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Obernkirchen Stadt „Manchmal ist es ein Stück weit Detektivarbeit“
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt „Manchmal ist es ein Stück weit Detektivarbeit“
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19:39 30.06.2010
Die Esse mit dem mehrere Tausend Grad heißen Feuer ist naturgemäß das Herzstück der Schlosserei Bornemann. Sehenswert dort sind aber auch die vielen original erhaltenen Werkzeuge. Außerdem erlebt man hier das Schmiedehandwerk „live“: Hans-Jürgen Brandt (vorne) schlägt gerade einen Nagel zurecht, sein Kollege Berthold Kasprik kümmert sich um die brennende Steinkohle. Quelle: jh

Obernkirchen (mld). Was es hier zu sehen gibt, ist selten: Die große Mehrheit der Stücke in der Schlosserei aus dem Jahr 1816 sind Originale. „Gelebte Industriegeschichte“, nennt Brandt das.
Er hat das Schmiedehandwerk nicht erlernt, war 34 Jahre lang Soldat bei den Heeresfliegern, ist ausgebildeter Maschinenschlosser. Weswegen er jetzt einmal in der Woche und an so manchem Sonntag in der Schmiede steht? „Ich will das Handwerk nicht aussterben lassen.“

Als er vor drei Jahren in Rente ging, war sein Traum, wieder zu schmieden, wie er es in den späten Sechzigern in der Ausbildung gelernt hatte. Er suchte einen Ort, wo er schmieden konnte – und traf den Obernkirchener Historiker Rolf-Bernd de Groot, der als Vorsitzender des „Kulturfensters“ derzeit damit beschäftigt war, die Schlosserei zu restaurieren, nachdem sie seit den sechziger Jahren nicht mehr genutzt worden war. Ob Brandt nicht in der Schlosserei wieder den Hammer schwingen wolle?

Die Idee ruhte ein Dreivierteljahr lang, bis die Neueröffnung der Schlosserei näher rückte – und de Groot wieder an Brandt herantrat. „Jetzt bin ich ein bisschen über mein eigenes Ziel, wieder ein wenig schmieden zu wollen, hinausgeschossen“, sagt Brandt, der mit Hemd, Jeans und Lederschurz in der Schlosserei steht, und lacht.

Dass der Helpsener Berthold Kasprik dazukam, war Zufall: Er hatte über die Eröffnung der Schlosserei am 6. September 2008 gelesen und zu seiner Frau gesagt: „Da müssen wir hin.“ Er ist gelernter Schmied, hat sein Leben lang als Schmied gearbeitet, ist inzwischen im Ruhestand, auch wenn er zu Hause, wie er beschreibt, noch immer eine Feldschmiede betreibt.

Am Eröffnungstag traf Kasprik auf Brandt – und die zwei ehrenamtlichen Betreiber der historischen Schlosserei standen fest. „Inzwischen weiß der eine, was der andere denkt“, sagt Kasprik, Brandt lacht.
Spaß mache ihm nicht nur, das aussterbende Handwerk des Schmieds am Leben zu erhalten, sondern auch die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen, die ab und zu die Schlosserei besuchen: „Wenn sie mit Glanz in den Augen hier rausgehen, ist das ein echtes Highlight.“

Kinder ab etwa zehn Jahren und Jugendliche, sie sind regelmäßig in dem kleinen Gebäude in der Neumarktstraße, denn oft kommen Schulklassen zu Besuch. Dabei haben die beiden Schmiede schon denkwürdige Beobachtungen gemacht: dass Mädchen oft entschlossener den Hammer schwingen als Jungen zum Beispiel. Oder dass der größte Klassen-Chaot in der Schlosserei auf einmal bestes Verhalten an den Tag legt.

Denn ein Besuch in der Schlosserei ist nicht nur wie ein Einblick in die letzten Jahrhunderte, als Bohrmaschinen noch per Hand betrieben wurden und Drechsler hauptsächlich aus Holz bestanden und per Fuß betrieben wurden – natürlich kann man sich auch selbst ausprobieren, den Hammer schwingen oder manche der historischen Werkzeuge benutzen, ein Gefühl dafür bekommen, was das Material wert war, als es noch keine Baumärkte gab.

Neben einem lebendigen Industriedenkmal gleicht die Schlosserei ein Stück weit auch noch einem Rätsel: „Hier gibt es die eine oder andere Ecke, die wir noch nicht ausgeflöht haben“, sagt Brandt. Welches Werkzeug wohin gehöre, müsse anhand der alten Bohrlöcher nachvollzogen werden – und bei dem ein oder anderen Stück ist auch die frühere Funktion noch komplett unbekannt. „Das gleicht manchmal Detektivarbeit“, sagt Kasprik. „Es bleibt immer spannend.“

Besuchszeit: Der nächste Termin der „Offenen Werkstatt“, bei der die Schlosserei besichtigt werden kann, ist der kommende Sonntag, 4. Juli. Informationen gibt es in der Infogalerie Obernkirchen unter (0 57 24) 9 71 60 00.

Am kommenden Samstag wird in der Straße „Am Lehmhof“ wieder die Post abgehen, besonders in der Hütte des Puddingsrotts. Diese Gemeinschaft ist in vielerlei Hinsicht ein Novum für den Bereich der Bergstadt. Sie wird nämlich seit zehn Jahren von Maria Struckmeier geleitet. Sie ist seit 18 Jahren dabei und die einzige Rottführerin weit und breit. Stellvertreter ist ihr Ehemann Helmut.
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