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Gute Promi-Bilanz

Der Blick ins Goldene Buch Gute Promi-Bilanz

Die Promi-Bilanz der Bergstadt ist gar nicht so schlecht. Dies zeigt ein Blick ins „Goldene Buch“ Obernkirchens. Ein ganz Großer war sogar gleich zwei Mal da: Willy Brandt.

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Willy Brandtpr. (2)

Obernkirchen. Zum ersten Mal kam er am 1. Juni 1961 als Regierender Bürgermeister von Berlin, zum zweiten Mal am 1. Mai 1978: Da war Brandt SPD-Chef und Alt-Bundeskanzler.

Aber auch ein Schwergewicht aus dem Sport machte Obernkirchen seine Aufwartung – Uwe Seeler. Der Mann, der zu seiner Aktivzeit als der beste Mittelstürmer der Welt galt, weihte am 27. Juni 2003 das Johann-Heinrich-Bornemann-Stadion ein.

 Mehr als 50 Einträge sind es, die das in hellbraunes Schweinsleder gebundene Buch fasst. Damit ist es derzeit gut zur Hälfte mit den Namenszügen Prominenter gefüllt. Den Anfang aber macht er, Brandt.

Als Brandt 1961 nach Obernkirchen kam, hieß sein Pendant in der Bergstadt Ludwig Grundlach. Brandt war auf Wahlkampfreise, für den 17. September 1961 war der Urnengang zum vierten Deutschen Bundestag angesetzt. Brandt trat erstmals als Spitzenkandidat der SPD gegen den amtierenden Bundeskanzler und CDU-Kandidaten Konrad Adenauer an. In die Schlussphase des Wahlkampfs sollte der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 fallen.

 Davon indes war am 1. Juni 1961 in Obernkirchen noch nicht die Rede. „Berlins Regierendem Bürgermeister wurde ein triumphaler Empfang bereitet“, hieß es in der Zeitung. Und weiter: „Entlang der Fahrtroute durch das Schaumburger Land reihten sich die Schaulustigen, schwenkten Schulkinder Berliner Fähnchen und brandeten Beifallskundgebungen auf.“ Brandt kam braun gebrannt, im offenen Mercedes-Sportkabriolett, voran Lautsprecherwagen, eskortiert von seinem offiziellen Begleitkommando, geleitet von Funkstreifenwagen der Polizei, die freie Fahrt garantierte.

 Kaum anders das Bild, als Willy Brandt am 1. Mai 1978 erneut nach Schaumburg kam – diesmal allerdings als SPD-Chef. Zweck der Reise: Schützenhilfe für Karl Ravens, damals Kandidat der SPD fürs Amt des Niedersächsischen Ministerpräsidenten. Als sich Brandt ins Goldene Buch eintrug, kredenzten Gelldorfer Trachtenträgerinnen ein Glas Wein. Derweil warten auf dem Platz vorm Rathaus Tausende auf die Wahlkampfrede des Prominenten.

 Ein weiteres Glanzlicht im Goldenen Buch der Bergstadt ist Uwe Seeler. „,Uns Uwe‘: Bodenständig, bescheiden und weltweit beliebt“, schrieb diese Zeitung am 28. Juni 2003. Tatsächlich hallten „Uwe, Uwe“-Rufe durch das Rund, als der Vorzeige-Fußballer, der bei vier Weltmeisterschaften gespielt hat, die Namenstafel im Johann-Heinrich-Bornemann-Stadion enthüllte. Bevor Seeler fleißig Autogramme schrieb, gab es noch ein Bonbon für ihn: Der HSV-Fanclub „Blauer Stern Schaumburg“ ernannte Seeler zum Ehrenmitglied.

 Doch auch die anderen Größen, die sich ins Goldene Buch eingetragen haben, haben klangvolle Namen. Es sind mit Masse Bundes- und Landesminister, aber auch Botschafter und Bürgermeister aus Israel, Belgien, Frankreich und Litauen. Bundestagspräsident Kai-Uwe von Hassel (ohne Datum, aber irgendwann zwischen 1969 und 1972) zählt dazu, Bundesforschungsminister Volker Hauff (7. April 1978), Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (6. Juni 1986), Niedersachsens Ministerpräsident Ernst Albrecht (5. Mai 1978) sowie jede Menge Innenminister des Flächenlandes.

 Dazwischen eine einzelne Dame und damit eine der ganz wenigen Frauen, deren Autogramme sich im Goldenen Buch finden: Ilse Werner. Die Schauspielerin, Sängerin und Synchronsprecherin, die ihre größten Erfolge mit Filmen während des Dritten Reiches hatte, weilte am 2. Dezember 2001 in Obernkirchen: Warum? Das ist nicht mehr bekannt.

 Außerdem sind es ganze Gruppen von Menschen, die ihre Signaturen im Goldenen Buch der Stadt hinterlassen haben. So etwa seit 1991 die Teilnehmer der jeweiligen internationalen Bildhauersymposien, aber auch die Volleyballmannschaft der Republik Kasachstan (6. September 1994), die Handballer des THW Kiel (8. Oktober 2003), die Teilnehmer des internationalen Dinosaurier-Symposiums (14. bis 17. April 2011) und der russische Handball-Erstligist Medvedi Perm (10. August 2012), der hier ein Trainingsspiel gegen den damaligen österreichischen Meister Alpla Hard bestritt. tw

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