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Gewölbe ist gefährdet

Obernkirchen / Stiftskirche Gewölbe ist gefährdet

Wie viele Stufen es sind, die im engen Turm bis unter das Dach der Kirche führen, das weiß Ralf Schönbeck nicht. „Die habe ich noch nie gezählt“, sagt der Leiter der Bautruppe des Fördervereins Stiftskirche. In nächster Zeit wird er viel Gelegenheit haben, sie doch einmal zu zählen, denn vor ihm und der Bautruppe liegt vor allem eins: ganz viel Arbeit.

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Baustelle Dachboden: Mehrere Tonnen Schutt warten.

Quelle: rnk/az

Obernkirchen (az).  Dabei hatte Schönbeck mit seinen Helfern schon gedacht, dass die Sanierungen am Gotteshaus beendet seien, schließlich waren Orgelempore und Altarraum renoviert, zudem hatte die Landeskirche für einen hohen sechsstelligen Betrag eine umfangreiche Fenstersanierung spendiert.

 Und dann das: Tiefe Risse entdeckten die ehrenamtlichen Helfer unter dem Kreuzrippengewölbe im Eingangsbereich der Kirche, die zum Einsturz dieses Bereichs führen könnten. „Wenn wir nichts machen, dann kann das durchaus passieren“, erklärt Schönbeck, um sofort Entwarnung zu geben: Natürlich sei das Gewölbe noch sicher, natürlich werde es nicht heute oder morgen einstürzen, schließlich hätten sich Architekten der Landeskirche die Statiker die Schäden angesehen und empfahlen sichernde Maßnahmen.

 Diese Risse, sagt Schönbeck, sind nicht ganz neu und man habe sie schon seit längerer Zeit genau im Auge gehabt, aber nun wurde doch ein Gerüst aufgebaut, um die Schäden aus der Nähe zu begutachten. Dazu waren auch Statiker und Architekten der Landeskirche vor Ort, um das weitere Vorgehen zu planen.

 Die Gründe für diese Risse sind zum einen das Absacken eines Teils der Außenwand zum Kirchplatz hin. Zwar ist das auch schon auf alten Fotos zu erkennen, sagt Schönbeck, allerdings hat sich der obere Teil der Wand mittlerweile um rund 30 Zentimeter nach vorne geneigt. Das wiederum zieht das Gewölbe im Innern der Kirche mit sich. Bodenproben an der Mauer werden nun genommen, um nun herauszufinden, ob der Boden an dieser Stelle zu weich für das Gewicht der Wand ist.

 Zum Anderen hängt ein Balken auf dem Dach durch, der den Druck auf das Gewölbe von oben noch weiter erhöht. Deshalb muss die „Bautruppe“ den Dachstuhl um den betreffenden Balken zunächst von mehreren Tonnen Sandsteinschutt befreien. Allerdings müssen die ehrenamtlichen Helfer dabei möglichst jede Erschütterung vermeiden und die Belastung auf die anderen Balken gering halten – schließlich ist die Kirche über 600 Jahre alt und manche Dachbalken sind noch Originale – Historie hat zuweilen ihren Preis.

 Und was sich so einfach liest, nämlich den Sandsteinschutt zu entsorgen, dürfte eine Arbeit sein, die die Helfertruppe (mindestens) auf Monate beschäftigt. Zunächst wurden Stützbalken aufgestellt, an denen Bretter befestigt wurden, auf denen wiederum die Schubkarren fahren werden, die den Bauschutt abtransportieren sollen.

 Auch wenn es anders ausseiht: Die zurzeit laufenden Dachdeckarbeiten haben mit den Renovierungen nichts zu tun, sondern sind reine Routine. Über 20 Jahre ist es her, dass das Dach des Gotteshauses zum letzten Mal ausgebessert wurde. Und auch das hatte seinen Preis, denn die Dachziegel aus Sollinger Sandstein, die bei Kirchensanierungen gern verwendet werden, können nicht mehr nachgeliefert werden, weil sie nicht mehr produziert werden. Die Sollinger Sandsteinziegel mussten daher für viel Geld bei einem Spezialisten angekauft werden. Jetzt werden die alten Ziegel ausgetauscht. Aber für die nächste Reparatur ist die Kirchengemeinde gewappnet, erklärt Schönbeck. Es wird ein Vorrat an Ziegeln angelegt, der gelagert wird. Von den vielen Arbeiten, die bis jetzt schon fertiggestellt wurden, ist Schönbeck mit seinen Mannen besonders stolz auf den Altarraum: Durch die Installation einer neuen Beleuchtungstechnik erstrahlt der Raum, wie es sich für ein Gotteshaus gehört.

 Sechs bis sieben Jahre dauere es, so Schönbeck, bis sich die Bautruppe im Inneren der Kirche Stück für Stück durchgearbeitet habe – sofern nicht, wie jetzt, die Risse im Gewölbe, die Arbeiten außerplanmäßig erweitern. Dann gehen die Arbeiten wieder von vorne los.

 Wer der Bautruppe bei ihren Arbeiten unterstützen möchte, kann sich bei Ralf Schönbeck unter 0177- 2777676 melden.

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