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Jugendring ehrt Jugendpfleger Vinke

Grillabend zum Abschied Jugendring ehrt Jugendpfleger Vinke

Die offizielle Verabschiedung von Erhard Vinke in den Ruhestand liegt zwar schon ein paar Wochen zurück, einfach so ziehen lassen wollte der Jugendring Obernkirchen den nun ehemaligen Stadtjugendpfleger jedoch nicht.

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„Auf dass Dir nie die Sonne untergeht“: Mit einem um eine gelbe Sonnenblumenblüte herum gebundenen Blumenstrauß bedankte sich Florian Burger-Freund (links) bei Erhard Vinke für die gute Zusammenarbeit. wk

Quelle: Michael Werk

Obernkirchen. Schließlich pflegten der Verein und der bei der Stadt angestellte Fachmann in all den Jahren eine gute Zusammenarbeit miteinander. Daher lud der Jugendring Vinke jetzt zu einem eigens für den Neu-Pensionär ausgerichteten Grillabend in das Jugendzentrum ein, bei dem außer Bratwürstchen & Co. auch anerkennende Worte auf den Tisch kamen.

 Dabei fasste sich der Vereinsgeschäftsführer Florian Burger-Freund jedoch kurz, um nicht den Schwung aus der geselligen Runde zu nehmen. Er bedankte sich bei dem studierten Diplom-Sozialarbeiter und -Pädagogen für dessen großes Engagement, mit dem sich dieser als Stadtjugendpfleger für in der Bergstadt lebende Kinder und Jugendliche eingesetzt habe: „Du wirst uns fehlen“, betonte Burger-Freund, verriet aber, dass Vinke dem Jugendring als ehrenamtlicher Mitstreiter erhalten bleibe.

 Fast 38 Jahre lang sei er Stadtjugendpfleger gewesen, erzählt Vinke, für ihn sei dies ein Traumjob gewesen. Denn: „Ich wollte schon immer etwas im Bereich der Jugendarbeit machen.“ Und als Stadtjugendpfleger habe er ein breit gefächertes Aufgabenspektrum gehabt: angefangen bei der Arbeit mit Menschen aller Altersgruppen und der Kooperation mit etwa Vereinen und Schulen über die Aus-/Fortbildung von Jugendgruppenleitern bis hin zur Planung von beispielsweise Spielplätzen und der Haushaltsüberwachung für den Bereich Stadtjugendpflege.

 Und was das Jugendzentrum betrifft, habe er damals „die große Chance“ gehabt, mit diesem Haus, das seinerzeit „ziemlich brach“ lag, quasi bei null starten zu können, führt Vinke weiter aus. Gemeinsam mit etlichen Jugendlichen aus Obernkirchen habe man das Gebäude nämlich nach und nach renoviert, mit selbst gefertigten Möbeln eingerichtet und den Garten angelegt, um einen Treffpunkt für junge Leute daraus zu machen. Ferner sei es seine Aufgabe gewesen, ein aus der Stadtjugendpflege, diversen Vereinen und Gruppen, dem früheren (heute nicht mehr existierenden) „Verein Jugendzentrum“ und dem Jugendring bestehendes Netzwerk aufzubauen.

 Soviel sich innerhalb der Gesellschaft und in der Bergstadt in all den Jahren aber verändert habe, die „Grundproblematik“ sei gleich geblieben, resümiert Vinke. „Alle pubertären Erscheinungen von Kindern und Jugendlichen, die es vor 30 Jahren gab, gibt es auch heute noch.“

 Geändert hätten sich jedoch die Strukturen: die Schulsituation, der mediale Bereich und das Freizeitverhalten. „Konflikte zwischen Jugendlichen sind beispielsweise früher sofort untereinander ausgetragen worden“, erklärt der 65-Jährige. Und wenn man den Mumm dafür nicht hatte, seien die Streitigkeiten eben unterm Tisch geblieben. Heute indes würden Konflikte nicht selten breit gestreut über soziale Netzwerke im Internet kommuniziert, was mitunter im sogenannten Cybermobbing gipfele. Eine Entwicklung, an die sich auch die Stadtjugendpflege mit ihrer Arbeit habe anpassen müssen.

 Einen „hohen Stellenwert“ in Sachen Jugendarbeit misst Vinke dem Jugendring bei, der nicht zuletzt durch die Öffentlichkeit des Vereins eine gewisse Machtposition in der Stadt inne habe. Dabei seien Verwaltung und Gremien jedoch stets bestrebt, eine gute Stadtjugendpflege zu sichern. Dies zeige sich auch daran, dass seine Stelle nicht eingespart, sondern mit Susanne Veentjer wieder besetzt worden sei. Außerdem: „Es gibt in Obernkirchen keine Drogenszene, keine Gewaltszene und kein Problem mit dem rechten Bereich.“ Und das habe auch etwas mit dem vielfältigen Angebot der diversen Institutionen zu tun, die sich um Kinder und Jugendliche kümmern und Präventionsarbeit leisten, so Vinke. „Wir haben in Obernkirchen einen unglaublich hohen Anteil an ausgebildeten Jugendgruppenleitern.“ Und dieser Pool an Ehrenamtlichen, der jedes Jahr um sechs bis neun neue Leute wachse, ermögliche nicht nur viele Freizeitangebote für die junge Generation, sondern bringe letztlich auch Leben in das städtische Jugendzentrum in der Beeker Straße.

 „Dieses Netzwerk ist schon Geld wert“, fasst Vinke zusammen. Auf Nachfrage verrät der Neu-Pensionär noch, dass er selbst der Jugendarbeit in mehrfacher Hinsicht verbunden bleiben möchte. So wolle er sich nach wie vor im Jugendring engagieren. Ferner wird er – nun als Honorarkraft des Landkreises – weiterhin Jugendgruppenleiter aus- und fortbilden sowie Vereine zu unterschiedlichen Themen schulen. wk

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