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Hausschwamm und Holzkäfer besiegt

Obernkirchen / Historische Schlosserei wiedereröffnet Hausschwamm und Holzkäfer besiegt

Die Nachricht war in der Redaktion am 10. Mai 2013 wie eine Bombe eingeschlagen: „Aufgrund von kurzfristig nötigen Baumaßnahmen in der historischen Schlosserei Bornemann muss die geplante Saisoneröffnung verschoben werden. Der neue Termin wird rechtzeitig in der Tageszeitung bekannt gegeben“, hatte es unheilvoll in einer E-Mail von Heinz-Jürgen Brandt geheißen, die dann tatsächlich ein „Brandbrief“, ein Hilferuf, werden sollte.

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Berthold Kasprik schürt das Feuer in der Esse der alten Schlosserei.

Quelle: tw

Obernkirchen. Denn Hausschwamm sowie Holzkäfer und -würmer, musste der Schmied im Ehrenamt feststellen, hatten sich im zuletzt 2008 instand gesetzten Baudenkmal breit gemacht, zersetzten dessen Substanz. Jetzt, knapp sechs Monate später, sind Schwamm, Käfer und Würmer nach einem immensen körperlichen Kraftakt der Ehrenamtlichen und einem nicht minder großen der Sponsoren getilgt.

 Was noch im Mai undenkbar war, hat auf den letzten Metern doch noch geklappt: die Eröffnung der Saison 2013. Zwar war die denkbar kurz, fielen Anfang und Ende am vergangenen Sonntag auf ein und denselben Tag, aber: Die Esse in der 1816 in Betrieb gegangenen und zuletzt noch 1969 mit Gefälligkeitsreparaturen betrauten Schlosserei raucht wieder – ab April des kommenden Jahres wie gewohnt auch an regelmäßigen öffentlichen Schau- und Schmiedetagen.

 Ein Blick zurück auf bewegte und bewegende Monate: Für das Kulturfenster Obernkirchen, Träger der Schlosserei, war der Brand(t)-Brief bereits die zweite Hiobsbotschaft mit Blick auf Bornemann. Denn Anfang Februar 2013 war Rolf-Bernd de Groot gestorben – die Schlosserei war sein Baby. „Alles“, erinnert Dörte Worm-Kressin, als sie zur Wiedereröffnung vor Mitstreitern mit einer Handbewegung durch das Zwielicht von Stahl und Eisen streicht, „lag bis zum Schluss in seiner Hand“. Einer Hand, die jetzt schmerzlich fehlte.

 Dafür regten sich andere Hände – allen voran die von Brandt und seinem Schmiedekollegen Berthold Kasprik. Allein diese beiden Ehrenamtlichen haben über 200 Stunden in die Sanierung der Schmiede investiert. Und zu Sanieren gab’s viel: So musste mit Hilfe von Mitgliedern des Kulturfensters die halbe Werkstattfläche frei geräumt, mussten alle feuchten und faulen Holzteile in Sockel und Wand entsorgt und die darunter liegende Schlacke abgetragen werden. Spätestens da stieß das Ehrenamt an seine Grenzen.

 Dass es nicht daran scheiterte, lag nicht zuletzt an den Spezialisten, die in nicht wenigen Fällen auch noch Sponsoren waren. Etwa die Firma Bornemann ITT in Gestalt des Geschäftsführers Gero von der Wense: „Bornemann“, so Worm-Kressin dankbar, „hat uns nicht nur erhebliche finanzielle Sorgen von den Schultern genommen, sondern auch den Einbau einer neuen Sanitäranlage erst möglich gemacht und uns obendrein Sicherheit für die Zukunft gegeben.“

 Geholfen haben aber auch die plsw, Eigentümerin des Gebäudes, und die Sparkasse Schaumburg. „Das Geldhaus, das selbst gerade neu baut, hat uns einige gebrauchte Fassadenplatten aus Sandstein überlassen“, so die Kulturfenster-Chefin. Außerdem mit im Sanierungsboot: die Firmen Wiebke Haustechnik (Einbau der Sanitäranlage), Mlodzian (Schwammsanierung), Besser- Treppen (Holzspende), Claus Meier (Plattenverlegung) sowie Söffker (Betonarbeiten).

 Ein besonderer Dank Worm-Kressins gilt indes Volker Wehmeyer. „Als ehrenamtlicher Denkmalpfleger war er mit seinem Know-how und seinen Kontakten immer dann zur Stelle, wenn Not am Mann war.“ Anika Melching vom Ingenieurbüro Wehmeyer hatte die Arbeit der Gewerke auf der Baustelle koordiniert – und den Ehrenamtlichen so jede Menge Arbeit abgenommen. Wehmeyer und Worm sind in Sachen Schlosserei alte Vertraute: Ingenieurbüro und Kulturfenster hatten als Wettbewerbsgemeinschaft für die vorbildliche Restaurierung des Objekts 2010 den Preis für Denkmalpflege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung erhalten.

 Last, but not least unterstützen die Schaumburger Landschaft und die Stadt das Kulturfenster beim Erhalt und Betrieb von Bornemann seit Jahren; ohne die Beiden gäb’s weder Trägerverein noch Schlosserei.

Kontakt für Terminvereinbarungen und Gruppenführungen: hj.brandt@kabelmail.de. tw

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