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Krimi-Dinner im Kirchturm

Obernkirchen / Leseclub „Zeitver(sch)wender“ Krimi-Dinner im Kirchturm

Zeit ist ein kostbares Gut, denn jeder Tag, der ungenutzt verstreicht, ist für immer verloren. Vergeudet, um es genau zu sagen. Über das, was eine sinnvolle Beschäftigung ist, kann man indes vortrefflich streiten.

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Aktuell setzt sich der Leseclub „Zeitver(sch)wender“ aus sechs jungen Frauen und einem männlichen Mitglied (fehlt auf dem Bild) zusammen.

Quelle: wk

Obernkirchen. Nicht ohne Grund haben sich die aktuell sieben Mitglieder des sich jeden dritten Mittwoch im Monat (18 bis 19.30 Uhr) im Jugendkeller des Gemeindezentrums Rote Schule treffenden Leseclubs den zweideutigen Namen „Zeitver(sch)wender“ gegeben. Denn während die Beschäftigung mit Büchern – verglichen mit etwa Fernsehen gucken, Computerspiele spielen und sich in sozialen Netzwerken tummeln –für viele junge Leute die reinste Zeitverschwendung ist, empfinden die 16 bis 19 Jahre alten Literaturfreunde das Lesen von Büchern und den gemeinsamen Austausch darüber als eine das Leben bereichernde Form der Zeitverwendung.

 Seit fünf Jahren gibt es den Leseclub bereits, der von der Location und der Präsenz der eigenen Homepage (siehe unten) abgesehen übrigens nichts mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Obernkirchen zu tun hat, berichtet Julia Schönbeck (16). Thematisiert und intensiv diskutiert werden in erster Linie Jugendbücher wie etwa „Skogland“ (Kirsten Boie), „Der Erdbeerpflücker“ (Monika Feth), die „Tintenwelt“-Trilogie (Cornelia Funke) und sämtliche Mega-Seller der „Harry Potter“-Reihe (Joanne K. Rowling), mitunter aber auch Bücher für Kinder und Erwachsene. Inzwischen ist es sogar so, dass die „Zeitver(sch)wender“ von einigen Verlagen sogenannte Rezensionsexemplare zugeschickt bekommen, über die sie dann nach erfolgter Lektüre als Gegenleistung eine Rezension verfassen – und das durchaus kritisch, wohlgemerkt. Darüber hinaus haben sie in der jüngeren Vergangenheit diverse Kontakte zu Buchautoren geknüpft, von denen sie auch schon einige zu Autorenlesungen nach Bückeburg und Rinteln geholt haben.

 Buchliebhaber werden zu „Literanauten“

 Der vorläufige Höhepunkt ihres gemeinsamen Hobbys ist in diesem Jahr die Beteiligung an der vom Arbeitskreis für Jugendliteratur initiierten bundesweiten Aktion „Literanauten überall“. Dabei handelt es sich um ein „Leseförderungsprojekt von Jugendlichen für Jugendliche“ im Rahmen des 2013 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufenen und auf fünf Jahre angelegten Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“.

 „Lesen ist eine Schlüsselkompetenz, die die Bildungskarriere maßgeblich bestimmt und damit wesentlicher Bestandteil kultureller Bildung“, heißt es dazu auf der Homepage (www.jugendliteratur.org) des Arbeitskreises. „Auch in unserer digitalen Welt ist es das elementare Medium des Lernens.“ Zudem gebe Lesen Anlass zum sozialen Austausch mit anderen Menschen und sei der Schlüssel zur Literatur, die wiederum als gesellschaftliches Gedächtnis diene und neue Welten eröffne.

 „Aber nicht allen Jugendlichen stehen die Türen zu diesen Universen offen, zum Beispiel weil sie nicht über ausreichende Lesefähigkeit verfügen, keinen Zugang zu Büchern haben oder aus einem Umfeld kommen, in dem Lesen keine Wertschätzung erfährt“, führt der in München ansässige Verein weiter aus. Mit der Initiative „Literanauten überall“ wolle man daher eine Brücke bauen: „Lesebegeisterte Jugendliche sollen aktiv werden und Maßnahmen entwickeln, die auch Jugendliche ansprechen, die bisher wenig Berührungspunkte mit Literatur hatten. Die Wege, um auf Bücher neugierig zu machen und Leselust zu teilen, sind dabei so vielfältig wie die Leseclubs, die sich mit ihren Ideen an der Initiative beteiligen.“

 Veranstaltungen in der Stadtbücherei

 So weit, so gut. Stellt sich die Frage, was die „Zeitver(sch)wender“ zu dieser Initiative beisteuern werden? In den kommenden zwölf Monaten wolle man in Kooperation mit der Stadtbücherei drei bis fünf Literatur-Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche ausrichten, erklärt Schönbeck. Den Auftakt macht dabei ein unter dem Motto „Piraten und Piratenschatz“ stehendes „Krimi-Dinner“ im Kirchturm der altehrwürdigen Stiftskirche, an dem Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren teilnehmen können. Der Termin: Sonnabend, 26. Oktober, 18 Uhr.

 In der Praxis wird das Ganze laut Mareike Kluge (19) so ablaufen, dass nach einem einleitend gezeigten Trailer jedem Dinner-Gast eine bestimmte Rolle zugeteilt sowie eine passende Beschreibung nebst kleineren Requisiten ausgehändigt wird. Die Leseclub-Mitglieder treiben die von ihnen ausgearbeitete Story dann voran, während es an den anderen Teilnehmern liegt, bei Pizza und Getränken herauszufinden, wer bei diesem Rollenspiel letzten Endes der Mörder ist und wo der Piratenschatz versteckt ist. Anmeldung:

 Aus organisatorischen Gründen und weil die Anzahl der Dinner-Gäste auf 14 Personen begrenzt ist, ist eine Anmeldung bis zum 20. Oktober erforderlich. Weitere Infos dazu und zum Leseclub im Internet unter www.zeitverwender.de. wk

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