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Oans, zwoa, gsuffa: Von null auf 100 in wenigen Takten

Obernkirchen / Oktoberfest Oans, zwoa, gsuffa: Von null auf 100 in wenigen Takten

Zeitgleich mit dem Auftakt des Münchener Wiesn-Festes hat es – einer kleinen Tradition folgend – auch in der Liethhalle wieder „O’zapft is“ geheißen. Und einmal mehr war das Obernkirchener Oktoberfest am Sonnabend ausverkauft: Rund 600 Gäste feierten dort zur Live-Musik der aus der fernen Bajuwarenhauptstadt angereisten „Wiesnkönige“. Dabei setzte sich ein weiterer Trend der vergangenen Jahre fort: die gruppenweise Teilnahme der „Wiesn-Gäste“.

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Alle mal anpacken: Ausgelassen hieven die Gäste auf das Geheiß der Musiker hin die Biertische in die Höhe.

Quelle: wk

Obernkirchen (wk). „Wir haben kaum noch Leute, die nur zu zweit kommen“, berichtete Jörg Nitsche, der auch die mittlerweile elfte Auflage des Festes zusammen mit seiner Ehefrau Michaela organisiert hatte. Vielleicht seien es noch um die 20 Pärchen. Der weit überwiegende Teil der Besucher komme indes in Gruppen von durchschnittlich zehn Personen. Es gab aber auch deutlich größere Formationen: So marschierte allein das Obernkichener Lieth-Rott mit sage und schreibe 77 Schützenbrüdern und -schwestern auf, der HSV-Fanclub Blauer Stern war mit 48 Mitgliedern und der Bergmannsverein aus Lindhorst mit einer 36-köpfigen Delegation vertreten.

Aber zurück zu den „Wiesnkönigen“: Die vier Jungs hatten den Saal gleich von den ersten Takten ihrer Musik an fest im Griff: Statt der Festgemeinde erst mal eine Anwärmphase zu gestatten, sprang deren Frontmann gleich selbst auf einen der am Rand der Tanzfläche aufgestellten Biertische, forderte die „Madels“ und „Buam“ auf, die Bänke zu erklimmen, und ließ die mit süffigem „Blonden“ gefüllten Bierkrüge hochleben. Und als ob dies noch nicht genug Annimation gewesen wäre, durften die auf den Bänken stehenden „Wiesn-Besucher“ auch noch mit vereinten Kräften die Biertische mitsamt Gläsern und Tellern vom Boden in die Luft stemmen. Spätestens jetzt war klar, dass auch die elfte Auflage des Obernkirchener Oktoberfestes dem Münchener Original in nichts nachstehen würde.

Die „Wiesnkönige“ seien wirklich absolut authentisch, zeigte sich der Liekwegener Olaf Klepper, der in den vergangenen Jahren auch schon mehrfach beim Münchener Oktoberfest mitgefeiert hatte, von der Musik und den Animationskünsten der vier Jungs begeistert. „Die haben den Saal spontan von null auf 100 gebracht.“

Toll fand er auch, dass rund die Hälfte der Gäste in bayrischer Tracht gekleidet waren – die Herren (einschließlich ihm selbst) mit Lederhose plus Karohemd, die Damen in feschen Dirndln. „Das ist halt zünftig, und ohne Lederhosen und Dirndl fehlt doch was“, erklärte Klepper den Reiz der passenden Outfits.

Voll auf ihre Kosten gekommen waren aber auch zwei aus Hessen angereiste junge Pärchen, denen von hiesigen Freunden so viel vom Obernkirchener Oktoberfest vorgeschwärmt worden war, dass sie diese Erfahrung nun selbst machen wollten: „Das Bier schmeckt den Jungs, und das Essen ist auch gut“, resümierte Jennifer Schröder (Eschwege). Während sie im geliehenen Dirndl daherkam, hatte sich ihr Lebensgefährte für ein blauweiß-kariertes Hemd zur zivilen Hose entschieden, um zumindest ein kleines bisschen auf Bayer zu machen. Das Hemd habe es vor Kurzem für 15 Euro bei „Tchibo“ gegeben, verriet Schröder lachend und verwies nicht nur auf ihren Kumpel, Torsten Jutzi aus Kassel, sondern auch auf die zahlreichen anderen Herren im Saal, die bei diesem Angebot offenbar ebenfalls zugegriffen hatten. Was für auf Individualität bedachte Frauen mitunter ein Drama gewesen wäre, stellte für die Herren der Schöpfung jedoch kein Problem dar: „Wir Männer gehen damit gelassen um und grüßen uns, wenn wir uns im Saal begegnen“, kommentierte Schröders Lebensgefährte, Torsten Göbel, das multiple Auftreten der „Tchibo“-Hemden-Träger schmunzelnd.

Eigentlich keinen Grund zur Freude hatten indes die Mitglieder des HSV-Fanclubs Blauer Stern, nachdem „ihr“ HSV mittlerweile auf dem letzten Bundesligaplatz rangiert: Die am Sonnabend erneut eingefahrene Niederlage müsse man zwar erst verdauen, bei dem feucht-fröhlichen Oktoberfest könne man aber „zumindest für ein paar Stunden“ auch mal auf andere Gedanken kommen, erklärte der Fanclub-Vorsitzende Uwe Rennekamp. Dass nun aber auch in der Liethhalle die Bayern im wahrsten Sinne des Wortes den Ton angaben, nahmen er und seine Mitstreiter von der locken Seite: „Wir können das ja sehr gut trennen“, flachste Rennekamp. Außerdem gehe man einfach davon aus, dass die „Wiesnkönige“ keine Bayern-München-Fans, sondern Anhänger von 1860 München seien. Denn dann sei das alles „nicht so schmerzhaft“.

Wie es mit dem Obernkirchener Oktoberfest weitergeht? „Solange die Leute Spaß haben und die Sponsoren mitmachen, läuft das“, versprach Jörg Nitsche mit Blick auf die jährliche Fortsetzung des Events.

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