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Grundstücke für Waldkindergarten gesichtet

Obernkirchen Grundstücke für Waldkindergarten gesichtet

Die Stadt Obernkirchen verfolgt weiter die Einrichtung eines Waldkindergartens, um dem steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen gerecht zu werden. An geeigneten Grundstücken für das Bauvorhaben mangelt es nicht.

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Am Rolfshagener Weg gibt es nur wenig Fläche zum Spielen.

Quelle: wk

Obernkirchen. Vor fast einem Jahr, im April 2015, ist im Ausschuss für Bürger und Bildung der Stadt Obernkirchen bereits über die Einrichtung eines Waldkindergartens debattiert worden, ohne dass es aber zu einem abschließenden Ergebnis gekommen ist. Vielmehr war es der Auftakt zu einer Grundsatzdiskussion über dieses Thema. Anlass war damals die Frage, welche Alternative es möglicherweise zu der seinerzeit noch geplanten weiteren Regelkindergartengruppe im Kindergarten „Elim“ der Kirchengemeinde Vehlen gebe.

Ende vergangenen Jahres wurde das Thema Waldkindergarten dann von Stadtkoordinatorin Dörte Worm-Kressin und Ratsmitglied Heinrich Struckmeier neu befeuert: Sie regten gegenüber der Verwaltung an, einen von einer „Elterninitiative“ betriebenen „Waldkindergarten mit hippopädagogischer Ausrichtung“ in Röhrkasten zu eröffnen. Ein für den Betrieb einer solchen Einrichtung aus ihrer Sicht ideal geeignetes Wiesengrundstück, das in unmittelbarer Nähe zum Wald und einem Bachlauf liege, sei dort jedenfalls schon vorhanden – ebenso ein als Schlechtwetterunterkunft dienender Gruppenraum. Beides übrigens zu Heinrich Struckmeiers Bauernhof gehörend.

Bis zu 15 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren könnten in solch einer Einrichtung von zwei Erzieherinnen, einer Aushilfe und einer Hippopädagogin (Fachkraft für pädagogisches Reiten) betreut werden, hieß es in dem Vorschlag weiter. Verbunden mit dem Hinweis, dass die Elterninitiative die Kosten für die Herrichtung des Waldkindergartens übernehmen müsste und das wirtschaftliche Risiko tragen würde, während die Stadt dieses Projekt lediglich allmonatlich bezuschussen müsste.

Auch über diese Anregung in Sachen Waldkindergarten wurde innerhalb des Ausschusses rege diskutiert, wobei im Wesentlichen positive Kommentare zu hören waren. Gleichwohl verständigte man sich darauf, auch noch andere Standorte respektive Konzepte zu erörtern.

Vier Grundstücke erfüllen die Kriterien

Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses berichtete Kerstin Farr, die bei der Stadt Obernkirchen für den Fachbereich „Bürger“ zuständig ist, dass sich die Arbeitsgruppe Kindertagesstätten zwischenzeitlich vier verschiedene Standorte angeschaut hat, die für die Einrichtung eines Waldkindergartens infrage kommen könnten: Für Struckmeiers Wiese spricht deren Lage am Wald und die Nähe zu dem erwähnten Bachlauf. Ebenso das Vorhandensein einer Holzhütte. Zudem wird auf dem in Röhrkasten gelegenen Hof der Familie seitens Heinrich Struckmeiers Tochter bereits hippopädagogisches Reiten angeboten.

Der ebenfalls in Augenschein genommene Spielplatz „Baumkuhle“ (Rolfshagener Weg) befindet sich zwar ebenfalls in Waldnähe, bietet indes nur wenig Freifläche zum Spielen.

Das östlich an das Freibad angrenzende Waldstück („Sonnenbrink“) wiederum wartet außer mit dem Forstbestand auch mit einer großen Freifläche auf. Zudem könnte bei Wahl dieses Standortes gegebenenfalls das Vereinsheim am nahen Tennisplatz oder alternativ der Gymnastikraum im Sonnenbrinkbad als den Kindern Schutz bietender Sturmraum verwendet werden.

Und für die vierte besichtigte Örtlichkeit – der Wald im Bereich der beiden auf der Lieth gelegenen Schießstände – spricht schließlich der dortige „sehr alte Baumbestand“ und ebenfalls das Vorhandensein ausreichender Freiflächen. Überdies würden sich hier die beiden Vereinsgebäude der Schützenvereine als Unterkunft für die Waldkindergartenkinder anbieten. Hervorgehoben wurden ferner die guten Parkmöglichkeiten. Zu dem alten Baumbestand auf der Lieth merkte Farr indes an, dass diesbezüglich Verkehrssicherungspflichten zu beachten seien und somit möglicherweise regelmäßig Baumpflegemaßnahmen durchgeführt werden müssten.

Als „Fazit“ berichtete sie, dass im nächsten Schritt ein Beratungsgespräch mit der zuständigen Genehmigungsbehörde ansteht, um zu klären, welche Auflagen für einen Waldkindergarten an den jeweiligen Standorten erfüllt werden müssten.

„Grundsätzlich scheidet keines der vier genannten Grundstücke aus, und der Aufwand hält sich in Grenzen“, meinte Bürgermeister Oliver Schäfer hierzu. Allerdings favorisierte er die beiden Standorte „Sonnenbrink“ und „Lieth“, da diese Bereiche im Eigentum der Stadt stehen und man auf eigenem Grundstück eben „Herr im eigenen Hause“ sei. Und – bezogen auf die von Dörte Worm-Kressin und Heinrich Struckmeier angeregte hippopädagogische Ausrichtung – erklärte er: „Ein Pferd kann man auch an der Lieth hinstellen.“

Kirsten Battaglia, die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, sah bei dem hippopädagogischen Waldkindergarten-Konzept indes das Problem, dass dieser Waldkindergarten von einer Elterninitiative betrieben werden soll. Spätestens, wenn die dort betreuten Kinder aus dem Kindergartenalter herauswachsen, würden auch die Eltern wechseln, erklärte sie. Die Schwierigkeit liege also darin, sicherzustellen, dass das Projekt ungeachtet solcher Veränderungen auf lange Sicht Bestand habe.

Letztlich verständigte sich der Ausschuss darauf, die Einrichtung eines Waldkindergartens weiter zu verfolgen. Die Stadt hatte dazu im Vorfeld wie folgt informiert: „Die aktuellen Belegungszahlen und Anmeldungen für die Kindertagesstätten zeigen, dass weiterer Bedarf besteht.“

Als Mindestbetreuungszeit in einem Waldkindergarten müsste allerdings eine wöchentliche Betreuungszeit von 20 Stunden gewährleistet sein. wk

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