarten am Kleistring vorstellen, ausreichend Spielgeräte gibt es auch dort. Aber in beiden Fällen, sagt er mit Blick auf das Ehepaar Müller und deren Enkel Ben Levi, „muss der Kinderwagen ein Stück weit bergauf geschoben werden“.

Bleibt also noch ein Kinderspielplatz: Er liegt sogar in fußläufiger Nähe, mitten in der Stadt. Sogar eben ist der Weg hin und zurück: Es ist der Spielplatz der Kirchengemeinde.

Aber dazu könne er als Bürgermeister wenig sagen, schließlich sei die Kirchengemeinde freier Träger, soll heißen: Seine Zuständigkeit hat Grenzen. rnk

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