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Obernkirchen Stadt „Kein rotes Spielzeug mit Blaulicht“
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt „Kein rotes Spielzeug mit Blaulicht“
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19:40 16.04.2012
 Schlüsselübergabe: Rolf Schaper (von links), Oliver Schäfer und Clemens Keich vor dem neuen Einsatzwagen. Quelle: pr.
Obernkirchen

Obernkirchen (rnk). Aus Sicht der Feuerwehr verfüge man jetzt über ein Fahrzeug, das 78 PS stärker sei als der alte Einsatzleitwagen, der auch schon 27 Jahre alt sei, merkte Schaper an. Der neue Mercedes–Sprinter hat 163 PS unter der feuerwehrroten Haube, den Unterschied, so Schaper, merke man am Berg durchaus. Der Wagen verfügt über ein Automatikgetriebe, wiegt 3500 Kilogramm und ist mit dem Führerschein der Klasse B zu fahren.

 Das Besondere an dem neuen Einsatzleitwagen sei, dass alle vier Sitze drehbar seien, sodass vier Mitglieder der Wehr gleichzeitig am Arbeitstisch arbeiten könnten, wenn die Einsatzstelle erreicht sei. Ferner verfügt das Fahrzeug über zwei Funkgeräte im Vier-Meter-Bereich und vier Funkgeräte im Zwei-Meter-Bereich, eine EV-Anlage mit zwei Monitoren, Fax und Internet sowie ein Notstromaggregat. Umfeldbeleuchtung und Blaulichtanlage sowie Innenleuchten sind in LED-Ausführung, damit die Batterie geschont werden kann. Er hoffe, dass man mit dem neuen Fahrzeug die nächsten 25 Jahre ausgesorgt habe, meinte Schaper – und nahm sich noch einen oft und niemals gern gehörten Vorwurf zur breiten Brust: „Dieses ist kein rotes Auto mit Blaulicht als Spielzeug für die Feuerwehr, sondern ein Werkzeug, mit dem die Wehr arbeitet.“

 Bernd Kirsch als Vorsitzender des Fachausschusses, in dem über Feuerwehrangelegenheiten beraten wird, nahm auf diesen Vorwurf ebenfalls Bezug: Das sei kein Wagen für die Feuerwehr, sondern ein Wagen für die Bürger, für die hier wohnenden Menschen.

 Schäfer verwies auf den Inhalt des Wagens („echte Wertarbeit“) und darauf, dass dieser als Einsatzleitwagen den gesamten Wehren der Stadt zur Verfügung stehe. Er hoffe, dass der Wagen so wenig wie möglich zum Einsatz ausrücke. Landrat Jörg Farr, von Schäfer als „erster Schaumburger“ und „Nachbar“ begrüßt, strich die gute Gemeinschaft innerhalb der Wehr heraus, die den Mitgliedern nach teilweise schweren Einsätzen etwas zurückgebe.

 Ein Quantensprung ist eine Zustandsänderung in einem sehr kleinen System, also eine sehr kleine Änderung der Wirklichkeit. Als Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote mit Blick auf den neuen Wagen von diesem Quantensprung sprach, wusste jeder in der voll besetzten Halle der Wehr, wie es gemeint war. Grote schob noch einen Vergleich nach: Zwischen dem alten und dem neuen Wagen, „das sind schon Welten“.