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Große Ehre für eine 200-Jährige

Obernkirchen Große Ehre für eine 200-Jährige

Große Ehre für die Historische Schlosserei Bornemann: Der Schaumburg-Lippische Heimatverein hat das fast 200 Jahre alte Juwel an der Neumarktstraße in Obernkirchen am gestrigen Mittwoch im Beisein von Bürgermeister Oliver Schäfer mit der Ehrenplakette und -urkunde ausgezeichnet.

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Heinz-Jürgen Brandt (Zweiter von links) und Berthold Kasprik (Vierter von links) nehmen Plakette und Urkunde von den Heimatvereins-Repräsentanten Hergen Henning (links) und Heinz Brunkhorst entgegen. Dörte Worm-Kressin vom Kulturfenster Obernkirchen freut sich mit ihren Schmieden.

Quelle: tw

Obernkirchen. „Beides platzieren wir gut sichtbar im Eingangsbereich“, freuen sich die ehrenamtlichen Schmiede Heinz-Jürgen Brandt und Berthold Kasprik, als sie die Gratifikationen von Vereinschef Heinz Brunkhorst entgegen nehmen.

„Sie leisten mit Erhalt und Betrieb der Schmiede einen wesentlichen Beitrag, das Kulturerbe im Schaumburger Land zu bewahren“, lobt Brunkhorst. Die Trägerschaft der Schlosserei obliegt dem Kulturfenster Obernkirchen – und das ist „wirklich dankbar, dass Förderer, Sponsoren und Ehrenamtliche so gut und effektiv zusammenarbeiten und so die Substanz und die Werkstatt erhalten“, freut sich dessen Chefin Dörte Worm-Kressin.

Hergen Hennings erläutert als Leiter des Bewertungsausschusses, warum der das „alte Mädchen“ einer Ehrung für würdig befunden hat: „Anhand des Gebäudes wird beispielhaft die Entwicklung Obernkirchens und seiner typischen Hinterhausbebauung dokumentiert.“

Die im Jahre 1816 von Schlossermeister Carl Bornemann als Hinterhaus seines eigenen Wohnhauses errichtete Schlosserei wurde erst Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts aufgegeben. Die Sanierung begann im April 2008 auf Initiative des Kulturfensters und wurde noch im gleichen Jahr abgeschlossen. Sie beinhaltete die Instandsetzung und Modernisierung des Daches und der Fassaden sowie die statische Sicherung des Gebäudes. Im Inneren wurden Lehmdecken und Holzböden ergänzt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 57000 Euro; sie wurden finanziert aus Eigenmitteln, Eigenleistungen und diversen Fördertöpfen.

Im Jahr 2013 wurde dann unter Aufbieten aller Ehrenamtlichen und Sponsoren auch noch der gefährliche Hausschwamm entfernt, zudem wurden in das Industriedenkmal Sanitäreinrichtungen eingebaut.

Hennings: „Die historische Schlosserwerkstatt ist mit großer Fachkenntnis, viel Sorgfalt und jeder Menge Liebe zum Detail hergerichtet worden.“ Die noch im Original vorhandene Einrichtung weise alle Stadien der Mechanisierung aus – von der fußgetriebenen, hölzernen Drehbank bis zu den Metall verarbeitenden Maschinen mit Transmissionsantrieb. „An der Schmiedeesse und den voll funktionsfähigen Bohrmaschinen und Drehbänken wird noch heute altes, handwerkliches Können demonstriert“, lobt der Leiter der Bewertungskommission des Heimatvereins – und schließt: „Die Historische Schlosserei Bornemann ist somit eine beeindruckende Dokumentation vergangener Handwerkstradition.“ tw

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