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Obernkirchen Stadt Künstler aus Pakistan und Litauen nehmen teil
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Künstler aus Pakistan und Litauen nehmen teil
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00:32 09.03.2018
Quelle: Archiv
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Obernkirchen

Die Künstler für die diesjährige ausgewählt und die ersten Entwürfe und Steinwünsche an den Steinbruch weitergeleitet, damit ab dem 31. Juli zwei Wochen lang auf dem Kirchplatz gearbeitet und Kunst geschaffen werden kann.

Ein Kunstwerk aus dem Jahr 2015 hat die Bergstadt jetzt verlassen: Gisela Mildes „Shelter“ ist umgezogen, es soll in der Nähe des Doms in Bardowick aufgestellt werden, Künstlerin Milde ist dort beheimatet. Über zwei Ecken findet sich schnell ein Bezug zu Obernkirchen: Seit 1850 ist der Träger des Doms, einer ehemaligen Stiftskirche, die Klosterkammer Hannover. „Mein Liebling war es nicht“, sagt Charlotte Köster als Vorsitzende des Trägervereins Internationale Obernkirchener Bildhauer-Symposium (IOBS), aber sie meint das nicht mit Blick auf den künstlerischen Wert, sondern allein auf die schiere Größe des Steinwerkes: „Es war schwierig unterzubringen.“

Bewerber aus Pakistan und Litauen

Bei der Auswahl der Künstler ist der IOBS-Vorstand vor allem im deutschen Raum fündig geworden. Es werden Steinbildhauer aus Dresden, Hamburg und Stuttgart kommen, einer hat sich aus Pakistan beworben und wurde genommen, und auch aus Litauen wird ein Künstler anreisen.

Das wiederum dürfte den Bürgermeister freuen, der zur gleichen Zeit eine Abordnung aus der litauischen Stadt Pasvalys empfangen wird, der man sich freundschaftlich verbunden fühlt. Denn in diesem Herbst ist es genau zehn Jahre her, dass eine Abordnung aus Obernkirchen erstmals die litauische Stadt besuchte und damit den Grundstein für die freundliche Verbundenheit legten. Mit Antonella Tiozzo aus Italien kommt eine Künstlerin zum Symposium, die bereits 2015 in Obernkirchen dabei war.

Unterstützung trotz Besitzerwechsel

„Eine kleine Änderung gab es allerdings im Vorfeld“, sagt Charlotte Köster. Es seien strenge Vorgaben gemacht worden. Nicht allein der künstlerische Wert der eingereichten Vorschläge sei ausschlaggebend bei der Auswahl gewesen, sondern auch die Art, wie das geplante Kunstwerk umgesetzt werden soll: Wer mit der Hand arbeitet, hatte bessere Karten als ein Künstler, der mit Pressluft und Schneidmaschine arbeitet. Zwar ist der Einsatz der Maschinen nur am Morgen erlaubt, um den Lärmpegel den restlichen Tag niedrig zu halten, aber den meisten Künstlern war dies mehr oder weniger egal: „Es hat sich kaum einer dran gehalten“, so Köster.

Auch nach dem Besitzerwechsel unterstützt der Steinbruch das Symposium. Die von den Künstlern eingereichten Vorschläge und Entwürfe mit allen Abmessungen hat der Trägerverein an den Steinbruch weitergeleitet, damit das Material gestellt werden kann. Schon beim Besitzerwechsel war dem neuen Eigentümer des Steinbruchs durch den Landkreis und die Stadt signalisiert worden: „Hier gibt es alle drei Jahre eine Großveranstaltung, die sehr stark auf die Unterstützung des Steinbruchs angewiesen ist.“

Künstler wohnen unter einem Dach

Der Reiz des Symposiums für die Künstler wurde noch ein kleines Stück erhöht: Sie schauten sich bislang gegenseitig bei der Arbeit zu, lernten voneinander – und diskutierten und sangen miteinander, ehe sie sich abends wieder in ihre Privatquartiere zurückzogen. Dieses Jahr wohnen sie alle unter einem Dach, sie sind im westlichen Stift untergebracht. Das dürfte das Zusammenhaltsgefühl noch einmal deutlich steigern.

Der Flyer und das Plakat für das Spektakel sind fertig, sie müssen nur noch gedruckt werden. Im April wollen sich alle Beteiligten noch einmal zusammensetzen und über die letzten Einzelheiten entscheiden. Im Gespräch ist auch eine kleine flankierende Bilderausstellung wie 2015.

Und dann darf sich der Besucher zwei Wochen lang einmischen oder einfach still in der Abendsonne vor dem kleinen „Trafohaus“ sitzen. rnk

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