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Ortsverein aufgelöst

Obernkirchner Landfrauen Ortsverein aufgelöst

1952 ist er gegründet worden, zu Beginn dieses Jahres hat man ihn aufgelöst: Den Ortsverein der Landfrauen Obernkirchen gibt es nicht mehr. Marlies Hasemann nennt bei einem Pressegespräch Zahlen: 2002 zählte der Verein noch 104 Mitglieder, vor zwei Jahren waren es nur noch 42 aktive Landfrauen.

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„Wir brauchen Entwicklung“

Die Auflösung in der Bergstadt ist schade, aber generell sind sie mit der Entwicklung der Schaumburger Landfrauen sehr zufrieden: Kreisvorsitzende Marlies Hasemann (links) und Geschäftsführerin Ulrike Tebbe-Neuberg.

Quelle: rnk

OBERNKIRCHEN. Die Gründe für die Auflösung, so erklärt die Kreisvorsitzende, seien vielfältig. Der ländliche Raum habe sich generell in den vergangenen Jahren den gesellschaftlichen Veränderungen und damit den neuen Herausforderungen stellen müssen. Manch lieb gewordene Tradition lasse sich nicht mehr aufrechterhalten, Veränderungen seien unvermeidbar. Konkret: „Das vielfältige Angebot außerhalb des Landfrauenvereins hat sich negativ auf die erforderliche Verjüngung und damit die Anpassung an geänderte Anforderungen ausgewirkt.“ Das könnte man so übesetzen: zu viel Konkurrenz, zu wenige neue und jüngere Mitglieder.

Es war ein schleichender Prozess, der eigentlich schon vor vier Jahren zur Auflösung hätte führen können, aber damals habe man mit Claudia Tschorn noch eine neue Vorsitzende gefunden, die den Verein fortführen wollte. Aber, so erklärt Ulrike Tebbe-Neuberg als Geschäftsführung der Schaumburger Landfrauen, es habe sich schon 2013 gezeigt, dass es bald sinnvoll sein würde, die Arbeit im Landfrauenverein Obernkirchen zu beenden und den Mitgliedern vorzuschlagen, in die Nachbarverbände zu wechseln, etwa nach Bückeburg. „Denn in einem Verein mit weniger als 50 Mitgliedern ist es schwer, ein attraktives Programm anzubieten“, sagt die Geschäftsführerin und rechnet kurz vor: Bei 25 Euro Jahresbeitrag, von dem dann noch Anteile an den Landes- und den Bundesverband abzuführen seien, sind keine großen Sprünge möglich. Denn ein guter Referent zum Beispiel sei für 200 Euro praktisch nicht zu bekommen. Claudia Tschorn jedenfalls habe ihre Arbeit als Vorsitzende gut gemacht, betonen Hasemann und Tebbe-Neuberg, und sie erwähnen dies mehrfach. Es ist ein Punkt, der ihnen wichtig ist.

Schon früher Sorgen gemacht

Generell stehe der Kreisverband gut da, erklärt die Vorsitzende, 2200 Mitglieder in neun Ortsverbänden. Tebbe-Neuberg sieht es so: Vor zehn Jahren habe sie an einer Zukunftskonferenz teilgenommen. Man habe sich gefragt, wo die Landfrauen ein Jahrzehnt später stehen würden. Damals habe sie sich bereits ernste Sorge um die Landfrauen-Zukunft gemacht – demografischer Wandel hier, die drohende Altersstruktur dort. Damals habe sie befürchtet, dass man zehn Jahre später deutlich weniger Mitglieder haben werde. Sie habe sich geirrt, sagt sie: „Heute haben wird deutlich mehr Mitglieder als damals.“

Was aber macht einen erfolgreichen Ortsverein aus? Zum einen, erklären Hasemann und Tebbe-Neuberg, sei es oft ein Wechsel im Vorstand: Der bringt in aller Regel neue Mitglieder. In Rodenberg habe man ein neues Vorstandsteam, dort sei die Zahl der Mitglieder von 190 auf 220 gestiegen, in Hagenburg sei es ähnlich. Tebbe-Neuberg spricht von einem Schub – auch Rinteln/Hessisch Oldendorf sei gut aufgestellt. Allen drei Ortsvereinen sei gemein, dass sie neue vielfältige und attraktive Angebote im Programm hätten, Kreativkurse, Workshops, Vorträge rund um Ernährung und Gesundheit. Sie würden eine große – und auch jüngere – Zielgruppe dort abholen, wo sie stehen, sie würden heute erkennen, was morgen Trend wird. Und eine große Zielgruppe sei heute die Generation über 50, die sogenannten „Best Ager“, deren Kinder groß gezogen und gerade aus dem Haus sind.

„Nach zwölf Jahren im Amt ist es zu Ende“

Als Herzstück eines Landfrauenvereins bezeichnet die Kreisvorsitzende eine aussagekräftige Satzung, für den Verein, für die Vorstandsmitglieder. Dort würden die Aufgaben definiert, die Amtsdauer ebenfalls („Nach zwölf Jahren im Amt ist es zu Ende“). Dort sei auch nachzulesen, wie eine Auflösung funktioniere, kurz: Es sei alles sauber, ordentlich und transparent.

Dass sich der Landfrauen-Verein in Obernkirchen aufgelöst habe, das sei schade, lassen Hasemann und Tebbe-Neuberg durchblicken, aber ein Weltuntergang sei es nicht, es sei eben der Lauf der Dinge. Und beide werden die Obernkirchener Landfrauen in richtig guter Erinnerung behalten: „Bis zuletzt war bei den Veranstaltungen des Kreisverbandes immer ein Bus voller Frauen aus Obernkirchen dabei“, so Hasemann.  rnk

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