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Nicht wie ein gerupftes Huhn

Baumschnittkurs des Nabu in Obernkirchen Nicht wie ein gerupftes Huhn

In der Theorie ist der Schnitt von Obstbäumen eine einfache Angelegenheit: Alles, was zu viel ist, muss weg. Steht man als Laie aber mit Gartenschere, Astschere und Säge davor, sieht die Sache oftmals anders aus.

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Unter Anleitung von Gärtnermeister Gerhard Kirchner (M.) lernten die Teilnehmer, wie man Obstbäume richtig schneidet.

Quelle: wk

Obernkirchen. Dann nämlich stellt sich die Frage, welche Äste und Zweige genau denn nun geschnitten werden müssen – und an welcher Stelle. Zudem schwingt dabei mitunter die Sorge mit, möglicherweise den ganzen Baum zu verhunzen, wenn man mit den Gerätschaften aus Unwissenheit allzu großzügig zu Werke geht.

 Wie es richtig geht, hat der in der Bergstadt lebende Gärtnermeister Gerhard Kirchner bei zwei Obstbaumschnittkursen gezeigt, zu denen der Obernkirchener Ortsverein des Naturschutzbundes (Nabu) eingeladen hatte. Ort des Geschehens war die von den Naturschützern gepflegte Streuobstwiese am Stiftswald.

 Dabei erfuhren die Teilnehmer, dass es durchaus keine für den Laien unlösbare Aufgabe ist, einen Obstbaum in Form zu bringen und – durch regelmäßigen Schnitt – in Form zu halten. Wichtig für die Gesundheit des Baumes und einen reichen Fruchtertrag sind laut Kirchner eine gute Durchlüftung der Baumkrone und ein guter Lichteinfall in dieselbe. Denn wenn die Baumkrone licht ist und der Wind somit leicht hindurchziehen kann, trocknen die Blätter nach einem Regen schneller ab, was das Risiko von Pilzerkrankungen vermindert. Der Lichteinfall wiederum hat großen Anteil daran, dass die Früchte ausreifen und sich die Süße des Obstes einstellt.

 „Wenn man einen Hut durch die Baumkrone werfen kann, ist sie im Prinzip richtig geschnitten“, erklärte Kirchner, sich einer alten Obstbauernregel bedienend. Gleichwohl sollte man das Blattwerk üppig genug lassen damit der Baum „nicht wie ein gerupftes Huhn“ aussieht.

 Darüber hinaus gibt es freilich noch mehr zu beachten: „Eine gute Erziehung brauchen nicht nur wir Menschen, sondern auch Obstbäume – damit die Hauptachse stimmt.“ Bedeutet: Beim alljährlichen Erziehungsschnitt des Gehölzes lässt man einen Haupttrieb aus, also weiter senkrecht nach oben wachsen, während man etwaige Konkurrenztriebe stutzt. Außerdem verfolgt man das Ziel, die Krone durch einen gezielten Schnitt oder durch das Abspannen mit Schnüren so aufzubauen, dass die Äste, bezogen auf die Hauptachse des Baumes maximal in einem 45-Grad-Winkel nach oben zeigen. Denn nur an solchen Zweigen bilden sich die Früchte.

 Aus diesem Grund werden zudem auch alle sogenannten „Wasserschosse“, also Triebe, die senkrecht aus diesen Leitästen nach oben wachsen, entfernt. Ferner müssen jene Zweige entfernt werden, die sich an anderen reiben oder nach innen (in die Baumkrone hinein) wachsen.

 Bevor man jedoch die Astschere oder Säge ansetzt, empfiehlt es sich, den Obstbaum erst mal von mehreren Seiten zu betrachten und genau zu überlegen, welche Äste warum wegzuschneiden sind, betonte Kirchner. Zurückschneiden sollte man die Zweige dabei immer auf ganzer Länge, da sich sonst quirlartige Austriebe an den Schnittstellen bilden. Und keine Stummel stehen lassen, denn die sterben ab und stellen dann, da sie nicht von gesundem Holz überwallt werden, langfristig eine Eintrittspforte für Pilze dar.

 Die beste Zeit für den Obstbaumschnitt sind laut Kirchner übrigens die Monate Januar und Februar. Und zwar allein schon deswegen, da die Bäume dann noch nicht im Saft stehen und die frischen Schnittwunden nicht ausbluten. wk

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