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Jetzt kommt die Quittung

Abwassergebühren Jetzt kommt die Quittung

Schlechte Nachrichten zum Jahreswechsel für alle Obernkirchener: Die Abwasser-Entsorgungsgebühr in der Bergstadt wird erhöht. Schuld daran sind die Verbraucher paradoxerweise selbst, da laut Stadtkämmerer Helmut Züchner die Bürger in Obernkirchen sparsamer mit Wasser umgehen.

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Noch vor wenigen Wochen ist die Maschstraße in Vehlen eine Baustelle gewesen. Jetzt sind die Kanalarbeiten abgeschlossen. Die Straße ist provisorisch mit einem Split-Kies-Gemisch verdichtet worden und wieder für den Verkehr freigegeben.

Quelle: leo

Obernkirchen. „Die Gebühren mussten neu kalkuliert werden. Die Gebühr richtet sich nach der Menge des zu entsorgenden Schmutzwassers“, so Züchner. Da der Wasserverbrauch jedoch in den vergangenen Jahren um 20 Prozent gesunken ist und damit auch weniger Schmutzwasser anfällt, müsse man an der Gebührenschraube drehen. „Nur so können wir die Kosten für die Instandhaltung der Abwasserrohre und -kanäle decken“, erklärt Züchner.

Im Klartext heißt das für die Obernkirchener: Im kommenden Jahr werden sie statt den derzeit 1,73 Euro nun 2,23 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser bezahlen müssen. Mit den Abwassergebühren finanziert die Stadt vor allem die anfallenden Kosten für die Instandsetzungs- und Baumaßnahmen am Kanalsystem, die wiederum der Abwasserverband Auetal durchführt. Dieser Verband ist ein kommunaler Zweckverband und ist schon vor der Gebietsreform 1974 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden der heutigen Samtgemeinde Eilsen sowie den heutigen Ortschaften der Stadt Obernkirchen entstanden. Die Kernstadt Obernkirchen besaß früher ein eigenes Klärwerk am heutigen Bauhof. Erst später trat sie dem Verband bei. Der Abwasserverband beseitigt das Schmutzwasser für die Träger im Verbandsgebiet. Dafür unterhält er fünf Pumpenanlagen und rund 140 Kilometer Schmutzwasserleitungen im Verbandsgebiet.

Derzeit führt der Verband große Bauarbeiten in Obernkirchen durch. Seit August wird eine zweite Druckrohrleitung gebaut. Die Kosten für die 1,7 Kilometer lange Leitung belaufen sich auf rund eine Million Euro. An dieser Pipeline für Abwasser ist die gesamte Kernstadt Obernkirchen angeschlossen. Die zweite Leitung wird neben der bestehenden gebaut. „Sie ist dringend nötig“, erklärt Oliver Keller vom Abwasserverband Auetal.

Klärwerk für 33.000 Einwohner ausgelegt

„Die bestehende Druckrohrleitung ist mittlerweile 25 Jahre alt. Die Leitung muss von Zeit zu Zeit kontrolliert werden.“ Das geht aber nur, wenn man die Leitung stilllegt. Dies soll die neue Druckrohrleitung ermöglichen. „Wir können dann die alte Druckrohrleitung für die Wartung stilllegen und das Schmutzwasser auf die neue Abwasser-Pipeline umleiten“, sagt Verbandsvorsteher Keller. Die Druckrohrleitungen beginnen am Bauhof. Von dort fließt das Abwasser in dem Rohr zum knapp zwei Kilometer entfernten Klärwerk in Vehlen. Das Klärwerk, das dem Abwasserverband gehört, ist auf eine Einwohnerzahl von 33.000 ausgelegt. „Tatsächlich angeschlossen sind derzeit aber nur etwa 22.000“, sagt Keller. Die Zahl war im vergangenen Monat mit der Inbetriebnahme des Klinikums in Vehlen gestiegen.

In dem Rohr, das einen Durchmesser von 25 Zentimetern hat, fließt das Wasser mit hohem Druck. „Der hohe Druck kommt durch das natürliche Gefälle in der Bergstadt zustande“, erklärt Keller. „Bei viel Regen ist der Druck im Rohr höher. Dann fließen bis zu 200 Liter pro Sekunde durch die Leitung. Bei trockenem Wetter sind es um die 80 Liter, die pro Sekunde durch das Rohr zum Klärwerk fließen“, weiß Keller. Daher sei auch die zweite Druckrohrleitung sehr wichtig. Schließlich könne man bei solchen Wassermengen, die durch das Rohr schießen, nicht mit einem Kamerawagen das Rohr nach Schäden untersuchen oder gar reparieren. Ohne die zweite Pipeline geht es also nicht.

Alle Leitungen gebündelt

Die Rohre seien alle verlegt. Gerade wurden die letzten Arbeiten an der Maschstraße beendet. Dort waren Bauarbeiten nötig, weil an dieser Stelle außer den zwei Druckleitungen auch Rohre aus Vehlen, Gelldorf und Bad Eilsen ankommen. „Alle Rohrleitungen wurden verbunden und zu einer Leitung gebündelt“, sagt Keller. Auf der letzten Etappe zum Klärwerk führt so nur eine Leitung das gesamte Schmutzwasser zum Klärwerk.

„Die gesperrte Straße konnte bereits wieder für den Verkehr freigeben werden“, sagt Keller. Jedoch muss die Baufirma Anfang des nächsten Jahres noch einmal anrücken, um die Straße neu zu asphaltieren. Derzeit sei die Straße nur provisorisch mit einem Split-Kies-Gemisch verdichtet worden.

Im nächsten Jahr werden auf dem Gelände des Bauhofes in Obernkirchen dann noch Bauarbeiten nötig sein. Dann wird ein großer Schieber eingebaut. „Über ihn sind dann beide Druckrohrleitungen miteinander verbunden – und bei Bedarf kann die eine Leitung ‚abgeschiebert’ werden und das Schmutzwasser in die andere umgeleitet werden“, sagt Keller.

Mehrere Schäden

Für das kommende Jahr steht eine weitere Großbaustelle in Obernkirchen an. Die Landesstraße 451 zwischen Ahnsen und Vehlen wird erneuert. Gleichzeitig muss eine Abwasserleitung, die derzeit noch neben der Landesstraße liegt, erneuert werden. Das Rohr hat mehrere Schadstellen.

„Wenn Straßenbaumaßnahmen begonnen haben, wird ein neues Rohr verlegt, das dann später unter der Landesstraße liegen wird“, sagt Keller. „Wann genau die Arbeiten beginnen können, wissen wir noch nicht. Der Abwasserverband richtet sich nach der Landesstraßenbaubehörde.“

Durch die Zusammenlegung der beiden Baumaßnahmen entsteht ein Vorteil: Die Straße muss nicht zweimal aufgebaggert werden. „Die Baukosten für die Erneuerung der Rohrleitung zwischen Ahnsen und Vehlen wird 400.000 bis 500.000 Euro kosten“, so Keller. leo

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