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Leiter des Seniorenzentrums verabschiedet

Obernkirchen / Sonnenhof Leiter des Seniorenzentrums verabschiedet

Es ist wie so oft im Leben. Am Ende kommen Dinge an Tageslicht, von denen man nichts geahnt hat. So auch im Fall von Werner Hobein: 27 Jahre lang, also die gesamte Zeit, in der er für die Leitung des Obernkirchener Seniorenzentrums Sonnenhof zuständig gewesen ist, hatte er in seinem Büro doch tatsächlich eine kleine Flasche „Mariacron“ verwahrt.

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Präsent mit Symbolkraft: Bei seiner Verabschiedung überreicht Werner Hobein (rechts) das ungeöffnete Weinbrand-Fläschen, das er vor 27 Jahren zum Einstieg geschenkt bekam, an Nachfolger Tobias Schramme.

Quelle: wk

Obernkirchen. Alkohol! Gedacht war der Weinbrand als Seelentröster, wenn der Frust wegen zu viel Arbeit, schwieriger Mitarbeiter oder der knauserigen Pflegekasse zu groß wird. Geöffnet hat er das Fläschchen nie. Musste er auch nicht, denn – so das „Geständnis“ des 65-Jährigen bei seiner feierlichen Verabschiedung: „Ich bin jeden Tag gerne in den Sonnenhof gekommen.“

 Und dass, obwohl er – zweites Geständnis – nach seinem Amtsantritt 1986 nur fünf Jahre in Obernkirchen bleiben wollte. Nicht zuletzt die Freude an der Arbeit, die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Personal und dem Obernkirchener Altersheimverein als Träger des Seniorenzentrums plus die als Klammer über allem stehende „Kontinuität“ waren Gründe, dass 27 Jahre daraus geworden sind. „Es kann sogar lebenslänglich werden“, sagt Hobein mit Blick auf den nun angetretenen Un-Ruhestand und die als Wohnsitz lieb gewonnene Bergstadt. Un-Ruhestand, weil er sich zum einen noch als Geschäftsführer der Wohnanlage Beeker Mühle GmbH um Fertigstellung und Vermarktung des am Mühlenteich geplanten „Betreuten Wohnens“ kümmert, zum anderen mit seiner Freizeit viel anzufangen weiß.

 Aber zurück zu den gelüfteten Geheimnissen: „Ich muss zugegeben, ich hätte mich nicht eingestellt“, räumt Hobein zum Amüsement seiner Zuhörer ein, als er von seinem Vorstellungsgespräch bei Claire Baum berichtet, die mit Ehemann Hans Baum den 1973 abgeschlossenen Neubau des Sonnenhofs durch Gründung des Trägervereins initiiert und finanziell unterstützt hat. Claire Baum hatte den aus Georgsmarienhütte angereisten und vom damaligen Vereinsvorsitzenden Hans-Reinhard Schuder empfohlenen Bewerber nämlich als „Mann mit unorthodoxem Lebenslauf“ begrüßt.

 Dass Hobein offenbar die richtige Wahl für den Heimleiterposten gewesen ist, machen bei der Abschiedsfeier die Festredner deutlich: „Ich glaube, die Entwicklung des Sonnenhofes wäre ohne Sie so nicht vorstellbar gewesen“, würdigt Jörg Antoine, der stellvertretende Leiter des Diakonischen Werkes Hannover, das Engagement von Hobein, dem dafür „Dank und Respekt“ gebühre. Als Zeichen der Anerkennung hat er zudem eine „Kronenkreuz-Nadel in Gold“ der Diakonie mitgebracht.

 Eberhard Hesse, Vorsitzender des Obernkirchener Altersheimvereins, erinnert indes an die „von großem gegenseitigen Vertrauen geprägte Zusammenarbeit“, aufgrund der man vieles „auf dem kleinen Dienstweg“ klären konnte, während die Vize-Vereinsvorsitzende Sybille Schlusche verrät, dass sie Hobein auch wegen dessen „unermüdlichen Engagements“ und dessen „Weitsicht“ schätzt. Tobias Schramme, der neue Heimleiter, berichtet schließlich, dass er in den zwei Jahren seiner quasi Einarbeitungsphase und vorausgegangenen studentischen Praktika im Sonnenhof eine von gegenseitiger Wertschätzung bestimmte Atmosphäre erlebt habe.

 Da passt sich gut, dass Hobein für seinen jungen Amtsnachfolger ein Präsent parat hat: die kleine Flasche „Mariacron“. Den 1973, also im Jahr der Sonnenhof-Einweihung, abgefüllten Weinbrand hatte er seinerzeit von seinem Vorgänger Kurt Nieschalke, dem ersten Leiter des Alten- und Pflegeheimes, zum Einstieg geschenkt bekommen. Verbunden mit eben dem Wunsch, dass er, Hobein, nie in die Situation kommen möge, sich mit dem hochprozentigen Inhalt trösten zu müssen, sondern dieses Fläschchen irgendwann ungeöffnet an einen Nachfolger weitergeben könne. In diesem Sinne hat das Tröpfchen nun erneut den Besitzer gewechselt. wk

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