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Kommune ist nicht für alles zuständig

Lebensqualität im Alter Kommune ist nicht für alles zuständig

Im Senioren- und Behindertenbeirat Obernkirchens präsentiert der Vorsitzende Erhard Herrmann den Altenbericht der Bundesregierung: Ob man sich damit mal stärker befassen wolle? Schließlich hänge es nicht nur von den persönlichen Umständen ab, wie lange man lebe, sondern auch davon, wo man lebe.

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Neue Zusammensetzung, alte Aufgaben: Renate Ernst, Ute Kleinsorg, Walter Ostermeier und Vorsitzender Erhard Herrmann.

Quelle: rnk

Obernkirchen. Damit, so Renate Ernst, könne man sich gern befassen, aber mit einer Umsetzung werde es schwerer.

Eine zentrale Aussage des „Altenberichtes“: Je älter ein Mensch wird, desto kleiner wird in der Regel sein Aktionsradius, desto mehr Zeit verbringt er im nahen Wohnumfeld und in der Wohnung. Die Lebensqualität im Alter hängt deshalb in besonderem Maße von den lokalen Umständen ab.

Eine Kernbotschaft des Berichtes lautet: Die Kommunen können und sollen die örtlichen Rahmenbedingungen für das Älterwerden maßgeblich gestalten. Ihre Gestaltungsmöglichkeiten und Kompetenzen sollten deshalb gestärkt und ausgebaut werden, vor allem in der Pflege, im Bereich Wohnen sowie im Gesundheitswesen.

Kein Geld für bessere Lebenssituation älterer Bürger

Das Problem dabei: Viele Kommunen haben nur geringe oder gar keine finanziellen Spielräume für wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation ihrer älteren Bürgerinnen und Bürger. Dies betrifft vor allem hoch verschuldete Kommunen. „Gesundheitsversorgung“, so führte Bürgermeister Oliver Schäfer aus, „ist Bundesaufgabe, Kommunen haben keinen Einfluss.“

Schäfer nutzte die Debatte, um ein paar Zahlen einfließen zu lassen, die man mit Obernkirchen nicht unbedingt verbinden würde, jedenfalls nicht in der öffentlichen Wahrnehmung: Durchschnittlich komme in Deutschland auf 1600 Patienten ein Arzt. In der Bergstadt sei das Verhältnis besser, ein Arzt für 1000 Patienten. In Niedernwöhren, nicht weit entfernt, laute das Verhältnis eins zu 4000. „Gefühlt ist es anders“, meinte Schäfer mit Blick auf die Bürger der Bergstadt und ihre Ärztesituation. Und beim Thema Leben und Wohnen sei es mit der Zuständigkeit natürlich anders als bei der Gesundheitsversorgung. „Da kann sich die Kommune nicht rausreden.“

Kurz ging es in der Sitzung auch um das Geld, das dem Beirat zur Verfügung steht. Es sind 500 bis 1000 Euro pro Jahr, die aus dem Haushalt der Stadt kommen, dazu gibt es auf einem Konto noch 952 Euro. Das Geld, schlug Bürgermeister Schäfer vor, solle weiterhin eigenverantwortlich verwaltet werden, und am Schluss eines Jahres erhält die Stadt eine Abrechnung.

Ausstellung über Geschichte und Aufgaben des SoVD

Robert Rammelsberg war bei der Sitzung als Gast dabei, denn der Sozialverband, dessen Ortsvorsitzender er ist, wird 100 Jahre alt. Es wird eine zentrale Veranstaltung geben, und sie wird in Obernkirchen stattfinden, weil die Stadt mitten in Schaumburg liegt. Eine öffentliche Ausstellung soll vom 14. bis 21. August einen Überblick über die Geschichte und die Aufgaben des SoVD geben, dazu kommen Veranstaltungen.

Für die Ausstellung wird vor allem eines benötigt: Viel Platz, denn sie umfasst eine Länge von rund 16 Metern. In der Liethhalle? Zu weit weg. Der leer stehende Aldi-Markt? Bietet 700 Quadratmeter Platz, aber in diesen „schmucklosen Räumlichkeiten“, so Schäfer, würde man sich schnell einsam und verloren fühlen. Vielleicht der Stiftssaal? „Nicht barrierefrei, und wie würde das aussehen?“, so Rammelsberg: Eine Ausstellung zum 100. des SoVD – und Rollstuhlfahrer können sie nicht sehen? Das gilt auch für die katholische Kirche. Rote Schule? Dort gibt es oben und unten Kindergarten. Am Schluss war noch ein Ort in der Verlosung: der ehemalige Rossmann-Markt in der Innenstadt. Zum Investor soll Kontakt aufgenommen werden, dann sieht man weiter.

Altenhilfe auf lokaler Ebene

Mit Blick auf eine Zusammenarbeit mit anderen Vereinen will Beirats-Vorsitzender Hermann Kontakt aufnehmen mit dem Betreuungsverein Schaumburg und dem Fachdienst Altenhilfe des Landkreises. Eine solche Vernetzung der lokalen Akteure empfiehlt übrigens auch der „Altenbericht der Bundesregierung“: Auf lokaler Ebene könnten die Herausforderungen des demografischen und sozialen Wandels besser bewältigt werden, wenn mehr Planung, Abstimmung, Vernetzung und Koordinierung zwischen den Akteuren der lokalen Seniorenpolitik stattfinde. Lokale Projekte der Altenhilfe würden besser funktionieren und mehr Menschen erreichen, wenn sie von mehreren Akteuren gemeinsam initiiert und umgesetzt würden. wk

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