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„Kleines Aufatmen“ nach harten Verhandlungen

Stellenabbau bei Bornemann geringer als befürchtet „Kleines Aufatmen“ nach harten Verhandlungen

Der mit der beschlossenen Restrukturierung des Pumpenherstellers ITT Bornemann (wir berichteten) einhergehende Stellenabbau am Standort Obernkirchen fällt etwas geringer aus als befürchtet. Die Belegschaft wird statt um 120 nur noch um 98 Mitarbeiter reduziert.

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Informierten über den ausgehandelten Personalabbau und die strategische Neuausrichtung: Stefan Rottke (Geschäftsführer von ITT Bornemann, von links), Axel Weinert (Betriebsratsvorsitzender), Peter-Christian Voigt (IG Metall Nienburg-Stadthagen) und Marc Estorf (Personalchef von ITT Bornemann).

Quelle: wk

Obernkirchen. Darauf hatte sich der Betriebsrat nach langen Verhandlungen geeinigt. Insgesamt 50 Mitarbeitern ist vor wenigen Tagen bereits betriebsbedingt gekündigt worden – und zwar je nach Vertrag beziehungsweise deren Betriebszugehörigkeit mit einer ein- bis siebenmonatigen Kündigungsfrist. Die übrigen 48 Stellen sollen durch das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge sowie durch Altersteilzeit-Regelungen und von Mitarbeitern selbst ausgesprochene Kündigungen eingespart werden. Das berichtete Axel Weinert, Vorsitzender des Betriebsrates, gestern während eines Pressegespräches.

Ferner informierte er darüber, dass alle Mitarbeiter, denen gekündigt worden ist, die Möglichkeit haben, ab 1. Oktober in eine Transfergesellschaft zu wechseln, in der sie bis zu zwölf Monate bleiben können. Die Transfergesellschaft zahlt ihnen während der ablaufenden Kündigungsfrist ein monatliches Gehalt in Höhe von 100 Prozent ihres bisherigen Monatsgehaltes. Nach Ende der Kündigungsfrist erhalten sie dagegen nur noch 80 Prozent. So oder so werden alle Mitarbeiter, denen gekündigt worden ist, ab 1. Oktober von der Arbeit bei ITT Bornemann freigestellt.

„Durch die Transfergesellschaft sind diese Mitarbeiter erst einmal für zwölf Monate abgesichert“, betonte Weinert. Zudem hätten sie die Möglichkeit, an Qualifizierungsmaßnahmen teilzunehmen. Ferner erhalten all jene Mitarbeiter, die sich für den Eintritt in die Transfergesellschaft entscheiden, einen „kleine Abfindung“. Wer von diesem Angebot keinen Gebrauch macht, bekommt stattdessen eine „große Abfindung“ ausgezahlt.

„Aus Sicht des Betriebsrates haben wir ein gutes Verhandlungsergebnis erreicht“, resümierte Weinert. Aber deshalb hätten sich die – mit Unterstützung der IG Metall geführten – Verhandlungen über den Sozialplan und den Interessenausgleich ja auch über viele Monate hingezogen. Die Stimmung in der Belegschaft sei in dieser Zeit „natürlich sehr gedrückt“ gewesen, weil niemand habe abschätzen können, wer genau von dem Stellenabbau betroffen sein würde. Jetzt aber gebe es – zumindest bei den nicht betroffenen Mitarbeitern – diesbezüglich „ein kleines Aufatmen“. Über das Verhandlungsergebnis wurde die Belegschaft gestern in einer Betriebsversammlung informiert.

Bornemann habe die Verhandlungen „hart, aber konstruktiv“ geführt, ergänzte Peter-Christian Voigt, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Nienburg-Stadthagen. Herausgekommen sei „ein Ergebnis, das tragbar ist“. Dabei bezeichnete er es als „positiv“, dass eine außergerichtliche Einigung erzielt werden konnte.

Das Testat „hart, aber konstruktiv“ maß Stefan Rottke, der Geschäftsführer von ITT Bornemann, im Gegenzug dem Verhandlungsstil der beiden Belegschaftsvertreter bei. Darüber hinaus berichtete er, dass nach der Restrukturierung, also ab 2016, rund 370 Mitarbeiter am Standort beschäftigt bleiben. Die aktuellen Personaleinsparungen dürften ausreichen, „um mit dieser Kernmannschaft für die Zukunft gewappnet zu sein“.

In diesem Kontext wies er darauf hin, dass sich Bornemann nicht zuletzt als Reaktion auf durch den Verfall des Ölpreises bedingte Auftragsrückgänge strategisch neu ausrichtet. Im Unternehmen werde man sich auf die Kernkompetenz im Bereich der zweispindeligen Schraubenspindelpumpen konzentrieren, ein Segment, in dem man Technologieführer sowie einer der weltweit bedeutendsten Hersteller sei.

Die Produktion von Exzenterschneckenpumpen gebe man auf, wobei allerdings noch zwei bis 2016 laufende Kundenverträge erfüllt würden, so Rottke. Die von diesen beiden Kunden bestellten Pumpen werden nicht mehr aus von Bornemann hergestellten Teilen, sondern aus von externen Zuliefern bezogenen Teilen montiert. Über 2016 hinaus werde man für Exzenterschneckenpumpen nur noch ein Ersatzteilgeschäft betreiben, für das man auf Teile von Zulieferern zurückgreifen werde. wk

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