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Glücksmoment für Erzieherinnen

Keine Erst- und Zweitkräfte mehr in Kitas Glücksmoment für Erzieherinnen

„Standing Ovations“ von den Erzieherinnen der städtischen Kindertagesstätten (Kitas) für ihre Bürgervertreter: Nachdem bereits die für die Finanzen der Bergstadt zuständigen Politiker und ihre Kollegen vom Ressort „Bürger und Bildung“ ja gesagt haben (wir berichteten), sind nun auch Verwaltungsausschuss (VA) und Stadtrat dafür.

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Glücks- und Marienkäfer an der Wand des Integrativen Kindergartens Kammweg: Die Erzieherinnen gehören zu einer von drei Einrichtungen der Stadt, die vom jüngsten Ratsbeschluss profitieren.

Quelle: tw

Obernkirchen. Damit gilt: Die Differenzierung in Erst- und Zweitkräfte an den Kitas wird abgeschafft – und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2015. Beschlossen worden ist das von sämtlichen Kommunalpolitikern quer durch die Zusammenschlüsse von SPD/WIR sowie CDU und Grünen – einstimmig. Für die Erzieherinnen ein Glücksmoment.

„Wir sind von den Bürgerinnen und Bürgern direkt auf diesen Missstand aufmerksam gemacht worden, haben das Problem aufgegriffen und in einen Ratsantrag gekleidet“, erinnert Christina Louise Steinmann. Die Fraktionschefin der Grünen ermuntert alle Obernkirchener nun, sich, wann und wo immer der Hase im Pfeffer liegt, vertauensvoll an ihre Abgeordneten zu wenden – gleich welcher Couleur.

 „Tatsache ist, dass sich die Tätigkeiten der Erst- und Zweitkräfte stark angenähert haben“, erklärt Michael Dombrowski. Steinmanns grüner Fraktionskollege: „Sie sind im Laufe der Jahre in Funktionen hinein gewachsen, die normalerweise von Erstkräften wahrgenommen werden.“ Da könne es nicht richtig sein, dass Erzieherinnen mit der Begründung, sie seien – nur – als Zweitkräfte tätig, schlechter bezahlt würden. Den Grünen gehe es darum, dass die klaren Regeln des Tarifvertrages auch entsprechend umgesetzt würden; das sei „lange überfällig“.

Auch die Christdemokraten stimmen der Gleichstellung von Erst- und Zweitkräften zu. „Dass wir sie im Jahre 1995 aufgehoben haben, hatte mit der schlechten Finanzlage der Stadt Obernkirchen zu tun“, erinnert sich Beate Krantz. Die Ratsfrau: „Zwar sind wir auch heute, 20 Jahre später, noch immer in den Miesen“, doch diese Tatsache tauge nicht als Begründung, den Erzieherinnen Gerechtigkeit zu verwehren. Wolle die Stadt weiter gutes Personal halten und haben, komme sie nicht darum herum, die Differenzierung aufzuheben. Anderenfalls nämlich würde man sich in Obernkirchen ein funktionierendes, kitaübergreifendes Vertretungsnetz kaputtmachen und müsste an dessen Stelle einen Vertretungspool vorhalten, welcher die Stadt teuer zu stehen kommen würde.

So weit, so gut. Dennoch vermag Krantz die Sektstimmung im Sitzungssaal nicht ganz zu teilen – sie fürchtet mit Blick auf etwaige finanzielle Folgen den Kater danach. Denn in einem Papier aus dem Rathaus heißt es: „Um wenigstens einen Teil der Mehraufwendungen zu kompensieren, wird vorgeschlagen, die Gebührensätze für die Kindertagesstätten zum Beginn des kommenden Kindergartenjahres anzuheben.“ „Schule“, so die Politikerin, „kostet nichts, die Studiengebühren hat das Land abgeschafft – aber ,unten‘, in Krippe oder Kita, wo Bildung beginnt, müssen Eltern zahlen. Das kann nicht sein.“ Persönliche, nicht abgesprochene Meinung der Christdemokratin: „Ich bin nicht für eine Gebührenerhöhung, die dann die wenigen Eltern, die diese Gebühren überhaupt noch zahlen, berappen müssten.“ Zumal weder vom Landkreis Schaumburg noch vom Land Niedersachsen dafür Geld zu erwarten sei.

Das indes sieht die Mehrheitsgruppe SPD/WIR ganz anders; sie will sehr wohl an der Gebührenschraube drehen. „Die Stadt ist verpflichtet, die Gebühren alle paar Jahre anzupassen“, erinnert Jörg Hake. Der Gruppensprecher und SPD-Fraktionschef: „Wir werden gezwungen sein, einen Teil der Mehrkosten an die Eltern weiterzugeben.“ Dabei gehe es auch, aber eben nicht nur um die 65000 Euro, die Obernkirchen durch die Gleichstellung fortan Jahr für Jahr zusätzlich aufbringen muss. Es gehe vielmehr darum, für die Bergstadt Lohn- und andere Kostensteigerungen abzufedern.

Allenfalls könne Obernkirchen beim Landkreis vorstellig werden und ihn auffordern, seine „Gebührenstaffel nach zehn Jahren jetzt vielleicht auch mal zu überdenken“, so Hake.

tw

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