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Möller im Mittelpunkt

Stift Obernkirchen: Der Märchensänger-Gründerin zum 100. Möller im Mittelpunkt

2016 hätte Edit Möller ihren 100. Geburtstag gefeiert. Bei einer Veranstaltung am 21. Januar im Stift Obernkrichen dreht sich alles um die Gründerin der Schaumburger Märchensänger.

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Edith Möller in einer für sie typischen Pose: Dirigierend und mitreißend.

Quelle: pr.

Obernkirchen. Am 7. Oktober 2016 hätte Edith Möller ihren 100. Geburtstag gefeiert. Doch wer war Edith Möller? Wieso sollte ihr Geburtstag bedacht werden? Was hat sie geleistet, was hat sie getan, dass man sich ihrer erinnert?

Edith Möller, ihr Leben und ihr Werk sind faszinierend und einmalig; es ist geprägt von einer beeindruckenden Lebensleistung und einem märchenhaften Erfolg, der weltweit seinesgleichen sucht. Als Gründer- und Leiterin des Chores Schaumburger Märchensänger gelang es ihr, sich mit ihrem Chor an die musikalische Weltspitze heranzuarbeiten und sich dort 20 Jahre lang zu behaupten. Und das ohne aus einen Fundus musikalischer Tradition schöpfen zu können, sondern aus eigener Kraft und aufgrund von Begabung sowie ihrer Natürlichkeit und Fröhlichkeit, ihres sozialen Engagements und ihres musischen Talents.

Die persönliche Geschichte der Chorleiterin und -gründerin Edith Möller wird am Sonnabend, 21. Januar, ab 16 Uhr im Festsaal des Obernkirchener Stiftes mit Bildern, Livemusik und einem Vortrag erzählt. Das Referat dauert rund anderthalb Stunden und ist kostenfrei.

Am 7. Oktober 1916 wurde Edith Möller als zweites Kind in Gelsenkirchen geboren. Die Mutter Anna, geborene Wehling, stammte aus Minden und der Vater Wilhelm Möller aus dem Schaumburgischen. Schnell war klar, dass sie und ihr Bruder Friedrich-Wilhelm musikalisch hoch begabt waren. Doch aus finanziellen Gründen durfte nur der fünf Jahre ältere Friedrich-Wilhelm Musik studieren. Ediths Weg entsprach ihrem zweitem sehr ausgeprägtem Wesen: Sie erlernte den Beruf der Fürsorgerin mit dem Ziel, für Kinder und Jugendliche sorgen zu wollen. Über mehrere Stationen und Aufgaben in diversen Kinderheimen übernahm sie 1943 – gerade mal 26 Jahre alt – ein Heim für Binnenschifffahrtskinder in Bad Nenndorf.

Dort lernte Möller auch ihre zukünftige Mitstreiterin Erna Pielsticker kennen, die als Praktikantin dem Nenndorfer Kinderheim zugewiesen worden war. Aus dieser Zusammenarbeit erwuchsen im Nu eine lebenslange Freundschaft und eine kongeniale Partnerschaft, die die zukünftige Arbeit nachhaltig beeinflussen sollten.

Flüchtlingskinder in Obernkirchen betreut

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete Edith Möller in der Betreuung der vielen Flüchtlingskinder in Obernkirchen – Pielsticker war in ähnlicher Mission im Einsatz. Beide suchten sich in Liekwegen und später in Obernkirchen eine Bleibe. Sehr schnell wurde Möllers Arbeit immer „musikalischer“. Angefeuert wurde sie durch ihren Bruder Friedrich-Wilhelm, der als Musiker des Marine-Korps schnell aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden und ebenfalls nach Obernkirchen gezogen war. Es wurde gesungen, musiziert und komponiert – die meisten deutschen Lieder waren damals noch verboten.

Im Herbst 1948 wurde der Chor „Obernkirchener Stadtmusikanten“ gegründet, im Februar gab es das erste öffentliche Konzert in der Bergstadt – im „Deutschen Haus“. Dazu wurden immer wieder mehrtägige Fahrten organisiert, was zu damaliger Zeit ein absolutes Novum darstellte. Im Jahr 1950 erschien der Nordwestdeutsche Rundfunk in Obernkirchen, der diesen aus dem Nichts heraus erschienen und enorm fröhlich auftretenden Chor für das Fernsehen aufzeichnen wollte.

Und das „Wunder von Obernkirchen“, wie Wolfgang Wicklein es getauft hatte, folgte: eine Einladung nach England. Es ist nicht ganz klar, ob die Schaumburger Märchensänger (inzwischen umgetauft) tatsächlich die erste deutsche Jugendgruppe in England nach dem Kriege waren – jedenfalls wurde der Trip mit Konzerten in Ipswich, Felixtowe, Cambridge und London ein Riesenerfolg. In den Berichten in der englischen Presse und im Radio überschlug man sich förmlich. Vor allem Möllers Leistungen und ihr lauterer Charakter wurden hoch gelobt. Und das war erst der Anfang.

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