Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Im Einsatz für die Ärmsten

Hilfe für Madagaskar Im Einsatz für die Ärmsten

„Manahòana tòmpoko!“ – „Guten Morgen/Wie geht es Ihnen?“: Regelmäßig zaubern diese beiden madagassischen Worte ein Lächeln in das Gesicht des Gegenübers von Carmen Zelle.

Voriger Artikel
Was die Bürgerschützen planen
Nächster Artikel
Er teilt den Mantel mit dem Schwert

Die madagassischen Kinder freuen sich über die von Carmen Zelle mitgebrachten Luftballons.

Quelle: pr.

Obernklirchen/Madagaskar. Dies liegt sicher nicht nur daran, dass die Madagassen ein überaus freundliches und fröhliches Volk sind, sondern auch, dass eine „Weiße“ wie die 32-jährige Obernkirchenerin in ihrem Einsatz für den Verein „Mobile Hilfe Madagaskar“ die wohlklingende madagassische Sprache nutzt, anstatt das Französisch der gehobenen Bildungsschicht zu bemühen.

 Aber hier draußen vor den Toren der Hauptstadt Antananarivo zwischen stromlosen strohgedeckten Lehmhütten, freilaufenden Hühnern und Enten mit endlos weitem Blick über die frisch ergrünten Reisfelder, sind Errungenschaften der westlichen Welt nicht nur gedanklich weit entfernt. Eine Ausnahme bildet die zweigeschossige weiß getünchte Krankenstation, die mit ihren Fensterscheiben und gelben Regenrinnen aus der rostroten Lehmhüttensiedlung heraussticht und weithin bekannt ist.

 Nachdem Carmen Zelle, in Rinteln geboren, aber seit ihrem zweiten Lebensjahr in Obernkirchen aufgewachsen, sieben Jahre in den Aufbau ihrer Karriere in Deutschland investiert hatte, brauchte sie dringend eine emotionale und thematische Pause – und nutzte die Chance auf ein zweimonatiges Sabbatical in Madagaskar. Hier setzt die Diplom-Ökonomin ihre Erfahrungen aus ihrer Arbeit in einer Unternehmensberatung ein, um die organisatorischen und IT-technischen Themen professioneller aufzubereiten, Personal sprachlich und fachlich zu schulen sowie planerisch in Projekten zu unterstützen (zum Beispiel: Wie untersucht man 300 Kinder einer Schülerspeisung mit nur zwei Ärzten und vier Helfern in eineinhalb Tagen?).

 Täglich kommen viele Menschen aus den umliegenden Dörfern zu Fuß oder mit dem Fahrrad, um kostenfrei medizinische Hilfe zu erhalten. Neben einem madagassischen Allgemeinmediziner stehen eine Zahnärztin und ein Hebammenteam der Bevölkerung in ihren körperlichen Beschwerden zur Seite. Da über eine feste Krankenstation nur ein kleiner Teil von Menschen erreicht werden kann, gibt es schon seit vielen Jahren das Hebammenmobil – ein zur Arztpraxis umgebauter Lkw – mit dem das medizinische Team zusätzlich abends an bestimmte Orte in der Hauptstadt fährt, um die Ärmsten in diesem ohnehin armen Land zu versorgen. Darüber hinaus fahren die Mitarbeiter zwei Tage pro Woche in abgelegene Orte im Busch, um den Menschen zu helfen, die häufig mehrere Tage aus ihren Dörfern laufen müssen, um einen Arzt aufsuchen zu können.

 Seit mehreren Jahren wird diese wunderbare Arbeit durch die deutsche Hebamme Tanja Hock geleitet, die bereits zu Schulzeiten überzeugt war, als Hebamme nach Afrika gehen zu wollen und heute über den Verein „Mobile Hilfe Madagaskar e.V.“ ihren Traum in Madagaskar täglich neu in die Tat umsetzt.

 „Durch Zufall habe ich Tanja bereits vor zehn Jahren in Deutschland kennengelernt – kurz vor ihrem Abflug anlässlich ihrer ersten Entsendung nach Madagaskar“, berichtet Carmen Zelle. Mit Begeisterung und tiefem Respekt hat die Schaumburgerin die Arbeit aus der Ferne wachsen sehen.

 „Die Zeit in Madagaskar“, so Carmen Zelle, „hat mir bereits jetzt die Augen dafür geöffnet, dass es nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Die Menschen dort haben selten Zugang zu Strom, essen drei Mal täglich Reis mit etwas Gemüse, leben mit ihren Nutztieren auf engstem Raum – etwa mit dem Hühnerstall in der Küche – und besitzen häufig nur die Kleidung, die sie am Leib tragen.“ Aufgestanden wird bei Sonnenaufgang gegen 5 Uhr und der Tag endet, wenn es dunkel wird, gegen 18.30 Uhr. Und dennoch strahlen sie, winken neugierig „der Weißen“ zu und lachen.

 Während Carmen Zelle diese Zeilen bei Stromausfall schreibt, spenden nur die Kerze an ihrem Bett und ihr Monitor Licht. Draußen hört sie die Männer des Dorfes singen, die sich bei Einbruch der Dunkelheit an der Dorfkreuzung treffen, um den Tag mit mehrstimmigem Acapella-Gesang ausklingen zu lassen. Carmen Zelle: „Wenn ich den Kopf in den Nacken lege, funkeln tausend Sterne über mir, und in der Ferne – weit hinter den dunkeln Reisfeldern – glitzert das Lichtermeer der Hauptstadt. Ich bin zufrieden.“

 Merke: „Mit nur 9,36 Euro kann bereits ein Mensch inklusive Medikamenten behandelt werden“, weiß Astrid Semler. Die Mutter von Carmen unterstützt die „Mobile Hilfe Madagaskar“ als Ehrenamtliche. Wer dem Verein finanziell Gutes tun möchte, kann dies über folgendes Konto tun: DE05 7955 0000 0011 4184 72, BIC: BYLADEM1ASA. Spenden sind steuerlich absetzbar. Spendenbescheinigungen werden Anfang 2015 ausgestellt, sofern die Adresse mit angegeben wird oder bekannt ist.

 Weitere Informationen zur Arbeit des Vereins sind auf folgender Homepage zu finden: www.mobile-hilfe-madagaskar.de. Eine besondere Möglichkeit, für die Arbeit des Vereins zu spenden, besteht auf der Seite www.betterplace.org/p5461: „Dort können Spenden einem bestimmten Einsatzort des Hebammenmobils und einem bestimmten Monat zugeordnet werden“, berichtet Astrid Semler. Diese Möglichkeit ist etwa für Sammlungen anlässlich eines besonderen Anlasses geeignet.

 So kann der Einsatz der mobilen Arztpraxis für den Monat Januar 2015 in der Nähe des Bahnhofs in der Hauptstadt mit einem Betrag von 244 Euro komplett bezahlt werden. „Für den monatlichen Einsatz des Hebammenmobils an der Schule in Mahavelona im madagassischen Busch, die etwa 250 Kinder besuchen, werden 792 Euro benötigt“, so die Ehreamtliche abschließend.

 Auch für Spenden über betterplace.org werden durch die Betreiber der Plattform Bescheinigungen ausgestellt. rd.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg