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Goldene Kehlen

Konzert in der Stiftskirche Goldene Kehlen

 „Von himmlischer und irdischer Liebe“ – so hat der Titel eines besonderen Konzertes in der Stiftskirche Obernkirchen gelautet. „Cantus aureus“ loteten den Bereich zwischen „Caritas“, der christlichen Nächstenliebe, und „Amor“, also der weltlichen Liebe, aus.

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Viele Lieder kennt man, aber so leicht und transparent wie bei „Cantus aureus“ sind sie selten zu hören.

Quelle: mig

OBERNKIRCHEN. Die Liebe – das ist ein weites Feld. Sie reicht von der selbstlosen Nächstenliebe bis hin zum sinnlichen „Amore“, der physischen Anziehungskraft. Himmlische und irdische Liebe, sozusagen. Von all dem und dem großen Bereich dazwischen hat „Cantus aureus“ gesungen – Karola Pavone, Dorotea Pavone (beide Sopran), Eva-Marie Gemeinhardt (Mezzosopran) und Julia Slotta (Alt). Im Vordergrund stand dabei das „Hohelied Salomo“, das geistliche Psalm-Vertonungen, Gebete und Hymnen mit Vertonungen weltlicher Dichtung verbindet. Dazu kamen Lieder von Abschied und Wiederkehr, kunstvolle Romanzen und Lobgesänge, Gebete und Madrigale. „Cantus aureus“ gelang es so tatsächlich, den Liebesbegriff von allen Seiten zu beleuchten. Göttliche und menschliche Liebe sowie eine Liebe, die den Menschen über das Irdische erhebt.

Einfühlsame Texte

Aber auch musikalisch war das Konzert ein echter Hochgenuss. Die Palette reichte dabei vom einfühlsam umgesetzten „Agnus Dei“ mit seinem harmonischen Wohlklang, bis zum „Laudate Dominum“, einem prächtigen Lobgesang. Johannes Brahms‘ „Ave Maria“ (opus 12) kam ebenso zu Gehör wie „The Lord is my Shepherd“ (Der Herr ist mein Hirte), komponiert von Javier Busto. „Therefore can I lack nothing“ (Mir wird nichts mangeln) heißt es dort. Und weiter: „Ich fürchte kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ Auf der Spur dieser Liebe erklingt dann „Ubi caritas“ – wo die Barmherzigkeit und Liebe ist, da ist Gott – von Ola Gjeilo.

Ein echter Höhepunkt ist das prächtige, sich wiederholende „Nigra sum“ von Pablo Casals, mit seinen ständig wechselnden Dynamiken. Ähnlich gut gelingt gabriel Faurés „Tantum Ergo“ – eine polyfone Hymne an Gottvater und Sohn: „To the Everlasting Father, and the Son who reigns on high“. Die weltliche Liebe hat im Programm ebenfalls ihren Platz mit Liedern von Robert Schumann, André Caplet, Fanny Hensel und Hugo Distler. Vor allem Schumanns fast schon schwärmerische „Romanzen“ passen gut zum Titel des Programms. Ein schwelgerisches, prächtiges Werk.

Nicht fehlen dürfen auch einige Volkslieder, die das Thema allerdings eher dezent streifen. Als Beispiel soll hier „Am Brunnen vor dem Tore“ dienen, in dem folgende Zeilen stehen: „Ich schnitt in seine Rinde so manches liebe Wort; es zog in Freud und Leide zu ihm mich immer fort.“

„Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig“

Etwas anders formuliert es das „Hohelied“, in dem es heißt: „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie prahlt nicht.“ Das passt übrigens ausgezeichnet zur Geschichte von Fanny Hensel – der Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy. Beides Wunderkinder, beide geben großen Anlass zur Hoffnung. Aber Fanny tritt hinter Felix zurück und fördert ihn. Eine einzigartige Liebe zwischen zwei Geschwistern.

Ein Wort zu den vier Sängerinnen, die eine wirklich großartige Leistung abgeliefert haben. So leicht und transparent hat man diese Lieder selten gehört. Glockenhelle Stimmen, die sich fast natürlich ineinanderfügen, homogen und ohne jedes „Herausstechen“. Goldener Gesang auf höchstem Niveau. mig

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