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„Ich bin kein Freund von Eitelkeiten“

Obernkirchen „Ich bin kein Freund von Eitelkeiten“

Die Frist ist um: Wie Wahlleiter Bernd Watermann heute auf Nachfrage der Redaktion erklärt hat, hat in Sachen Bürgermeisterwahl bis Montag, 18. August, 18 Uhr, kein weiterer Bewerber seinen Hut in den Ring geworfen. Damit ist Bergstadt-Bürgermeister Oliver Schäfer (SPD) der einzige Kandidat für den Urnengang am 5. Oktober.

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„Ganz auf Wahlwerbung werde ich nicht verzichten“: Oliver Schäfer will versuchen, zur Bürgermeisterwahl möglichst viele Obernkirchener zur Stimmabgabe zu bewegen.

Quelle: tw

Obernkirchen. Redakteur Thomas Wünsche hat mit dem Bewerber um den Chefsessel im Rathaus gesprochen.

Herr Schäfer, die Frist für mögliche Bewerber ist verstrichen. Damit werden Sie bei der Bürgermeisterwahl am 5. Oktober ohne einen Gegenkandidaten antreten – und aller Wahrscheinlichkeit nach erneut Verwaltungschef werden. Hätten Sie sich einen Kontrahenten ums Amt gewünscht?
2006 waren wir sechs Bewerber um das Amt des Bürgermeisters in Obernkirchen. Das war eine ungewöhnliche hohe Anzahl. Dieses Mal stehe ich allein zur Wahl. Bürgermeisterwahlen in Obernkirchen sind insofern anscheinend etwas Besonderes. Die Zahl der Mitbewerber bei einer Wahl kann man sich nicht aussuchen. Es ist so, wie es ist. Immerhin muss man sich als Kandidat bei einer Einzelwahl mit Ja oder Nein beurteilen lassen. Also stelle ich mich nun auf diese Situation ein.

Haben Sie insgeheim damit gerechnet, dass im letzten Moment doch noch ein Mitbewerber um die Ecke kommt?
Nach den Bürgermeisterwahlen im Juni in den umliegenden Gemeinden habe ich mir ein- oder zweimal überlegt, ob aus den Erfahrungen der Wahlergebnisse sich nicht doch der eine oder die andere zur Kandidatur entschließen würde. In den vergangenen Wochen ist dieser Gedanke aber auch schnell wieder verflogen. Ich freue mich, dass ich neben der Unterstützung der SPD, für die ich antrete, die Unterstützung der CDU erhalten habe. Daneben genieße ich auch das Vertrauen des WIR-Vertreters im Rat der Stadt, Bernd Kirsch. Das zeigt doch, dass ich mein Amt überparteilich ausgeführt habe.

Wollen Sie als Alleinkandidat denn überhaupt Wahlkampf machen? Bauen Sie einen Stand in der Fußgängerzone auf, drucken Flyer und verschenken Kugelschreiber und Luftballons?
Ich werde mich nach dem Ende der Sommerferien im September an den Freitagen und Samstagen den Wählerinnen und Wählern mit einem Wahlstand präsentieren. Ich will diese Termine zu persönlichen Gesprächen nutzen, die für mich bei repräsentativen Besuchen in den vergangenen sieben Jahren immer schon besonders wichtig waren. Ich möchte die Obernkirchener dazu bewegen, sich an der Wahl zu beteiligen. Wahlwerbematerialien werden sich stark in Grenzen halten, ganz auf Wahlwerbung werde ich nicht verzichten.

Verzichten Sie extra wegen dieses Wahlkampfes in diesem Jahr auf Ihren Sommerurlaub?
Ja. Meine Urlaubsplanung habe ich eigentlich mit meiner Familie immer schon im Herbst des Vorjahres fertig. Zum damaligen Zeitpunkt konnte ich noch nicht ahnen, wie die Situation heute sein wird. Meine Familie musste deshalb aber nicht auf ihren Urlaub verzichten. Ich werde die Zeit nutzen, um diverse Veranstaltungen in Obernkirchen zu besuchen. Nach der Wahl werde ich mir dann im Oktober und November etwas Erholung gönnen.

Es wird für Sie wohl sehr schwer werden, die Bürger am 5. Oktober überhaupt zum Urnengang zu bewegen – weil sie zwar die Wahl, aber eben nicht die Auswahl haben. Warum sollen die Obernkirchener trotzdem wählen gehen?
 Ich glaube schon, dass es ein großes Interesse bei den Wählerinnen und Wählern in Obernkirchen gibt, wer die Stadtverwaltung führt und die Stadt nach außen vertritt. Im Gegensatz zu allen anderen Wahlen, bei denen man wahlberechtigt ist, ist es die einzige Direktwahl für ein Amt. Jeder Wähler bei dieser Wahl hat die Möglichkeit, die etwas mehr als sieben Jahre meiner Tätigkeit zu bewerten.

 Diese Wahl wird die letzte gesonderte Bürgermeisterwahl sein, sofern nicht Sonderfälle eintreten. Die nächste Wahl eines Bürgermeisters in Obernkirchen wäre wieder zusammen mit dem Rat 2021. Im Übrigen, wenn jemand am 5. Oktober keine Zeit haben sollte, in sein Wahllokal zu gehen, dann kann man schon ab dem 15. September die Briefwahl beantragen oder auch im Rathaus wählen.

Haben Sie auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, sich in einer anderen Stadt als Bürgermeister zu bewerben– oder hat das keinen Reiz für Sie?
 Nein, an so etwas habe ich bislang noch nicht gedacht. Und geplant schon gar nicht. Ich wollte Bürgermeister meiner Heimatstadt werden und vor Ort entscheidend mitgestalten. Das ist nach wie vor mein Antrieb. Deshalb stelle ich mich einer erneuten Wahl. Auf Fragen, wie es mir in meinem Beruf gefällt, habe ich stets geantwortet, dass ich noch keinen Tag im Amt des Bürgermeisters in Obernkirchen, trotz schwierigerer Rahmenbedingungen als anderswo, bereut habe.

Welche Schwerpunkte wollen Sie als Bürgermeister der Bergstadt in Ihrer zweiten Amtszeit setzen?

 Das Thema Kinderbetreuung hat einen noch größeren Umfang mit der Betreuung von Kindern unter drei Jahren bei der Stadt eingenommen. Ich denke, der von uns eingeschlagene Weg, mit einem Mix von Anbietern zusammenzuarbeiten hat sich als richtig erwiesen. In Obernkirchen kann man günstig wohnen, man hat die Naherholung vor der Haustür, und die Betreuungsangebote für Kinder brauchen sich auch nicht zu verstecken.

 Das Thema Wohnen und Mobilität im Alter in Obernkirchen hat ebenfalls eine stärkere Bedeutung bekommen. Also werde ich mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass sich seniorengerechtes Wohnen in Obernkirchen weiter entwickeln kann.

 Eine ganz besondere Aufmerksamkeit wird das Gesamtklinikum Schaumburg in unserer Stadt erfahren. Ich bin froh, dass der Bau nun endlich gestartet ist. In den nächsten zwei Jahren bis zur Fertigstellung werden wir die Zeit nutzen, um die örtliche Anbindung des Klinikums in Verbindung zur Samtgemeinde Eilsen und mit den Nahversorgungsbereichen in Obernkirchen zu realisieren. Viele der bisherigen Aufgaben haben sich darüber nicht verändert. Knappe Finanzen und Verwaltungsanpassungen, die Imagefrage Obernkirchens sowie das Selbstempfinden seiner Bewohner sind Daueraufgaben für den Bürgermeister.

Sprechen wir mal über Prozente: Welches Wahlergebnis würden Sie für sich selbst als Erfolg, welches als Misserfolg betrachten?
 Zuerst einmal: Jedes Wahlergebnis mit mehr Ja-Stimmen als Nein-Stimmen bedeutet eine gewonnene Wahl. Ich persönlich bin kein Freund von Eitelkeiten. Zu sagen, ein Wahlergebnis mit weniger als 60, 70 oder sogar 80 Prozent der Stimmen wäre ein Misserfolg, käme mir nicht in den Sinn. Einer möglichen mehrheitlichen Zustimmung damit vor den Kopf zu stoßen, wäre in meinen Augen arrogant und würde den Menschen berechtigterweise Argumente für ein Zunehmen der Politikverdrossenheit sogar auf lokaler Ebene frei Haus liefern.

 Mir ist es wichtiger, wenn die Bürgerinnen und Bürger in Obernkirchen von ihrem Wahlrecht ausgiebig Gebrauch machen würden. tw

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