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Mehr Menschlichkeit von Tür zu Tür

Unterstützung erfahren Mehr Menschlichkeit von Tür zu Tür

Es sind oft einfache Wünsche, die die älteren Menschen haben: Mal wieder mit dem Rollstuhl in die Stadt fahren, ein kleiner Spaziergang oder mit dem Rollator vor die eigene Haustür, und immer im Wissen: Da ist noch jemand. Tür an Tür heißt das Projekt, das nun in Vehlen umgesetzt werden soll.

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Wer sich gegenseitig hilft, kann ziemlich fröhlich sein. In Vehlen startet jetzt „Tür an Tür“ – dabei geht es um nachbarschaftliche Unterstützung.

Quelle: pr.

Obernkirchen. Der Grundgedanke ist einfach und einleuchtend: Menschen dabei zu unterstützen, möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung wohnen zu können – und dabei der Vereinsamung vorzubeugen. Denn dies ist ja das ungewollte Geschenk, dass das Alter für viele bereithält: das Alleinsein.

„90 Prozent der Menschen, die sich an dem Projekt beteiligen“, so erklärt es Ulrike van Gemmern, die Koordinatorin von „Tür an Tür, „würden sich jemanden wünschen, der ihnen zuhört, der mit ihnen spricht, Gesellschaft leistet oder mal mit ihnen in den alten Fotoalben blättert.“

Einige bieten auch leichte handwerkliche Tätigkeiten an: Vielleicht mal zur Hand gehen und die Klingel reparieren oder die Glühbirne auswechseln, oder bei einem Computerproblem helfen, einen Fahrdienst organisieren. „Tür an Tür“ organisiert diese ehrenamtliche Hilfe in der Nachbarschaft.

„Es passt perfekt zur Oase Elim“

Das Projekt, das es seit Sommer 2013 in den Kirchengemeinden Bad Eilsen, Bückeburg und Sachsenhagen gibt, ist erfolgreich angelaufen, sagt sie: „In allen drei Kirchengemeinden gibt es schon ein Team von Ehrenamtlichen, die hoch motiviert und engagiert dabei sind.“ Jetzt wird das Projekt ausgeweitet: Steinbergen, Stadthagen, Meerbeck und Vehlen haben sich beworben, alle vier haben den Zuschlag bekommen – und Vehlens Pastor Günter Fischer sieht es so: „Es passt perfekt zur Oase Elim.“

Das Projekt der Zukunftskonferenz der Landeskirche will über die ehrenamtliche Hilfe in der Nachbarschaft hinaus Menschen in besonderen Lebenssituationen und im Alter unterstützen, das ist die Idee. Wichtig, so van Gemmern: „Es geht nicht um pflegerische Dienste, und um ehrenamtliche Putzhilfe geht es auch nicht.“

Mitmachen kann jeder, der 18 Jahre ist, Freude an der Begegnung mit anderen Menschen hat. Man sollte bereit sein, neue Menschen kennenzulernen, und verschwiegen sollte man auch sein. Natürlich kann auch jeder selbst entscheiden, wie viel Zeit er sich für die Mitmenschen nimmt.

Projektmanagerin von Gemmern erklärt, dass sie sich gerne beide Seiten anschaut: also den Senior, der vielleicht mal wieder spaziergehen möchte, aber doch froh wäre, wenn jemand mitkommt, und den Ehrenamtlichen, der sich engagieren will.

Wer sich engagiert, spendet Kostbares

„Wenn sich eine ältere Dame beispielsweise bei mir meldet, dann überlege ich schon, wer aus unserem Team zu ihr passt“, sagt sie. Und wenn es nicht klappt, sagt die Projektmanagerin, dann sollte man das sofort sagen. Denn wer sich ehrenamtlich engagiert, der spendet etwas sehr Kostbares: erstens seine Erfahrung und zweitens seine Zeit. „Und dann soll man sich dabei natürlich wohlfühlen.“

Es ist ein Projekt, das auf zwei Säulen steht, sagt van Gemmern. Als man ihr dies vor drei Jahren prophezeit hat, hat sie es nicht geglaubt, aber inzwischen weiß sie es: Da sind die Ehrenamtlichen, die sich kümmern möchten. Aber es müssen eben auch die anderen Menschen vorhanden sein, „die ihre Tür aufmachen“, so van Gemmern: „Es müssen Menschen bereit sein, das Angebot auch anzunehmen.“ Den Schwerpunkt der Aufgabe fasst sie in drei Worten zusammen: „Eine Beziehung aufbauen.“

Wer sich für das Angebot interessiert, mitmachen möchte, einen Besuchsdienst wünscht oder einfach nur weitere Informationen benötigt, kann sich an Ulrike van Gemmern vom Diakonischen Werk Stadthagen, Telefon (05721) 993019 und (0160) 90953299, wenden.

Was ihr noch wichtig ist: Der Besuchsdienst meldet sich immer telefonisch an. Sonst keimt sofort der Enkeltrick-Verdacht auf, sagt sie – und die Tür bleibt womöglich zu. In Vehlen selbst steht die Projektmanagerin an jedem ersten und dritten Mittwoch im Gemeindehaus von 15 bis 18 Uhr als Ansprechpartnerin zur Verfügung. rnk

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