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Große Aufregung um tote Fische

Mühlenteich wird zur Todesfalle Große Aufregung um tote Fische

Etwa ein Dutzend toter Fische, die in den Randbereichen des gestern im Zuge einer Entschlammung fast trocken gefallenen Mühlenteiches direkt neben der im Bau begriffenen Seniorenwohnanlage Beeker Mühle in Krainhagen trieben, hat bei vielen Bürgern für Bestürzung gesorgt.

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Der Mühlenteich gestern Nachmittag: Der Wasserstand ist im Zuge des Entschlammens in kurzer Zeit stark gesunken.

Quelle: tw

Obernkirchen. Andere Fische, Rotfedern und Rotaugen, kämpften derweil noch in der tieferen Teichmitte ums Überleben. Über der privaten Wasseroberfläche schwebte ein Geruch von Fäulnis und Moder.

 Besorgte Bürger informierten die Redaktion dieser Zeitung, alarmierten außerdem die Polizei und riefen im Rathaus an. Sie sorgten sich, dass das Dutzend toter Fische nur der Anfang sein könnte. Gerüchte, der das Stadtbild seit Jahr und Tag prägende Teich solle im Zuge des Neubaus samt der Fische „verschwinden“, machten die Runde. Die Stadt rückte aus, Fachbereichsleiter Bernd Watermann und sein Kollege Andreas Grote vom Ordnungsamt dokumentierten die Situation am Mühlenteich mit der Kamera. „Ich habe sofort die untere Wasserbehörde beim Landkreis Schaumburg informiert und ihr die Fotos gemailt“, so Watermann auf Anfrage.

 Die Polizei Obernkirchen war mit zwei Beamten vor Ort, recherchierte auf der Baustelle: „Die Firma, die den Auftrag hat, den Teich zu reinigen, hat das Gros der Fische zuvor rausgeholt“, berichtet Bernd Steding. Leider sei das nicht bis auf das letzte Exemplar gelungen. Die Firma habe aber zugesagt, noch im Laufe des Nachmittags auch die „durchgerutschten“ Exemplare lebend zu bergen. Als Sofortmaßnahme schloss die Polizei umgehend die zwei Schieber am Teich, verhinderte so einen weiteren Wasserverlust.

 Für den Landkreis besteht aktuell kein Grund zum Einschreiten. „Es handelt sich um ein ,Fischsterben‘ durch Sanierung, nicht aber durch illegale Einleitung. Eigentlich kann man gar nicht von einem wirklichen ,Fischsterben‘ sprechen“, so Bernd Hugo vom Amt für Kreisstraßen, Wasser- und Abfallwirtschaft.

 „Wir haben den die letzten 25 bis 30 Jahre nicht mehr entschlammten Mühlenteich 2014 bereits mehrfach abgelassen, zuvor aber ein Gutachten erstellen und den Besatz durch den Fischereiverein abfischen lassen“, erklärt Roland Haumann. Der Bauleiter vom Büro Roper Architekten: „Leider hat das Entschlammen nicht so einfach funktioniert, wie wir uns das zunächst gedacht hatten.“ Bedingt durch den Schlamm bekomme der Teich nämlich immer wieder zu viele Nährstoffe und drohe, durch die Algenblüte umzukippen. Der Schlamm müsse aber raus, weil der Mühlen- als Feuerlöschteich gedacht sei und deswegen ein „gewisses Wasservolumen“ brauche.

 Haumann bestätigt die Vor-Ort-Recherche der Polizei. Demnach sollte die Fachfirma gestern um 18 Uhr in Sachen Fischrettung nachsorgen. Der Bauleiter wirbt um Verständnis dafür, dass es nicht möglich gewesen sei, „bei einem 780 Quadratmeter großen Gewässer jeden einzelnen Fisch zu bergen“.

 Sobald aber der Schlamm mit einer Spezialpumpe abgesaugt oder alternativ durch einen Löffelbagger behutsam entfernt worden sei, käme wieder Wasser in den Mühlenteich. Wasser – und Fische. tw

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