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Maroder Regenwasserkanal wird saniert

Der Riesen-Aufriss Maroder Regenwasserkanal wird saniert

Die Bergstadt wird im kommenden Jahr viel Geld „versenken“ müssen – und das ist wörtlich gemeint, denn: Der Regenwasserkanal an der Eilsener Straße (K11) ist marode, muss im Zuge des Komplettausbaus dringend erneuert werden.

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Das Kanalsystem der Eilsener Straße soll ab Stettiner Straße bergauf Richtung Stadtzentrum komplett erneuert werden.

Quelle: tw

Obernkirchen (tw). Die Kosten schlagen je nach Sanierungsart im Etat 2017 mit 625000 bis 665000 Euro zu Buche.

 Anhören musste sich das der Bauausschuss, der unter Regie von Manfred Eßmann (SPD) im Rathaus zusammengekommen ist. Jetzt beraten die Politiker in den Fraktionen; eine Entscheidung soll bis Frühjahr 2016 gefallen sein, die Maßnahme selbst frühestens im Oktober 2016 beginnen.

 Konkret geht es um den Bereich zwischen der Rintelner- und der Stettiner Straße. Das Ingenieurbüro Kirchner (Stadthagen) hat die Ergebnisse der Kamerafahrten aus dem Jahr 2011 ausgewertet. Ergebnis: In weiten Teilen der Straße – konkret: des Gehweges – wurde ab Mitte der fünfziger Jahre ein Kanalsystem in Betonbauweise verlegt, das aus zwei parallelen Strängen besteht. Deren Länge ist mit 1600 Metern um 600 Meter größer als die Länge der Straße, die nur 900 Meter misst.

 Problem dabei: In diesem Abschnitt gibt es zwischen dem Mühlenteich und der Admiral-Scheer-Straße einen etwa 200 Jahre alten und gemauerten Stollenkanal, der noch aus der Zeit des Bergbaus stammt; sein weiterer Verlauf ist bislang nicht bekannt. Laut Bürgermeister Oliver Schäfer gehört dieses Kanalstück nicht der Stadt Obernkirchen – weswegen noch ermittelt werden müsse, wer für dessen Sanierung die Kosten zu tragen hat.

 Gleichwohl hat die Kamera bei ihrer Inspektionsfahrt sowohl im betonierten als auch im gemauerten Abschnitt des Regenwasserkanals enorme Schäden dokumentiert: Absackungen, Abplatzungen, (Beton-)Korrosion, Scherbenbildung sowie kreuzende Fremdleitungen und nicht richtig angeschlossene Stutzen; die ebenfalls nicht begehbaren Schachtbauwerke haben oft kein Gerinne und sind ebenfalls abgesackt.

Sanierungskonzept Nr. 1 – Sanierung im Bestand:

 Diese würde nach Berechnungen der Planer insgesamt 665000 Euroverschlingen; der Löwenanteil von 445000 Euro würde dabei auf den Kanal entfallen. Mit 140000 Euro schlügen die Hausanschlüsse, mit 75000 Euro die Schächte zu Buche. Dafür würde der Kanal auf 300 Meter Länge neu gebaut werden. 60-mal müssten oder besser könnten Rohrleitungen ausgetauscht werden; 1100 Meter Schlauchliner wären zu verlegen; 40 Hausanschlüsse müssten erneuert und weitere 15 saniert werden. Schließlich wären noch 20 Schächte zu erneuern.

 Vorteile der Variante sind: Die – offene – Sanierung kann beim Bau der Straße gleich in einem Abwasch mit gemacht werden; die Verlegung der Schlauchliner kann sich dann später anschließen. So ließen sich die Kosten aufteilen. Nachteile: Es wird schwierig, um die im Gehweg liegenden Fremdleitungen darum herum zu arbeiten – und die Schlauchliner haben eine Lebenserwartung von nur 50 Jahren. Kurz gesagt: Ein Regenwasserkanal mit zwei Strängen ist immer aufwendiger zu sanieren als einer mit nur einem Strang.

Sanierungskonzept Nr. 2 – Neubau Ein-Strang-System:

 Diese Variante würde Gesamtkosten von nur 625000 Euro nach sich ziehen – 40000 Euro weniger als Variante eins. Dafür gäbe es 700 Meter neuen Kanal, würden 350 Meter Schlauchliner saniert und 25 Schachtbauwerke errichtet. Der alte Kanal würde bei dieser Variante einfach „links liegen“ sprich ruhen gelassen. Nachteile können die Kirchner-Ingenieure bei dieser Variante der Sanierung keine ausmachen, bis vielleicht auf diese: Bestehende Hausanschlüsse müssten verlängert werden.

 Für Wilhelm Mevert hat das Sanierungskonzept zwei, also der billigere Neubau im Ein-Strang-System, größeren Charme: „Wir haben in der Zukunft weniger Kanalbauunterhalt, eine Lebenserwartung bis zu 100 Jahre und weniger Gesamtkosten“, bilanziert der Sozialdemokrat; allerdings würden die Bürger (Stichwort Hausanschlüsse) stärker zur Kasse gebeten. Laut Bürgermeister Oliver Schäfer will der Landkreis die Baustelle Eilsener Straße in zwei bis drei Abschnitte teilen, die sich über ein Jahr hinziehen.

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