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Nach 136 Jahren: Rott Strull erhält Fahne

Obernkirchen / Bürgerschützen Nach 136 Jahren: Rott Strull erhält Fahne

Die Strullstraße, einer der ältesten Verkehrswege der Bergstadt, hat schon vieles erlebt, aber eine Fahnenweihe dürfte auch für sie einmalig sein. Früher wurde sie nämlich eher als schmales holprig gepflastertes Gässchen wahrgenommen, in dem nicht nur vornehme Bürger wohnten.

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Großer Augenblick: Die neue Fahne wird von Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer (Mitte) geweiht.

Quelle: wk

Obernkirchen. Der Chef des Strullrotts, Hans-Joachim Manzke, sagte bei der Begrüßung der Chargierten der Obernkirchener Bürgerschützen, ein Historiker habe die Strullstraße früher sogar als „Ganovenstraße“ bezeichnet. Dort habe sich nämlich einst der später hingerichtete Räuber und Mörder Johann Seidenfaden aufgehalten.

 Das sei aber doch wohl nur eine Ausnahme gewesen, ließ Manzke verlauten und nannte eine Reihe ehrenwerter Persönlichkeiten, die er als „Struller“ einordnete. Einer davon war der frühere Stadtkommandant Kurt Lübke. Zu diesem Rott gehören außer der Strullstraße übrigens noch die Wiesenstraße und die Kalte Weide.

 Mit dem Fahrhauer Theodor Ackemann habe das Rott bereits 1878 einen Schützenkönig gestellt. So lange besteht demnach auch diese Gemeinschaft. Nur zwei Jahre zuvor wurde erstmalig überhaupt ein Schützenkönig der Bergstadt in alten Dokumenten erwähnt.

 Die Brezel, die das Rott bei seinen Umzügen vorweg trägt, war nicht immer Wahrzeichen der Struller. Manzke berichtete, dass man einst ein Wallnussblatt als Rottsymbol genommen habe. Auf den Schildern, die nach dem Neustart der Schützenfeste 1952 getragen wurden, seien ein Eichenlaub mit Rehkopf, dann eine Pumpe und eine Raute zu sehen gewesen. Die Brezel dokumentiere hier einst tätige Bäcker.

 Der amtierende Stadtkommandant Klaus Scholz schließt nicht aus, dass das Rott Strull noch älter als 136 Jahre ist. Weil die Anschaffung einer Fahne kostenaufwendig ist, habe der Zahlmeister und stellvertretende Rottführer Rudi Scholz lange sparen müssen, bis jetzt endlich der Wunsch verwirklicht werden konnte (Kleine Randbemerkung: Scholz ist der Vater des Stadtkommandanten). Immerhin besitzen jetzt vier Obernkirchener Rotts eine eigene Fahne. Darüber, so Scholz, freue sich auch der gesamte Stab der Bürgerschützen.

 Bürgermeister Oliver Schäfer nahm anschließend die Weihe der Fahne vor, die in ihrer Form einer Standarte ähnelt und in den Farben der Stadt gehalten ist. Sie sei ein Zeichen der Zusammengehörigkeit, des Stolzes und der Treue zu einer Gemeinschaft, erklärte das Stadtoberhaupt. Nachdem die Verteidigung der Stadt nicht mehr die Aufgabe der Bürgerschützen sei, gehe es jetzt umso mehr um eine gute Nachbarschaftspflege.

 Die Chargierten der Bürgerschützen wurden bei ihrem Ausmarsch vom Rathaus zur Strullstraße von ihrem Spielmannszug begleitet. sig

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