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Noch warten bis zum „Tag des Geotops“

Obernkirchen Noch warten bis zum „Tag des Geotops“

Obernkirchen (rnk). Mit großen Schritten schreitet die Umsetzung des Tourismus-Konzeptes für die Dinosaurier-Fährten im Steinbruch in Obernkirchen voran.

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Auf der oberen Spurenplatte verhindern Schutzgitter, dass Besucher in den Steinbruch fallen können. Immerhin kann dieser Teil des Dino-Tummelplatzes allein besucht werden. Fotos: rnk

Der Start für Dino-Fans und andere Besucher ist am jbf-Centrum: Von dort aus soll ein Informations- und Leitsystem Gäste zu den Fährten führen. Außerdem sollen themenübergreifende Führungen angeboten werden, die sich nicht nur mit den Fährten, sondern auch mit Bergbau und Naturschutz beschäftigen. In der Nähe des jbf-Centrums wird ein Pavillon aufgebaut, als Ausgangs- und Endpunkt für alle Führungen. Dort sollen die Besucher auf Info-Tafeln auch über Pflanzen, Kohlebergbau und die Dino-Fährtenplatten unterrichtet werden. Insgesamt sind auf einem Rundweg acht Stationen eingeplant, auf denen es Informationen gibt.
Geplant hat der Landkreis vier sogenannte Projektmodule: Es sollen Stege für beide Sohlen, eine Treppe oder Rampe zur unteren Sohle sowie eine Aussichtsplattform gebaut werden. Die Aussichtsplattform ist an der oberen, der großen Spurenplatte, bereits fertig. Die Rampe ist deutlich erkennbar, aber noch nicht völlig fertiggestellt.
An der oberen Spurenplatte wurden Schutzgitter installiert, immerhin geht es an dieser Stelle rund sieben Meter in die Steinbruchtiefen. „Wege aus Holz sollen noch angelegt werden“, erklärt Fritz Kleve vom Landkreis als zuständiger Dezernent.
Mit der Aussichtsplattform können Dino-Touristen dann die obere und deutlich spektakulärere Fährtenplatte erreichen, ohne durch den Steinbruch zu müssen und damit den Betrieb zu stören. Die untere Platte, der sogenannte „Hühnerhof“, kann allerdings weiterhin nur im Rahmen der Führungen besichtigt werden. Der Konflikt zwischen Gästen und dem Steinbruch-Betrieb „ist dann ein für alle Mal erledigt“, meint Kleve. Und damit die Besucher der oberen Platte alle notwendigen Informationen über die Dinos erhalten, wird dort ebenfalls eine weitere Info-Station aufgebaut.
Rund 250 000 Euro kostet die gesamte Maßnahme, von denen die Hälfte über EU-Mittel vom Land Niedersachsen kommen, den Rest stemmt der Landkreis allein.
Nicht nur touristisch, auch wissenschaftlich geht es weiter in den Sandsteinbrüchen: Das Niedersächsische Landesmuseum, dessen Mitarbeiter die Fährten vor rund zwei Jahren entdeckt hatten, sind dabei, die obere Sohle in Richtung Osten zu erweitern; einige hundert Quadratmeter Fläche mit deutlichen Spuren sind hinzugekommen. In den nächsten Wochen werden sich die Paläontologen besonders intensiv mit der Auswertung befassen können: Im Steinbruch sind Betriebsferien. Auf der oberen Sohle seien noch „besonders schöne und tiefe“ Fährten gefunden worden, hatte Paläontologin Annette Richter bereit im vergangenen Herbst verkündet – und scherzhaft hinzugefügt: „Wenn es nach uns ginge, würden wir deswegen den ganzen Bückeberg abholzen.“
Im neuen Bereich, nach Osten hin, werden die Spuren dokumentiert – und dann werden die Steine weiter abgetragen, denn es sind drei Schichten mit Spuren gefunden worden.
Einen Tag, an dem der gesamte Bereich der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, gibt es ebenfalls schon: Am 19. September ist der „Tag des Geotops“, dann will sich der ehemalige Dino-Tummelplatz von seiner fertigen Seite zeigen.
Auf der Ost-Erweiterung ist die Anzahl der Trittspuren übrigens ebenfalls spektakulär. Die unzähligen Abdrücke der räuberischen Saurier verlaufen in alle Richtungen. Ganz im Gegensatz zur oberen Sohle, die weiterhin Rätsel aufgibt. Dort finden sich Spuren, die kerzengerade verlaufen, also keine Bewegungsspuren sind.
Expertin Richter erhofft sich bekanntlich vom Obernkirchener Dino-Symposium im nächsten März einen Knalleffekt, ein großes „Bingo“: Gemeinsam mit den Kollegen aus aller Welt will sie auf der Basis einer Arbeitshypothese zu einer Lösung zu kommen. Was war hier vor 150 Millionen Jahren bloß los?

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