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Nachts nur noch Tempo 30?

Tempolimit Nachts nur noch Tempo 30?

Weil es auf und beidseits der B65 und der L442 sehr laut ist, haben die Bürger Anspruch auf einen „Lärmaktionsplan“. An dem wird derzeit getüftelt.

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Auf dem Sülbecker Weg könnten Autos in den Nachtstunden künftig nur noch mit Tempo 30 unterwegs sein. Eine Temporeduzierung soll den Lärmpegel senken.

Quelle: tw

Obernkirchen. Das auf Messungen beruhende Datenmaterial, das Grundlage dieses Planes ist, gibt es bereits – nur ist es leider veraltet, lückenhaft und voller Fehler. Jetzt will die Obernkirchener Stadtverwaltung die fehlerhaften Landesdaten auf den Prüfstand stellen und den Bund und das Land in die Pflicht nehmen, Abhilfe zu schaffen. Der „Lärmaktionsplan“ soll im Entwurf noch bis zu den Osterferien (Beginn: 25. März) öffentlich ausgelegt werden, der Plan selbst bis zu den Sommerferien (Beginn: 23. Juli) in trockenen Tüchern sein.

 Die Frage, was genau die Bergstadt diesen Straßenbaulastträgern künftig abverlangen soll, treibt derzeit Bürgermeister Oliver Schäfer um. Konkret geht es zum einen darum, was an regelrechten Lärmschutzbauten entlang der beiden Durchfahrtstraßen möglich ist, zum anderen, was per Erlass in Sachen Lärmschutz angeordnet werden kann, ohne dafür den Spaten in die Hand nehmen zu müssen.

 Mit Blick auf die Möglichkeiten, die die schneller umsetzbaren Erlasse bieten, haben Obernkirchens Lokalpolitiker derzeit eine „nächtliche Temporeduzierung auf dem Innenstadtring“ auf der Agenda, wie der Rathauschef berichtet. Ähnliches hat in Göttingen und Hannover in den vergangenen Wochen und Monaten für Furore gesorgt. Beispiel Göttingen: Statt der erlaubten 50 Stundenkilometer innerorts sind auf sieben Hauptverkehrsstraßen der Stadt jetzt nur noch 30 erlaubt – von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens. Grund auch in Göttingen: Die Stadt will ihre Bürger besser vor Lärm schützen. Denn besonders nachts liegen die Lärmwerte dort über den Vorgaben der EU. Doch während das Göttinger Ordnungsdezernat von der Wirksamkeit des Eingriffs überzeugt ist, hält sich die Begeisterung der Bürger in Grenzen: Ein Göttinger ist in die Offensive gegangen und sammelt im Internet Unterschriften gegen Tempo 30.

 So weit ist es in Obernkirchen noch lange nicht – wenn es denn überhaupt dazu kommt. „Bei den derzeitigen Überlegungen für Tempo 30 auf Neumarktstraße und Heyestraße handelt es sich um eine Option, welche uns der Verkehrsplaner als ein Mittel empfohlen hat. Diese Option befindet sich noch im Entwurfsstadium und muss von den Politikern noch beraten werden“, so Schäfer. Gleichwohl haben diese Überlegungen für den Bürgermeister Charme: „Es gibt nur wenige Mittel, die in Sachen Lärmschutz effektiv und billig zugleich sind.“ Ein nächtliches Tempo-30-Gebot gehöre dazu – zumal es den Lärm nach Einschätzung des Planers halbieren könne. Kurz: „Ich kann mir das für Obernkirchen vorstellen“, so Schäfer.

 Viel Sympathie hat der Bürgermeister neben einer Temporeduzierung auf dem Innenstadtring darüber hinaus dafür, entlang der Rintelner Straße und des Sülbecker Weges mittels Markierungen Schutzstreifen für Radfahrer anzulegen. Die gibt es bereits in vielen Schaumburger Kommunen. „Sie entschleunigen den Straßenverkehr, reduzieren ebenfalls den Lärm und sind finanziell vergleichsweise günstig“, so Schäfer. Außerdem soll das Befahren von Schutzstreifen laut entsprechenden Untersuchungen für Radler sicherer sein, als das Fahren auf den Gehwegen; dort nämlich lauern Gefahrenquellen in Form von Grundstücksausfahrten.

 Doch wie auch immer. Fakt ist: „Liegt der ‚Lärmaktionsplan‘ für die Stadt Obernkirchen erst fix und fertig auf dem Tisch, müssen Bund und Land zwingend tätig werden“, so Schäfer. Fakt ist aber auch: Damit Obernkirchen den Plan überhaupt aufs Papier bringen kann, muss die Kommune dafür zunächst in die Stadtkasse greifen. Damit dieser Griff nicht zu tief ausfällt, plädiert der Rathauschef dafür, beim „Lärmaktionsplan“ zunächst nur die B65 und die L442 in den Blick zu nehmen – und die Lärmanalyse nicht auch noch auf die Kreisstraßen auszudehnen. „Das“, sagt Schäfer, „ist ohnehin nicht unsere Pflicht. Es wäre eine zusätzliche Planungsaufgabe, welche die Stadt allenfalls freiwillig übernehmen könnte.“

 Wie bereits berichtet, hatte Heinz Mazur, Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer der PGT Umwelt und Verkehr GmbH (Hannover), im Dezember versucht, den Stadtentwicklern um Manfred Eßmann einen „Lärmaktionsplan“ schmackhaft zu machen. Im Einzelnen: B65

 Abschnitt Hauptstraße – Heinrich-Kütemeier-Straße: Eine Reduzierung der Fahrstreifen von vier auf zwei soll den Spitzenpegel um bis zu vier Dezibel (A) senken; feste Blitzampeln würden zu einer Reduzierung um bis fünf Dezibel (A) führen; die Anlage einer Mittelinsel im Bereich des Ortseigangs könnte den Spitzenpegel um bis zu vier Dezibel (A) senken. L442

 Abschnitt Piepenbreite – Willi-Hormann-Straße: PGT schlägt ein Entfernen der Mittelmarkierung vor, das den Spitzenpegel um bis zu vier Dezibel (A) reduzieren soll; den gleichen Effekt hätten beidseitige Schutzstreifen für Radfahrer und eine Mittelinsel als Querungshilfe. Am meisten aber würde alternativ eine halbhohe Lärmschutzwand bringen: eine Minderung des Spitzenpegels von bis zu zwölf Dezibel (A).

 Für das aus Neumarktstraße und Heyestraße gebildete Oval empfiehlt der Planer darüber hinaus nachts Tempo 30.

tw

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