Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
„Nach zwei Tassen wird man lustig“

Obernkirchen / Weihnachtsmarkt „Nach zwei Tassen wird man lustig“

Zugegeben, so richtig toll sind die klimatischen Rahmenbedingungen nicht: statt sonnigen Winterwetters mit reichlich Schnee nur tristes Grau in Grau mit zeitweisem Nieselregen.

Voriger Artikel
300 Gourmets
Nächster Artikel
E-Biker können wieder tanken

Da ist jemand feinmotorisch gut drauf: Im Stift bestaunen die Besucher die bunten „Origami“-Sterne am Stand von Sigrid Papenhoff.

Quelle: wk

Obernkirchen. Derlei Widrigkeiten halten viele Obernkirchener und andere vorweihnachtlich eingestimmte Schaumburger jedoch nicht davon ab, dem Adventsmarkt und dem zeitgleich im Stift ausgerichteten Basar einen Besuch abzustatten.

 Über den Tag verteilt dürften es wohl einige Hundert Menschen sein, die durch die auf dem Kirchplatz errichtete Budenstadt flanieren, hier und da eine Kleinigkeit essen, ein bisschen klönen und mitunter auch ein paar Lose für die Tombola kaufen.

Hoch im Kurs bei den Kindern steht dagegen die Mini-Eisenbahn, mit der sie ein paar Runden drehen können – mehrfaches Passieren eines das Vergnügen steigernden Zelttunnels inklusive.

 Weitere Anlaufstellen sind zudem die Rote Schule, wo ein großes Kuchen- und Tortenbüfett lockt, sowie etwa das Bergbau- und Stadtmuseum, in dem ein warmer „Mulsum“ ausgeschenkt wird: Mittlerweile habe es Tradition, dass es beim Obernkirchener Adventsmarkt – aber eben nur an diesem einen Tag im Jahr – den aus Weißwein, Honig, Lorbeer, Pfeffer, Safran und Mastix zubereiteten „römischen Gewürzwein“ gibt, berichtet Sybille Schlusche, die Leiterin des Hauses. Die zur temporären Schankstube umfunktionierte alte „Apotheke“ des Museums ist übrigens ein durchaus passender Ort für den Genuss dieses alkoholischen Getränks. Denn dessen wohltuende Wirkung soll schon „Plinius der Ältere“, ein altrömischer Gelehrter, dergestalt beschrieben haben, dass man nach einem üppigen Essen die „Gedärme“ mit einem Mulsum „spülen“ solle. Abgesehen davon scheint das Zeug aber auch zu schmecken: So bezeichnet Iris Henke-Oelsner den Mulsum als „sehr empfehlenswert“, wobei sie dessen Geschmack als „aromatisch“ charakterisiert. Eher „fruchtig-aromatisch und – wegen des Honigs – richtig süß“ konkretisiert deren Mutter, Linda Henke, und ergänzt: „Nach zwei Tassen wird man lustig.“ Vielleicht ist das mit ein Grund für das Gedränge, das in der auf Nostalgie getrimmten „Apotheke“ herrscht.

 Rappelvoll ist es auch beim Adventsbasar im Stift, wo rund 20 (Hobby-)Kunst-Handwerker die Ergebnisse ihres kreativen Schaffens präsentieren. Mit einem Verkaufsstand vertreten ist etwa Sigrid Papenhoff, zu deren Sortiment bezaubernde „Origami“-Sterne in unterschiedlichen Ausführungen – zum Teil mit Lichterketten oder Windlichtern zum Leuchten gebracht – und allerlei andere dekorative Basteleien aus Papier gehören: „Die Lichterketten mit den kleinen Sternen beispielsweise verkaufe ich seit 15 Jahren wie warme Semmeln“, berichtet die Herforderin.

 Der Papierfalterei verfallen ist sie dagegen schon seit einem Vierteljahrhundert. Tausende, wenn nicht gar Zehntausende Sterne hat sie in dieser Zeit nach eigenen Angaben bereits gefaltet, ohne dieses Hobbys bislang überdrüssig zu werden: „Manche Frauen stricken oder häkeln – und ich bin halt am Falten“, erklärt Papenhoff. Wobei man sich beim Origami schon sehr auf die Arbeit konzentrieren, „feinmotorisch gut drauf sein“ und viel Geduld haben müsse, um zu perfekten Ergebnissen zu kommen.

Was sonst noch auf dem Basar angeboten wird? Dekorative Laubsägearbeiten, Malereien, handgefertigter Schmuck, Weihnachtskrippen aus Holz, selbst gestrickte Wollsocken und vieles mehr.

 „Auf diesem Basar ist wirklich für jeden etwas dabei – darunter sehr viele geschmackvolle und auch etliche außergewöhnliche Sachen, die man sonst nicht kaufen kann“, resümiert die Obernkirchenerin Iris Ostendorf. Und was bei dem Adventsmarkt insgesamt schön sei: „Man trifft hier viele Bekannte, mit denen man einen kleinen Schnack halten kann.“

 So viel zu den Interessen der Großen. Für die kleinen Besucher ist indes das Auftauchen des „Nikolaus“ – alias Ralf Semler – der Höhepunkt des Tages. In Trauben drängen sich die Kinder um den rot gewandeten und mit einem langen, weißen Bart ausgestatteten Wohltäter, um sich von ihm beschenken zu lassen. Verteilt werden Beutel mit Nüssen, Äpfeln und Süßigkeiten, die vor allem die Jüngsten mit strahlenden Augen in Empfang nehmen.

 Bei der vom Wirtschaftsförderverein Obernkirchen organisierten Tombola werden kurz darauf zahlreiche Sachpreise verlost: Der Hauptgewinn, ein vom Verein gestifteter Reisegutschein im Wert von 500 Euro, geht an Frank Schwabe. Den zweiten Preis (ein Einkaufsgutschein über 200 Euro vom Möbelhaus Holtmann) erhält Stefanie Kirsch, und der dritte Preis (ein vom E-Center zur Verfügung gestellter Komfortgasgrill) geht an Sandra Nikoloski.

 Alle drei wohnen in der Bergstadt. wk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg