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Obernkirchen Stadt Kleine Geschichten aus Muttern und Schrauben
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00:17 29.12.2017
„Das Telefon geht“: Karl-Heinz Reek hat die Redewendung wörtlich genommen. Die Skulptur ist eines seiner Lieblingswerke. Quelle: leo
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Die „Schraubenmännchen“ sind nicht die Erfindung des 69-Jährigen: Ähnliche Figuren gibt es beispielsweise auch im Internet zu erwerben. Dort hat er sich auch inspirieren lassen. Reek hat die Idee aber noch erweitert.

 „Es gibt so viele Sprichwörter, da habe ich mich gefragt: Warum kombiniert man das nicht mit den Schraubenmännchen?“, erklärt Reek. Angespornt habe ihn aber auch ein früherer Arbeitskollege, der gern Karikaturen zeichnet. So kam auch die Idee zum „gehenden Telefon“ zustande, erzählt Reek. „Mir hat seine Karikatur so gut gefallen, dass ich sie aus Metall nachgebaut habe.“

 Reek bezeichnet sich selbst als Hobbybastler. Künstler will er nicht genannt werden. „Das bin ich nicht“, sagt der gelernte Zweiradmechaniker. Reek interessiert sich für Sprichwörter und Redewendungen – kennt sich mit ihrer Herkunft aus. Ideen für seine Werke hat er genug. Wenn man ihn darauf anspricht, sprudeln Pläne über neue Skulpturen nur so aus ihm heraus. Oft würde ihm nachts etwas Neues einfallen. „Einmal ist mir in den Sinn gekommen, meine Skulptur von Don Quijote zu verbessern, indem ich ihm mit kleinen Schrauben und Muttern ein Gesicht gebe“, sagt Reek und lacht.

 Das Material für seine Skulpturen besorgt sich der 69-Jährige im Großhandel oder beim Schrotthändler. Nur so sei es möglich, einzelne Schrauben und Muttern zu kaufen, meint Reek. Wenn Karl-Heinz Reek dann daheim in seiner Tiefgarage, die er zu seiner Werkstatt umgebaut hat, loslegt, weiß er oftmals nur ungefähr, wie sein kleines Kunstwerk am Ende aussehen wird. Meist würden ihm bei der Arbeit noch Ideen kommen.

Wasserträger künstlerisch in Szene setzen

Mit einer Elektrode verschweißt Reek Mutter für Mutter und Schraube für Schraube miteinander. Die Teile dafür biegt er sich – falls nötig – am Schraubstock zurecht. So werden aus einer umgedrehten großen Schraube und einem gebogenen Nagel eine Pumpe für die Skulptur „Don Quijote“. Das Schwierigste sei dabei, die richtigen Schrauben und Muttern zu finden, damit später die Proportionen passen. „Man muss alles genau vermessen. Schließlich darf der Kopf nicht größer sein als der Rest“, erklärt Reek. Wenn alles fertig ist, dann besprüht der Hobbybastler seine Skulptur mit Farbe. Für Don Quijote hat er zehn Stunden benötigt.

 Am Ende erzählen die kleinen Männchen aus Schrauben und Muttern eine Geschichte. Es sind eben doch kleine Kunstwerke, an denen Reek hängt. „Das sind alles Unikate.“ Die eine oder andere Figur habe er zwar schon an Freunde und Bekannte verschenkt – echte Unikate. Verkaufen aber würde er sie nur an Liebhaber. Einem Bekannten habe er vor einiger Zeit eine Figur, die auf der Toilette sitzt und Zeitung liest, veräußert. „Die Skulptur mit dem Titel ‚Morgenlektüre‘ steht noch heute bei ihm auf der Toilette“, erzählt Reek. Seine Lieblingswerke sind das gehende Telefon und „Don Quijote“ auf seinem Pferd. „An diesen Skulpturen gefällt mir vor allem das Aussehen.“

 Seine Werke stellt der Bastler gerade im Schmuckgeschäft „Klöpper“ in Obernkirchen aus. Als nächstes will der Obernkirchener den sogenannten Wasserträger künstlerisch in Szene setzen. Das sind die Helfer von Radrennfahrern bei der Tour de France.

 Reek hat schon jetzt eine Vorstellung davon, wie seine Skulptur einmal aussehen soll: „Ich werde eine Figur bauen, die ein Joch mit Wassereimern auf der Schulter trägt und dabei Fahrrad fährt“, verrät Reek. „Für mich ist das ein Zeitvertreib – das ist mal was anderes neben den Kreuzworträtseln“, schmunzelt Reek. leo

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