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Waldkindergarten in Obernkirchen Ohne Tür und Wände

Fest steht, dass die Stadt Obernkirchen das Betreuungsangebot für noch nicht schulpflichtige Kinder um einen Waldkindergarten erweitern will.

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Ein beheizbares kleines Gebäude im Uhlenbruchtal soll als „Basisstation“ für den Waldkindergarten benutzt werden.

Quelle: wk

Obernkirchen. Die Zustimmung des Rates hat die Verwaltung jedenfalls schon erhalten. Und einen Träger für die geplante Einrichtung hat sie ebenfalls gefunden – nämlich den Kreisverband Schaumburg der Arbeiterwohlfahrt. Offen ist indes noch, wann der „AWO Waldkindergarten“ eröffnet wird:

Das Ziel sei, dass die neue Einrichtung spätestens zum 1. Oktober 2016 seinen Betrieb im Bereich des hinter dem Sonnenbrinkbad gelegenen Uhlenbruchtals aufnimmt, berichtete Bürgermeister Oliver Schäfer bei einer Informationsveranstaltung, zu der die Stadt Obernkirchen interessierte Eltern in das Rathaus eingeladen hatte. Voraussetzung hierfür sei allerdings, dass mindestens zehn Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren zur Betreuung angemeldet werden.

Plan B in der Tasche

Nur bei Erreichen dieser Mindestanzahl erhalte die Obernkirchener Stadtverwaltung für den geplanten Waldkindergarten finanzielle Zuschüsse des Landes Niedersachsen, ergänzte Kerstin Farr, Mitarbeiterin im Amt für Bürger- und Schulangelegenheiten, das auch für den Bereich Kindergarten zuständig ist. Auf eine daraufhin aus dem kleinen Kreis der an diesem Abend in das Rathaus gekommenen sechs Eltern gestellte Frage, was denn aber sei, wenn diese Marke nicht erreicht werde, zeigte sich der Verwaltungschef optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass es klappt“, antwortete Schäfer. Andernfalls käme „Plan B“ zum Einsatz, der besage, „dass es dann im nächsten Jahr klappt“.

In diesem Zusammenhang betonte er, dass es das erklärte Ziel der Stadt Obernkirchen sei, diesen Waldkindergarten zu etablieren. Allerdings brauche es dafür eben auch eine entsprechende Nachfrage seitens der Eltern. Und je zeitiger diese ihre Kinder anmelden, desto besser könne die Verwaltung planen. Wobei auch die AWO einen gewissen Vorlauf benötige, um etwa die zwei für den Waldkindergarten benötigten Erzieher(innen) plus mindestens eine Vertretungskraft zu akquirieren, die die maximal 15 Kindergartenkinder betreuen.

Öffnungszeiten und geschlossene Türen

Das Konzept für den „AWO Waldkindergarten“ sieht nach Auskunft von AWO-Kreisgeschäftsführerin Heidemarie Hanauske übrigens vor, dass die Stadt Obernkirchen der Arbeiterwohlfahrt das Waldstück im Uhlenbruchtal zur Verfügung stellt. Als „Basis“ kann die Gruppe dort ein beheizbares kleines Gebäude nutzen. Zudem soll der benachbarte Tennis-Club Obernkirchen sein Vereinsheim der Gruppe bei Bedarf – hauptsächlich bei plötzlichen Unwettern – als „Sturmraum“ überlassen.

Betreut würden die Kinder im Waldkindergarten montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr. Ergänzt wird diese Kernzeit durch zwei halbstündige Verfügungszeiten von 8 bis 8.30 Uhr und von 12.30 bis 13 Uhr, innerhalb derer die Eltern ihre Kinder bringen respektive abholen können. Nicht geöffnet hätte der Waldkindergarten indes an gesetzlichen Feiertagen, zwischen Weihnachten und Neujahr, an zwei „Studientagen“ pro Jahr sowie an zwei Wochen während der Sommerferien.

Die unterm Strich fünfstündigen Betreuungszeiten pro Tag waren bei der Informationsveranstaltung jedoch ein Grund zur Diskussion, da diese aus Sicht einiger berufstätiger Eltern zu kurz sind. Hanauske wusste zudem von vier Eltern zu berichten, die zwar grundsätzlich daran interessiert seien, ihre Kinder im Waldkindergarten unterzubringen. Da dieser aber nur bis 13 Uhr geöffnet haben soll, seien jene Eltern der Informationsveranstaltung letztlich ferngeblieben.

Nachmittagsbetreuung im Gespräch

Die Stadtverwaltung wolle sich darum bemühen, eine den Waldkindergarten ergänzende Nachmittagsbetreuung zu organisieren, sagte die AWO-Kreisgeschäftsführerin. Angedacht sei diesbezüglich eine Kooperation mit einer Großtagespflege-Einrichtung oder einer Tagesmutter.

Stellt sich noch die Frage, welche Kosten von den Eltern für die Betreuung ihrer Kinder im „AWO Waldkindergarten“ zu tragen wären: „Die Kindergartengebühren werden sich nach unserer Gebührensatzung richten, das heißt, für die fünfstündige Betreuung pro Tag wären im Monat insgesamt 120 Euro fällig“, berichtete Farr. Dies entspreche den Gebührensätzen der anderen Kindergärten in Obernkirchen.

Nahrung für die Phantsie

Zur „pädagogischen Bedeutung des Kinderalltags in der Natur“ war einer von Hanauske vorgestellten und von ihr an die Besucher der Veranstaltung verteilten, rund zwanzigseitigen Info-Mappe zu entnehmen, dass durch das freie Spiel ohne Spielsachen die Fantasie der Kinder angeregt werde. Gestärkt würden auch deren Kraft,

Ausdauer und Selbstvertrauen – etwa wenn sie auf Bäume klettern oder auf umgestürzten Bäumen balancieren. Dabei würden die Kinder ihre Grenzen und Entwicklungsfortschritte besser spüren. Zudem stärke der Aufenthalt an der frischen Luft bei Wind und Wetter das Immunsystem. Positiv sei überdies, dass es im Wald – anders als in geschlossenen Räumen – keine hohen Lärmpegel gebe, was sowohl für die Kinder als auch die Betreuer angenehm sei. Ferner trage „ein Kindergarten ohne Tür und Wände“ dazu bei, „dass sich Aggressionen gar nicht erst aufstauen und zu einem Stresszustand führen, sondern sich in angemessener Weise kreativ umwandeln“. wk

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