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Kommunen für Leid nicht verantwortlich

Bückeburg/Obernkirchen / Tierschützer Kommunen für Leid nicht verantwortlich

Der in unserer Dienstag-Ausgabe veröffentlichte Artikel über die Geldnot des Bückeburger Tierheims und die Aussicht auf dessen mögliche Schließung haben weit über die Ex-Residenz Wellen geschlagen.

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Bückeburg/Obernkirchen. Aber sind tatsächlich die Vertragskommunen verantwortlich an der finanziellen Schieflage der Einrichtung? „Nein“, sagt Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer und widerspricht damit der Darstellung der Vereinsvorsitzenden, Monika Hachmeister.

 Entscheidend sei dabei, die diversen Tätigkeiten des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln und Umgebung klar zu unterscheiden und auseinanderzuhalten, erläutert Schäfer. Zum einen kümmere sich der Verein um Fundtiere, und das seien eben tatsächlich nur solche Vierbeiner, die nachweisbar ihrem Besitzer abhanden gekommen seien und darauf warteten, zu ihm wieder zurückzukommen. „Und nur für diese Tiere sind wir als Kommunen gesetzlich zuständig und haben darüber mit dem Tierschutzverein einen gültigen Vertrag“, so Schäfer. Gäbe es einen solchen Vertrag nicht, so müsste eine Stadt wie Obernkirchen für deren Unterbringung ein eigenes Gelände sowie deren Versorgung eigenes Personal vorhalten.

 „Der Begriff des Fundtiers ist ganz klar gesetzlich geregelt und wird von den Kommunen keinesfalls willkürlich gewählt“, sagt der Bürgermeister. Damit sei klar festgelegt, für welche Tiere die Gemeinden finanziell aufkommen müssten und für welche nicht. „Diesen Verpflichtungen sind wir als Kommunen schon immer nachgekommen und werden wir ihnen weiter nachkommen“, so der Bürgermeister.

 Außer diesem so klar definierten Bereich der Fundtiere sei der Trägerverein des Tierheims aber auch auf dem Gebiet des eigentlichen Tierschutzes tätig. Und genau darunter falle, so Schäfer, die hohe Zahl herrenlos gewordener, ausgesetzter und verwilderter Hunde und Katzen, die in erster Linie für den enormen Kostenanstieg im Bückeburger Tierheim gesorgt habe. „Die Verantwortung für den Tierschutz ist aber nicht bei den Kommunen angesiedelt, sondern beim Veterinärwesen des Landkreises“, betont Schäfer. Dies gelte für ausgesetzte Katzen, die sich im Freien unkontrolliert vermehrten und vor allem im Winter Not litten, genauso wie für Tiere, um die sich ihre Besitzer nicht mehr kümmern könnten.

 „Wenn sich beispielsweise in der Wohnung eines Menschen, der gestorben oder krank oder pflegebedürftig geworden ist, viele Katzen anfinden, um die sich auf einmal niemand mehr kümmert, dann liegt ein solcher Fall klar in der Verantwortlichkeit des Landkreises“, nennt Schäfer als Beispiel. Auch ausgesetzte Katzen, die sich in Freiheit wild vermehren, oder Vierbeiner, die von ihrem Besitzer ins Tierheim gebracht würden, um sich davon zu trennen, fallen laut Schäfer in diese Kategorie. „Ich verstehe sehr gut, dass der Tierschutz ein hochemotionales Thema ist, das die Menschen außerordentlich bewegt, insbesondere diejenigen, die sich darin engagieren.“ Auch mache ihn die schwierige Situation des Tierheims sehr betroffen. Eine Schuldzuweisung an die Adressen der Kommunen kann und will der Obernkirchener Bürgermeister aber nicht unwidersprochen im Raum stehen lassen: „Wir als Kommunen sind uns unserer Verantwortung bewusst und kommen ihr nach.“ jp

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