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Pädagogisches Paradies

Neuer Kindergarten Pädagogisches Paradies

Wenn am Dienstag, 4. Oktober, der erste Obernkirchener Waldkindergarten im Uhlenbruchtal eröffnet wird, dann greift nach derzeitigem Stand dieser Personenschlüssel: Zwei Erzieher, vier Kinder. Tatsächlich gestaltet sich das Verhältnis meist vollkommen anders.

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Für die neue Leiterin Sandra Zapke (links) erfüllt sich am 4. Oktober ein Lebenstraum. Heidemarie Hanauske ist Geschäftsführerin bei der Arbeiterwohlfahrt, die die Trägerschaft des Waldkindergartens übernimmt.

Quelle: rnk

Obernkirchen. Wer sich in der Kindertagesstätten-Realität nicht so gut auskennt: Dort kommen zwei Erzieher auf 25 Kinder pro Gruppe. Und den Mädchen und Jungen bleibt dabei im Durchschnitt ein Raum, der in Regeleinrichtungen viel zu oft nur unwesentlich größer ist als ein Hasenstall: Das Niedersächsische Kindergartengesetz verlangt in Kindergärten einen Gruppenraum mit mindestens zwei Quadratmetern Bodenfläche je Kind.

Beim Waldkindergarten ist das mit den Räumlichkeiten ein wenig anders: Außer dem riesigen Uhlenbruchtal gehört auch der dann folgende Waldbereich zum möglichen Natur-Gruppenraum. Sandra Zapke wird den Kindergarten leiten. Wenn sich alles eingespielt hat und die Kinder die Umgebung erkundet haben, werden auch die Wege weiter: „Wir wollen das Selbstbewusstsein stärken und den Kindern natürlich auch etwas zutrauen.“

Das 1934 erbaute Steinhaus, das als häusliches Zentrum des Waldkindergartens zu sehen ist, wurde innen und außen saniert. Es strahlt in hellem Sandstein-Glanz. Innen werden noch ein paar Stühle und ein Tisch folgen, damit die Kinder bei schlechtem Wetter die Stunden bei einer Handvoll Spiele verbringen können.

Viele Bäume rund um das Haus wurden gefällt. „Verkehrssicherungspflicht“, sagt Oliver Schäfer. Aber so hätten die Kinder dort im Winter auch ihren eigenen Schlittenhang. Über die Sanierung ist Schäfer durchaus froh; auch, weil der regelmäßige Betrieb vielleicht den Vandalismus ein bisschen eindämmen werde.

Zwei Pfiffe: Sofort zum Treffpunkt

Zapke hat sich bei bestehenden Waldkindergärten umgehört. Eine Empfehlung wird sie im Uhlenbruchtal auch umsetzen. Wenn ihre Kollegin und sie nicht mehr alle Kinder im Blick haben, greifen sie zur Trillerpfeife. Ein Pfiff: Das Kind streckt die Hand in den Himmel: Hier bin ich. Zwei Pfiffe: Sofort zum Treffpunkt. Und zwar alle. „Aber“, sagt die gelernte Erzieherin, „man muss auch mal zulassen, dass die Kinder nicht zu sehen sind.“

Kleine Unfälle, sagt sie, gehörten zur Entwicklung dazu. Eine Schürfwunde sei kein Weltuntergang, und auch die Auseinandersetzung mit anderen Kindern gehöre zur Entwicklung eines Kindes.

Der Waldkindergarten der Bergstadt ist geöffnet für Kinder von drei bis sechs Jahren. Die Anmeldung läuft über die Stadt Obernkirchen, Telefon (05724) 39573, die Trägerschaft hat die Arbeiterwohlfahrt übernommen. Geöffnet hat er an fünf Werktagen in der Woche von 8 bis 13 Uhr.

Und Schäfer wäre nicht Bürgermeister, wenn er nicht darauf verweisen würde, dass jeder, der weitere Betreuung benötigt, diese natürlich nachbuchen könne, etwa in der Tagespflege. „Wir hoffen schon darauf, dass noch einige dazukommen“, sagt Schäfer. Er rechnet durchaus mit weiteren Anmeldungen, weil sich einige Eltern doch zurückgehalten hätten: „Weil sie unsicher waren, wann wir starten werden.“

Die zusätzlichen Kosten der Waldkindertagesstätte für das aktuelle Kitajahr 2016 bis 2017 betragen 13200 Euro, da die restlichen Elternbeiträge fehlen. Mit jedem Kind, das hinzukommt, sinkt dieser Betrag.

„In der Regel werden wir draußen sein“, sagt Zapke. Und sie betont, dass sich auch für sie selbst ein Lebenstraum erfüllt: draußen in der Natur mit (vorerst) vier statt mit 25 Kindern in einem engen Raum. Mit Blick darauf spricht sie von einem „hohen Stressfaktor“ und davon, dass dies für die Entwicklung „nicht unbedingt optimal“ sei.

Einen Namen wird die Einrichtung auch erhalten: „Waldkindergarten Uhlenbruchtal“. rnk

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