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„Herzblut allein reicht nicht“

Obernkirchen „Herzblut allein reicht nicht“

Dicke Luft beim Jugendring der Bergstadt: Nachdem die bislang bei diesem Verein beschäftigte Jugendpflegerin Susanne Veentjer Mitte dieses Jahres die Amtsnachfolge des in den Ruhestand gewechselten Stadtjugendpflegers Erhard Vinke angetreten hatte, ist die dadurch beim Jugendring frei gewordene Stelle immer noch unbesetzt.

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Florian Burger-Freund

Quelle: Michael Werk

Obernkirchen. Grund dafür ist laut Florian Burger-Freund, dem ehrenamtlichen Geschäftsführer des Vereins, dass die Stadt Geld einsparen und diese halbe Stelle nicht weiter finanzieren will. Stattdessen solle die personelle Lücke durch billigere Honorarkräfte geschlossen werden.

Für Burger-Freund, der beruflich als Sozialpädagoge in der freien Jugendhilfe tätig ist, ist dies ein Unding, erklärte er bei der im Jugendzentrum abgehaltenen Jahresversammlung des Vereins. Für eine vernünftige Kinder- und Jugendarbeit brauche man auch pädagogische Fachkompetenz, zumal der Jugendring ja auch städtische Aufgaben im Bereich der Jugendarbeit übernehme. Und wenn da etwas schief laufen sollte, stehe man schnell „mit einem Bein im Knast“.

„Diese halbe Stelle ist elementar – da geht nichts dran vorbei“, unterstrich er. Allein schon die 60 bis 70 vom Jugendring alljährlich in den Sommerferien ausgerichteten Ferienspaßaktionen würden vom dafür erforderlichen Arbeitsaufwand her schon einer halben Stelle entsprechen. Und bedauerlich wäre es doch, wenn es dieses Angebot zukünftig nicht mehr geben würde.

Apropos Arbeitsaufwand: Zusätzlich zu der bis Mitte dieses Jahres noch von Veentjer bekleideten halben Stelle (19,5 Arbeitsstunden pro Woche) würden beim Jugendring übers Jahr übrigens 1500 Stunden unentgeltlichen Engagements der ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins geleistet, so Burger-Freund. Auch vor diesem Hintergrund sei es für ihn „eine kaum nachvollziehbare Situation“, dass die Stadt Obernkirchen die halbe Stelle nicht im bewährten Rahmen weiter finanzieren wolle, sondern nur noch in Form von Honorarkräften. Und dies in einer Zeit mit zum Teil „sehr großen Problemen bei den Jugendlichen“, mit denen man konfrontiert werde, sowie angesichts der noch hinzukommenden jungen Flüchtlinge. Im Klartext: „Für Flüchtlinge werden Gelder bereitgestellt, aber bei unseren Kindern und Jugendlichen Einsparungen vorgenommen.“

„Wir sind zu Einschnitten bereit“, betonte Burger-Freund. Aber wenn die halbe Jugendpfleger-Stelle nicht wieder besetzt wird, werde er sein Amt als Geschäftsführer des Jugendrings niederlegen.

„Wenn die halbe Stelle nicht gewährt wird, heißt das nicht, dass der Jugendring den Laden dichtmacht“, ergänzte Wolfgang Breitner, der Kassenwart des Vereins. Jedoch werde man sich dann komplett aus der Jugendarbeit herausziehen, weil das Personal nicht mehr da wäre, die Arbeit zu leisten. wk

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