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„Lasst uns das in Angriff nehmen“

Künstler-Ateliergemeinschaft kontra Ladenleerstand „Lasst uns das in Angriff nehmen“

Was soll man drumherumreden: Die leerstehenden Ladengeschäfte in der Innenstadt sind nicht nur wegen der mit den jeweiligen Geschäftsaufgaben verlorenen gegangenen Gewerbesteuern ein Problem. Denn die verwaisten Geschäftsräume bieten einen trostlosen Anblick, der in einem harten Kontrast zu den noch verbliebenen, etablierten Einzelhandelsgeschäften steht.

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So schön wie die historische Kernstadt in machen Bereichen auch ist: Für die hier und da in der City zu findenden leerstehenden Geschäfte muss eine Lösung gefunden werden.

Quelle: wk

OBERNKIRCHEN. Und so schön wie etwa das Gebäudeensemble rund um den Kirchplatz sowie die meisten der am Markplatz gelegenen Altbauten auch aussehen, dürfte bei Touristen und anderen Besuchern der Bergstadt nach einem Bummel durch die City doch ein geteilter Eindruck verbleiben: Hier hübsch sanierte und gut erhaltene Immobilien, dort die Zeichen eines wirtschaftlichen Niederganges.

Im Bemühen, dem zu begegnen, soll eine in der Arbeitsgruppe Stadtlabor schon vor längerer Zeit aufgekommene Idee nun in die Tat umgesetzt werden und so zumindest einen Leerstand beseitigen: Mehrere Künstler und Kunsthandwerker schließen sich zu einer kleinen Ateliergemeinschaft zusammen, mieten eines der ungenutzten Ladengeschäfte und stellen dort ihre Kunstwerke aus. Zudem könnten sie sich im Rahmen eines „offenen Ateliers“ bei ihrem kreativen Schaffen über die Schulter schauen lassen.

Das berichtete die Stadtkoordinatorin Dörte Worm-Kressin bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung, zu der sie an solch einem Projekt interessierte Kunstschaffende eingeladen hatte. Zu dem Treffen gekommen waren fünf bildende Künstler und ein Vertreter des Obernkirchen-Netzwerkes „Strull & Schluke“. Geeignet für solch ein Vorhaben sei eine Räumlichkeit, in der man bei der kreativen Arbeit mit Farbe kleckern und auch sonst wie Dreck machen kann, ohne Ärger mit dem Vermieter zu bekommen, konkretisierte Worm-Kressin. Dabei müsse der entsprechende Laden selbst zwar nicht besonders attraktiv sein, er sollte aber über eine sanitäre Einrichtung respektive Toilette verfügen. Und der monatliche Mietpreis sollte so gering sein, dass sich die (Hobby–) Künstler diesen auch leisten können. Toll wäre es zudem, wenn sich ein Vermieter finden würde, der der Ateliergemeinschaft das Objekt für den genannten Zweck zunächst für vielleicht ein halbes Jahr kostenlos überlässt, damit die zu gründende Gruppe erstmal schauen könne wie es mit dem Projekt läuft.

„Obernkirchen braucht so etwas"

„Obernkirchen braucht so etwas – ein offenes Atelier“, zeigte sich Lieselotte Dehler-Schmahl, die Leiterin der „Info-Galerie Obernkirchen“, von dieser Idee begeistert. Mehr noch: Dies sei ein Vorhaben, mit dem die Stadtkoordinatorin in der hiesigen Kunstszene sicherlich Türen einrenne. Zum einen weil es viele Leute gebe, die gerne in einer Gemeinschaft künstlerisch arbeiten würden, zum anderen, da solch eine Lokalität eben die Möglichkeit bieten würde, fertige Kunstwerke der Öffentlichkeit zu präsentieren – und diese zu verkaufen.

In diesem Kontext verwies Dehler-Schmahl darauf, dass sie ein paar Leute kenne, die durchaus Interesse an so einem Atelier-Projekt hätten. Aber: „Es muss schon ein Raum sein, der viel Licht hat.“ Hierzu merkte Worm-Kressin an, dass man bei allen infrage kommenden Leerständen das Problem habe, dass man dort – abgesehen von dem durch die Schaufensterfront einfallenden Tageslicht – mit Kunstlicht vorlieb nehmen müsse. Und letztlich dürfte es vermutlich das Geld sein, das darüber entscheidet, ob sich mehrere Kunstschaffende finden, die gemeinsam ein solches Ladengeschäft anmieten und es in ein Atelier umfunktionieren. Dennoch: „Lasst und das in Angriff nehmen und nicht lange rummachen“, appellierte Dehler-Schmahl. Worm-Kressin teilte noch mit, dass sie zwar schon ein bestimmtes Objekt für dieses Vorhaben ins Auge gefasst habe, allerdings stehe diesbezüglich noch ein Gespräch mit der Vermieterseite an, sodass das Ganze noch nicht spruchreif sei. Unabhängig davon führe sie aber auch Gespräche mit anderen Gebäudeeigentümern, um ein passendes Ladenlokal zu finden. wk

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