Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Heye knackt die 100-Millionen-Marke

Umsatz höher als erwartet Heye knackt die 100-Millionen-Marke

Das einzige Beständige im Markt ist der Wandel. „Es ist ein Zyklus“, formuliert es Marketing-Manager Mark Ziegler.

Voriger Artikel
Schüler aus La Flèche zu Gast an der IGS
Nächster Artikel
„Zapfen kacken“ verdrängt die Sorgen

Maschinenschlosser Guido Frommert schraubt an einer Maschine, die Heye International für Kunden in aller Welt baut.

Quelle: wk

Obernkirchen. Mal geht es rauf, mal runter, neue Märkte kommen, alte Märkte brechen ein. Ziegler wägt seine Worte vorsichtig, dabei gibt es gute Nachrichten zu verkünden: Im Jahr 2015 hat Heye International zum ersten Mal die 100-Millionen-Euro-Umsatz-Marke geknackt.

 Eine wirkliche Überraschung ist es nicht. Schon im vergangenen Jahr war man gut ausgelastet, angepeilt wurde die 85-Millionen-Marke. Man könnte es auch so sagen: Bei Heye brummt’s, die Geschäfte laufen gut, von Amerika bis Australien.

 Das war nicht immer so. Noch beim Unternehmerfrühstück der Weserbergland AG im September 2014 hatte Geschäftsführer Dirk Pörtner erklärt, das Umfeld sei sehr herausfordernd angesichts lähmender politischer Krisen wie dem Ukraine-Konflikt und dem IS-Terror. Aber auch von Regionen mit gesättigten Märkten erwartete der Heye-Geschäftsführer damals „zwei Jahre mit einer gedämpften Investitionstätigkeit“. Auch wenn allein das Russland-Ukraine-Geschäft um zwölf bis 20 Millionen Euro einbrechen sollte – gekommen ist es zum Glück anders.

 Heye International stattet weltweit Glaswerke aus. Zu den Kunden von Heye International gehören die größten Behälterglashersteller, zum Beispiel Owens-Illinois, Verallia, Gerresheimer und natürlich die Ardagh-Gruppe. Weiterhin sind Familienunternehmen mit einem oder wenigen Standorten wie etwa Wiegand-Glas mit Werken im Thüringer Wald zu nennen.

 „Wir hatten über die Jahre kontinuierliches Wachstum“, sagt Ziegler. Das sei kein Zufall, denn man habe eine Wachstumsstrategie entwickelt und sei dabei, sie umzusetzen. Das schaffe natürlich auch eine „positive Arbeitsplatzsituation vor Ort“.

 Im Landkreis verteilt sich Heye International auf mehrere Standorte: Die Unternehmenszentrale sitzt am Obernkirchener Lohplatz, die Maschinenmontage und die Konstruktionsbüros befinden sich am Ziegeleiweg, und seit drei Jahren ist das Unternehmen auch in Stadthagen zu finden. In der Kreisstadt verfügt man auf dem ehemaligen Coca-Cola-Gelände über ein Kommissionierlager und Lagerhallen. Am Standort Nienburg werden die Prüfmaschinen entwickelt und produziert.

 Es sei gut, sagt Ziegler, „dass wir in der Region sind“, im sogenannten Glascluster, einem Netzwerk also, dass von der Weserbergland AG gemanagt werde und direkten Zugang zum Kunden biete. Denn hier finde man eine historisch gewachsene Glasregion vor, die den deutlichen Vorteil biete, dass man auf viele Experten der Branche treffe.

 Die Branche, sagt Ziegler, müsse man natürlich auch weltweit betrachten. Es gebe starke und schwache Regionen. Südamerika etwa sei zurzeit eine starke Region, Zentralamerika auch, China ein bislang boomender Markt mit aktueller Pause. Im Nahen Osten seien der Irak und Syrien mittlerweile „Komplettausfälle“, aber dafür erlebe der Iran eine Öffnung.

 Für den Spezialisten im Bereich Behälterglastechnologie verspreche die wirtschaftliche Entwicklung in den entfernteren GUS-Staaten zudem erfolgreiche Geschäftsmöglichkeiten, so Ziegler. In den vergangenen Jahren haben die engagierten Vertriebs- und Service-Experten von Heye langfristige Partnerschaften zu einigen führenden Behälterglasherstellern in der Region aufgebaut.

 Generell gilt: Der Glasmarkt wächst weltweit – vor allem im Lebensmittelbereich, weil auch das Gesundheitsbewusstsein der Menschen wächst. Denn Glas ist frei von Weichmachern.

 300 Mitarbeiter habe Heye International in Deutschland, davon rund 230 in Obernkirchen. „Wir sind stetig gewachsen“, sagt Personalchefin Petra Vollmann. „Es ging eigentlich nur nach oben. Wir haben die Mitarbeiterzahl in den letzten zehn Jahren verdoppeln können.“

 Daher habe man auch die Ausbildung deutlich ausgeweitet. Waren es einst noch die klassischen Ausbildungsberufe für technische Produkte, so ist Heye International seit gut fünf Jahren breiter aufgestellt: Industriekaufmann, Elektroniker, ein praxisorientiertes Studium mit 14 Wochen Arbeit im Haus und zwölf Wochen Lernen an der Uni, weil es über die Technische Hochschule Bielefeld mit dem Campus Minden eine Außenstelle gibt. Und in diesem Jahr fällt der Startschuss für das Wirtschaftsingenieurswesen.

 Wer als Firma Projekte in der Karibik, den USA, England, Polen, Frankreich, Türkei, China und Australien – um nur ein paar Länder zu nennen – hat, der kann Auszubildenden auch ein schönes Angebot machen: sich nach der Schule und vor der Familiengründung den Duft der weiten Welt um die Nase wehen zu lassen. Ziegler drückt es so aus: „Das ist eine Chance für junge Leute.“

 Und natürlich sind dem Unternehmen künftige Mitarbeiter genehm, die aus der Region kommen, weil sie langfristig gebunden werden sollen: Wer in Obernkirchen lebt und dort einen Arbeitsplatz bekommt, der bleibt ihn aller Regel auch seinem Arbeitgeber und seinem Wohnort treu. rnk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

O’zapft is heißt es in der Stadthäger Festhalle wieder am Freitag und Sonnabend, 23. und 24. September. Dann dominieren die Farben Blau und Weiß in der Halle und fesche Frauen in farbenfrohen Dirndln tanzen auf den Tischen... mehr