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Kampf für eine bessere Welt

Obernkirchen / "Church Night" Kampf für eine bessere Welt

Das muss schon ein besonderer Anlass sein, wenn auf den Bänken der Stiftskirche fast nur Jugendliche sitzen. Und das Gotteshaus ist dazu mehr und bunter ausgeleuchtet als gewöhnlich.

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Die Kirchenband „For Heaven’s Sake“ gestaltete die Church-Night musikalisch.

Quelle: sig

Obernkirchen. Der Anlass ist die Church-Night, die an den Tag erinnert, an dem Martin Luther seine 95 Thesen an der Tür der Schlosskirche in Wittenberg anbrachte.

 Ein Team aus Jugendlichen und einigen Erwachsenen hatte mit Pastor Wilhelm Meinberg die Gestaltung übernommen. Sie bereiten sonst Jugendgottesdienste und die Come-Together-Gottesdienste vor. Ralf Schönbeck kümmerte sich um die Lichttechnik und um das Mischpult für den Sound der Kirchenband „For Heaven’s Sake“. In dieser Musikgruppe wirken mit: Joana Weigand (Gesang), Yannic Klaus (Gitarre), Leon Klaus (Schlagzeug und Cajon) und Wilhelm Meinberg (Keyboard).

 Niemand habe damals ahnen können, was Luther mit diesem Schritt auslöste und wie er die Welt veränderte, bekannte der Seelsorger. Jetzt sei es wichtig, gemeinsam herausfinden, was die Reformation heute bedeutet. Zum Beispiel: Mutig seine Meinung sagen, wie es der Reformator tat. Oder aufstehen gegen Rassismus. Oder sich für eine gute Sache einsetzen.

 Meinberg: „Manche sagen auch, der Reformationstag ist der Geburtstag der evangelischen Kirche. Wenn es so ist, dann lasst uns heute Geburtstag feiern, Kirchengeburtstag – bunt, schillernd und vielfältig.“

 Gleich zu Beginn rieselten Seifenblasen auf die Band. Danach wurde ein Kurzfilm als Trailer zur Church-Night gezeigt. Und dann stimmten alle Kirchenbesucher Lied an, in dem vom Aufstehen und vom Aufeinanderzugehen die Rede ist. Das Zusammenleben könnte friedlicher sein, würde diese Aufforderung befolgt.

 Nach einführenden Worten wurde auf den Zusammenhang zwischen der Reformation und den Stationen hingewiesen, die in der Stiftskirche eingerichtet worden sind. Da konnten am Weltkugelleuchter Gebete auf einen Zettel geschrieben und dort angebracht werden. Auch Kummer und Sorgen durften dem Papier anvertraut und im Feuerkorb verbrannt werden.

 An der zweiten Station wurden auf einem Laptop Fälle von Diskriminierungen recherchiert: Rassismus, Mobbing, Frauenfeindlichkeit. Damit verbunden war die Suche nach sinnvollen „coolen“ Reaktionen. An einer anderen Station wurde ein Flugzeugabsturz symbolisiert. „Betroffene“ bewegten sich mit Augenbinden auf Krücken und mit Rollatoren durch das Gotteshaus.

 In der Sakristei gab es ein willkommenes Angebot: Dort wurde bei entspannender Musik und „Luther-Keksen“ eine Geschichte verlesen, die sich mit ungerechten Vorurteilen gegen Migranten befasste.

 Bei der nächtlichen Aktion auf dem Kirchplatz ging es nicht um den zunächst angekündigten Rekordversuch, sondern um einen symbolischen Gordischen Knoten. Am Ende reichten sich alle die Hände als Zeichen der Verbundenheit. sig

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