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„In die Fresse hauen“: Überfall auf zwei Frauen

Obernkirchen/Bückeburg / Vor Gericht „In die Fresse hauen“: Überfall auf zwei Frauen

Feige wäre gar kein Ausdruck für eine solche Tat: Mitten in der Nacht sollen drei Männer auf der Rintelner Straße in Obernkirchen zwei junge Frauen überfallen und ausgeraubt haben. Beute: ein Portemonnaie mit etwa 185 Euro.

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Quelle: dpa

Obernkirchen/Bückeburg (ly). Seit Freitag muss sich das Trio vor der 1. Großen Jugendkammer am Bückeburger Landgericht verantworten. Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig legt den Angeklagten schweren Raub zur Last. Im Prozess geht es noch um eine zweite Tat, die in Rinteln spielt.
An einem Abend im Oktober sollen zwei der Männer einem älteren Herrn vom dortigen Bahnhof aus gefolgt sein, das Opfer von hinten zu Boden gestoßen und dessen Handy gestohlen haben. Durch den Sturz erlitt der Mann Verletzungen. Zuvor sollen die Räuber Geld gefordert haben. Zur Übergabe kam es den Angaben zufolge nur deshalb nicht, weil Passanten auftauchten.
Zum Auftakt des Prozesses hat das Gericht gestern zunächst die beiden Frauen aus Obernkirchen vernommen, 19 und 22 Jahre alt. Mehr als ein halbes Jahr liegt der mutmaßliche Raubüberfall auf der Rintelner Straße nun zurück. An den Folgen leidet die zierliche 19-Jährige noch immer. „Ich hatte richtig Angst“, bekennt sie. Zwei der Männer hätten „ziemlich aggressiv“ gewirkt und unter anderem „einen Teleskop-Schlagstock dabei“ gehabt. In der Anklageschrift heißt es, dass den Frauen überdies damit gedroht worden sei, ihnen „welche in die Fresse zu hauen“. Eine soll daraufhin ihr Handy (zum Telefonieren), einmal 50 Cent (für die Telefonzelle) und ein weiteres Mal zwei Euro („Benzingeld“) rausgerückt haben, bevor ein Mann ihr die Geldbörse entrissen habe.
Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin Birgit Brüninghaus, wie es ihr heute gehe, antwortete die Hausfrau und Mutter: „Es geht.“ In den ersten paar Wochen sei sie „nicht rausgegangen“. Deutlich besser in Erinnerung hat die Obernkirchenerin den dritten Angeklagten, der in der Nähe gestanden haben soll. „Er hat zu uns gehalten und gesagt, dass er das Portemonnaie wiederholt“, berichtet sie. „Es gehört sich nicht, einer Lady etwas zu klauen“, soll er die jüngeren Männer ermahnt haben.
Die Angeklagten sind 19, 21 und 24 Jahre alt, zwei Deutsche, ein Ausländer. Letzterer kommt aus dem Auetal. Zwei Männer, mutmaßlich die beiden Haupttäter, haben zuletzt in Rinteln gelebt, sitzen aber seit Ende Oktober in Untersuchungshaft. Beide waren am selben Tag festgenommen worden.
Fast nonstop wollen sie vor der Tat getrunken haben. „Bier, Hochprozentiges - alles, was wir kriegen konnten“, wie sich der 19-Jähriger erinnert. Am 5. Oktober, dem Datum des Überfalls, wollen er und der ältere Rintelner (21) bereits morgens mit Bier angefangen haben.
Für den Prozess hat Richterin Brüninghaus fünf Verhandlungstage angesetzt und 13 Zeugen geladen. Das Urteil soll am 2. Mai verkündet werden. Ein Rechtsgespräch der beteiligten Juristen blieb gestern ohne Ergebnis.

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