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Im Reich der Raubsaurier

Obernkirchen Im Reich der Raubsaurier

Im Landkreis Schaumburg haben einmal Dinosaurier gelebt. „Hier gab es früher dichte, tropische Vegetation. Das Klima war wesentlich feuchter und wärmer. Zudem lagen wir erheblich südlicher als heute“, erzählt Elke Herrmann. Die Geologin arbeitet ehrenamtlich für das JBF-Centrum Obernkirchen. Als Bückebergführerin zeigt sie Besuchern die Dinospuren in der so genannten „Oberen Sohle“ der Obernkirchener Sandsteinbrüche. 2007 entdeckte ein Privatmann ein besonders großes, fährtenreiches Areal.

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„Dinospuren-Suche, die Letzte für 2014, bitte“: Die Bückebergführer Gerhard Klugmann und Elke Herrmann sind startklar.

Quelle: tla

Obernkirchen. Das Niedersächsische Landesmuseum Hannover hat dieses Gebiet mit vielen ehrenamtlichen und freiwilligen Helfern freigelegt und erforscht. Diese Sandsteinfläche ist voller Trittsiegel von erwachsenen und jungen Pflanzen sowie Fleisch fressenden Dinosauriern. Sie wird heute vom Landkreis Schaumburg erschlossen und touristisch bildend genutzt. „Wir stehen hier eigentlich in einer ehemaligen Lagune. Deshalb finden wir auch versteinerte Muscheln. Allerdings keine Schalen“, berichtet Herrmann.

 Dinosaurier hatten sehr unterschiedliche Füße – ebenso verschieden sind ihre Trittsiegel. Die Bückebergführer kennen sich mit der Anatomie der verschiedenen Dinosauriergruppen genau aus, und können somit die Fußabdrücke zuordnen. Auf der „Oberen Sohle“ von Obernkirchen finden sich sowohl Fährtenzüge mit, als auch ohne Vorderfußabdrücke. Diese sind viel kleiner und zeigen keine differenzierten Zehen, sondern nur einen länglich-ovalen Gesamtumriss.

 „Raubsaurier hinterlassen nicht so tiefe Spuren, weil sie leichter sind. Das hängt mit dem Körperbau zusammen. Sie haben sogenannte Röhrenknochen“, erläutert die Geologin. Herrmann erklärt den Besuchern ziemlich genau, wie die Spuren entstanden sind. „Es gibt Abdrücke mit sogenannten Fersenpolstern, die können eine rundliche Form haben. Wie diese konkret entstanden sind, ist aber noch nicht ganz eindeutig geklärt.“ Anhand eines Modellsauriers zeigt sie, wie zum Beispiel ein Flugsaurier gegangen sein muss; „er tritt mit zwei Zehen auf“, sagt sie. Die einzelnen Zehen der Hinterfüße können sehr groß sein, sehr breit und eben rundlich.

 Dinosaurierkrallen hatten sich zum Teil zu hufähnlichen Hornplatten entwickelt. Dort, wo der Schlamm besonders weich war, ist zu erkennen, wie tief einzelne Abdrücke sein können, vor allem, wenn sie gut erhalten sind. Eine Führung durch den Bückeberg zu den Dinospuren dauert zwei Stunden. Bei der Wanderung durch den Wald erzählt die Geologin spannende Geschichten – beispielsweise über den Kohleabbau. „Steinkohle besteht überwiegend aus Pflanzen und ist zur selben Zeit entstanden, als die Dinos lebten.“ Der Rückweg führt durch den ehemaligen Steinbruch. tla/tw

Termin : Die letzte Führung zu den Dino-Fährten 2014 findet am Sonntag, dem 26. Oktober, statt – auch bei Regen! Treffpunkt ist um 14 Uhr am Info-Pavillon des JBF-Centrums. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Erwachsene zahlen 3,50 Euro, Kinder und Gruppen 2,50 Euro pro Person.

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