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Keiner soll sagen: Ihr kommt zu spät!

Obernkirchen / Resolution Keiner soll sagen: Ihr kommt zu spät!

Getrieben von der Sorge, dass der Schulstandort Obernkirchen Schaden nimmt, wenn im Landkreis Schaumburg eine weitere IGS entsteht, haben die Bürgervertreter im Stadtrat bei ihrer jüngsten Zusammenkunft eine zweiteilige Resolution Richtung „Stadthagen“ beschlossen.

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„Der Landkreis muss dafür sorgen, dass die Vierzügigkeit am Schulzentrum gesichert bleibt“, fordert der Stadtrat.

Quelle: tw

Obernkirchen. Im ersten Teil der von allen Abgeordneten mitgetragenen Entschließung sagen SPD, CDU, Grüne und WIR wörtlich: „Der Landkreis wird aufgefordert, vor der Einrichtung weiterer Integrierter Gesamtschulen in Schaumburg deren Auswirkungen auf die bestehenden Gesamtschulen darzulegen und dafür zu sorgen, dass die Vierzügigkeit am Schulzentrum in Obernkirchen durch einen entsprechenden Zuschnitt der Schuleinzugsbereiche weiterhin gewährleistet wird.“ Die Begründung: „Das Schulzentrum in Obernkirchen weist derzeit schon in seiner Größe die Kapazität zur Beschulung weiterer Schüler an der IGS auf und erspart somit den aufwendigen Schulneubau an anderer Stelle.“

 Im zweiten Teil der Resolution heißt es weiter: „Sofern der Landkreis die Einführung einer weiteren Oberstufe an einer IGS im Rahmen einer Überprüfung 2015 plant, spricht sich die Stadt Obernkirchen zur Stärkung der IGS Obernkirchen für die Erweiterung der bisherigen Gesamtschule mit einer Oberstufe aus. Eine mögliche zusätzliche Oberstufe in Obernkirchen würde das Einzugsgebiet des Südkreises Schaumburg abdecken.“ So weit der Wortlaut der Entschließung, den zuvor so auch der VA bebilligt hatte.

 „Das Thema IGS ist für die Bergstadt ein wichtiger Standortfaktor“, betont Oliver Schäfer bei der Diskussion des Papiers im Rat. „Gäbe es die IGS dagegen nicht“, so der Bürgermeister, „hätten wir weniger Schüler und damit auch weniger Leben in der Stadt.“ Schäfer, den Blick nach Stadthagen gerichtet: „Bei uns in Obernkirchen gibt es ein Schulzentrum – und das hat noch Kapazitäten!“ Wer wie der Landkreis aufs Geld schauen müsse, sei gut beraten, wenn er auf aufwendige Schulneubauten verzichte und statt dessen auf bereits bestehende Gebäude zurückgreife. Schäfer selbst war weiland zunächst von Rolfshagen und dann von Obernkirchen aus zur Schule nach Rinteln gefahren – „den umgekehrten Weg, von Rinteln nach Obernkirchen, kann man Schülern ebenso zumuten“, sagt er.

 Jörg Hake bricht ebenfalls eine Lanze für die Bergstadt-IGS, deren Erhalt und Stärkung. „Gesamtschulen“, so der SPD-Fraktionschef, „leben von einer ausgewogenen Drittelung aus für die Hauptschule, die Realschule und das Gymnasium Empfohlenen.“ Sprich, man brauche für jede Kategorie genug Kinder. Besagte Drittelung aber erreiche im Landkreis derzeit nur Stadthagen; alle anderen seien noch auf dem Weg dahin. Richte man nun auch noch in Lindhorst, Bückeburg und Rinteln jeweils eine IGS ein, „dann“, so Hake, „muss die Frage erlaubt sein: Wo soll diese Drittelung herkommen?“ Denn habe man an einer IGS nur noch schwächere Schüler, werde das System ad absurdum geführt, dem zufolge die Schwächeren von den Stärkeren lernen sollen. Fazit: „Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt“, so der Politiker, „ist die Einrichtung von weiteren IGS‘n nicht zu verantworten.“

 „Ich selbst gehe davon aus, dass es eine weitere IGS geben wird – und zwar in Rinteln“, sagt Horst Sassenberg (CDU). Die Zahlen gäben das her. Doch durch eine IGS in Rinteln werde Obernkirchen „stark gefährdet“. Zwar reichten die Anmeldezahlen in der Bergstadt für die aktuell nur noch geforderte Vierzügigkeit aus, das aber nur durch die Zugänge aus Rinteln. „Würden die wegfallen, hatten wir diese Vierzügigkeit nicht mehr; würden auch noch die Zugänge aus dem Auetal wegfallen, wären wir sogar nur noch bei einer Zweizügigkeit“, warnt Sassenberg. Dann nämlich könne eine IGS in Obernkirchen nicht mehr arbeiten. Sassenberg sieht den Landkreis Schaumburg daher in der Pflicht, den Schulstandort Bergstadt so zuzuschneiden, dass eine Vierzügigkeit erhalten bleibt.

 „Alles richtig“, meint Michael Dombrowski mit Blick auf eine auch von ihm gewollte Bestandssicherung der IGS Obernkirchen. Doch der Grüne mag – zunächst – Teil zwei der obigen Resolution nicht mittragen; wie berichtet sieht der vor, die IGS Obernkirchen um eine Oberstufe zu erweitern. „Da jetzt schon vorzupreschen, das halte ich für verfrüht“, so Dombrowski. Denn Schüler sollten eine Oberstufe wohnortnah zur Verfügung und damit kurze Wege haben – allein schon, um Beförderungskosten zu sparen. Dass sich Dombrowski am Ende doch noch überzeugen lässt und die Botschaft an den Landkreis als Ganzes unterstützt, liegt nicht zuletzt an Sassenberg.

 „Wenn wir jetzt sagen: Wir wollen eine Oberstufe in Oberkirchen!, dann ist das ein Gewicht gegen Begehrlichkeiten an anderen Standorten“, betont der Christdemokrat. Dann nämlich könne eines fernen Tages niemand den Bergstädtern entgegnen: „Ihr kommt damit aber viel zu spät.“ tw

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