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Grüne fordern mehr Geld für Erzieher

Obernkirchen / Kinderbetreuung Grüne fordern mehr Geld für Erzieher

So viele gespannte Gesichter von Bürgern sieht man bei einer Ratssitzung in der Bergstadt selten: Erzieherinnen in großer Zahl waren es, die das jüngste von Wilhelm Mevert geleitete Treffen von den Zuschauerreihen aus verfolgt haben. Der Grund ihres Kommens – eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu ihrer Entlohnung.

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Wieviel verdienen Erzieher für die Betreuung ihrer Schützlinge? Der Rat der Stadt Obernkirchen will in Kürze über die Entlohnung von Erziehern beraten. dpa

Obernkirchen. Konkret wollte das Trio um Fraktionschefin Christina Louise Steinmann von der Verwaltung Antworten auf einen Katalog von Fragen haben, die in der Kernfrage gipfeln: „Weshalb werden Erzieherinnen in Obernkirchen unter dem allgemein üblichen Tarif bezahlt?“

Nachdem Rathauschef Oliver Schäfer noch während der Sitzung dazu Stellung bezogen hatte, haben die Grünen ihr Begehren auf Besserstellung jetzt in einen Ratsantrag gefasst – und werben um den Schulterschluss von SPD/WIR und CDU. Denn: „Dass der Beschluss, Erzieherinnen mit S 4 zu bezahlen, in den neunziger Jahren gefasst und danach nicht mehr geändert wurde, finde ich schon problematisch“, so Steinmann gestern auf Anfrage.

Die Fraktionschefin: „In diesen 20 Jahren haben sich die Anforderungen an diesen Beruf immerhin grundlegend geändert.“ Allein schon deshalb sei es jetzt höchste Zeit, dass der besagte Antrag eingebracht werde. Demnach sollen die Fachausschüsse sowie der Rat nach dem Willen der Grünen Folgendes beschließen:
Ausgebildete Erzieherinnen respektive Erzieher (Erst- und und Zweitkräfte) sollen in den Kitas, deren Träger die Stadt ist, künftig nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst, Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD-SuE) mit mindestens Gehaltsstufe S 6 bezahlt werden; sofern es sich um eine „schwierige Tätigkeit“ handelt, soll die Bezahlung der Erzieher nach TVöD-SuE höher vergütet werden.

Die Begründung der Grünen: „Der Beruf der Erzieherinnen und Erzieher wird stetig komplexer und herausfordernder“, so Steinmann. Es gebe immer mehr Kinder mit erhöhtem Förderbedarf (I-Status), mit sozialproblematischen Hintergründen sowie mit sprachlichen und emotionalen Defiziten, die eine intensivere Betreuung verlangten. Eine angemessene Bezahlung der Erzieher nach TVöD-SuE Gehaltsstufe S 6 sei da nur folgerichtig.

Zudem habe die Stadt als öffentlicher Kita-Träger Vorbildcharakter. Sie dürfe ihre Beschäftigten daher nicht unterbezahlen – erst recht nicht, wenn es sich dabei wie in den Kitas ganz überwiegend um Frauen handele.
Last, but not least sei eine Bezahlung nach TVöD-SuE Gehaltsstufe S 6 zwingend nötig, damit Obernkirchen auch künftig kompetentes Kitapersonal bekomme und die Bergstadt damit im Konzert der Kommunen wettbewerbsfähig bleibe. Fazit: Obernkirchen müsse Erzieherinnen und Erzieher nach dem allgemein üblichen Tarif bezahlen.
„Der VA wird das Thema am 10. Dezember aufgreifen und es vermutlich an den Fachausschuss für Bildung & Kultur überweisen; der tagt danach voraussichtlich erst wieder Anfang 2015“, erklärt Fachbereichsleiter Bernhard Watermann.

Zur Erinnerung: In einem von Steinmann und ihren beiden Fraktionskollegen Thomas Stübke und Michael Dombrowski unterzeichneten Schreiben zur Einstellungspraxis der Kitas in Obernkirchen hatte es zuvor geheißen: „Kürzlich schrieb die Stadt eine Stelle als Erzieher/in für die Kindertagesstätte am Kammweg aus. Der TVöD-SuE sieht vor, dass Erzieher in der Gehaltsstufe S 6 eingestellt werden. So handhaben es nahezu alle umliegenden Kommunen. Wenn es sich um eine ,schwierige Tätigkeit‘ wie die innerhalb eines integrativen Kindergartens (Kammweg) handelt, kann das Gehalt sogar bei S 8 liegen.“ Die Stelle werde jedoch nur mit S 4 vergütet. Erzieher würden demnach in Obernkirchen in der Verdienststufe von Sozialassistenten eingestellt.

Wenn die Politiker in Kürze über eine verbesserte Entlohnung von Erzieherinnen und Erziehern in Obernkirchen beraten, dürfen sie einmal mehr mit einem vollen Haus rechnen.  tw

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