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Pastor schwingt den Hammer

Drittes „Starkbierfest“: Besser geht’s nicht – oder doch? Pastor schwingt den Hammer

Viele Leute treffen, gemeinsam feiern, Musik hören, tanzen, frisch gezapftes Bier trinken, eine Kleinigkeit essen und jede Menge Spaß haben – darum geht es bei den „Starkbierfesten“, die der 2014 gegründete, gemeinnützige Verein Starkbierfreunde Obernkirchen aus der Taufe gehoben hat. Wenngleich sie dies in dessen Satzung („Zweck des Vereins ist die Förderung des Brauchtums und der Völkerverständigung sowie die Pflege des gesellschaftlichen, kulturellen Zusammenlebens und der Zusammenkunft“) etwas nüchterner liest.

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Keine Einwände

Hochkonzentriert – und assistiert vom Braumeister Holger Meier (rechts) – schlägt Pastor Herbert Schwiegk den Zapfhahn in das Holzfass ein

Quelle: wk

Obernkirchen. So oder so hatte der Verein mit seinem im Gründungsjahr ausgerichteten ersten „Starkbierfest“ einen Volltreffer gelandet: Mehr als 450 Gästewaren damals zur Premiere in die Liethhalle gekommen. Und an der ein Jahr darauf folgenden zweiten Ausgabe nahmen rund 400 Leute teil. Das am vergangenen Freitag über die Bühne gegangene dritte „Starkbierfest“ indes konnte – bezogen auf die Anzahl der Gäste – nicht an den Erfolg der beiden vorausgegangenen Veranstaltungen anknüpfen: Nur knapp 300 Eintrittskarten hatte der Verein unters Volk bringen können.
Christian Anke, der Vorsitzende der Starkbierfreunde, hatte keine schlüssige Erklärung dafür, warum die Anzahl der Teilnehmer derart zurückgegangen ist. Vielleicht liege es einfach an der Vielzahl der Veranstaltungen, die es in Obernkirchen und Umgebung bereits gibt und deretwegen manch einer möglicherweise inzwischen übersättigt sei, mutmaßte er.
Exemplarisch verwies Anke auf die Oktoberfeste in Stadthagen, Bückeburg und – nicht zu vergessen – Obernkirchen. Zumal in der Bergstadt in den vergangenen Jahren auch sonst einige Festivitäten auf die Beine gestellt worden seien. Und die große Resonanz beim ersten „Starkbierfest“ habe sicherlich nicht zuletzt daran gelegen, dass damals viele Leute neugierig auf die Premiere-Veranstaltung gewesen seien.
Sei’s drum: „Wir sind trotzdem zufrieden“, betonte Anke. Immerhin sei es gelungen, mit dem jetzigen „Starkbierfest“ rund 300 Menschen in die Liethhalle zu holen – Jüngere und Ältere.
Ob es im nächsten Jahr allerdings erneut ein „Starkbierfest“ gibt, darüber wird innerhalb des Vereins beraten, nachdem hinsichtlich der aktuellen Veranstaltung Bilanz gezogen worden ist, ergänzte der Vorsitzende. Und dabei werde man auch darüber nachdenken, ob das Konzept der Feier überarbeitet werden muss – für Veränderungen sei man jedenfalls offen.
„Das Konzept ist in Ordnung, mir gefällt es“, meinte Rolf Pröpper, einer der Besucher. Das Problem sei eventuell in der Tat, dass es mittlerweile einfach zu viele große Events in der Region gebe. „Besser kann man es nicht machen“, resümierte der Niedernwöhrener Wilfried Ahnefeld, der mit einer Delegation des „Spanferkelvereins Ahnefelds Ecke von 2013“ bei der Sause mit von der Partie war. „Es ist eine bunte Mischung“, die gleichermaßen auf jüngere wie ältere Menschen zugeschnitten sei. Dabei bezog er sich zum einen auf die zünftige Livemusik der Schaumburger Trachtenkapelle, die in der ersten Halbzeit der Veranstaltung für Stimmung sorgte, sowie auf DJ Icke, der später fetzige Partyhits auflegte, zu denen die Tanzwilligen unter den Gästen eine flotte Sohle aufs Parkett legten.
Das Essen (zubereitet von der Schank- und Speisewirtschaft Pfeffer & Salz) sei „auch gut“, fügte Ahnefeld hinzu, und attestierte dem von der Vehlener Hausbrauerei Meier für das „Starkbierfest“ gebrauten „Raptor“-Bier, dass geradezu „grandios“ schmecke. Dabei zeigte er sich von diesem Starkbier sogar dermaßen begeistert, dass er sich von Braumeister Holger Meier demnächst ein Fass „Raptor“ für den in Niedernwöhren ansässigen Spanferkelverein brauen lassen will.
Der noch jungen Tradition des „Starkbierfestes“ folgend, wurde das Holzfass mit dem „Raptor“-Bier übrigens von einem Promi der Bergstadt angestochen, wobei die Wahl diesmal auf Herbert Schwiegk, den Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Obernkirchen gefallen war. Dieser hatte keinerlei Mühe, den Zapfhahn mit ein paar gezielten Holzhammer-Schlägen (exakt brauchte er fünf) in die Wandung des Fasses einzutreiben. Der bei derlei Ritualen stets drohenden Bierdusche entging der Geistliche. Ob dies letztlich am Geschick Schwiegks lag oder daran, dass Meier das Fass im Vorfeld nicht allzu sehr unter Druck gesetzt hatte, um es sich mit dem Diener Gottes nicht zu verscherzen, blieb offen.
„Ich weiß auch nicht, wie ich zu der Ehre gekommen bin“, scherzte der Pastor. Doch als er vor einiger Zeit von Bürgermeister Oliver Schäfer (zugleich Schatzmeister des Vereins), morgens um 9 Uhr angerufen und gefragt worden sei, ob er das Fass anstechen könne, habe er „noch schlaftrunken“ Ja gesagt.
Zu noch größerer Erheiterung im Saal führte schließlich Schwiegks Anmerkung, dass er sich freuen würde, wenn er die in der Liethhalle zusammengekommenen Obernkirchener in dieser großen Anzahl auch mal in der Stiftskirche sehen würde – und das nicht nur zur „Jahreshauptversammlung“ am 24. Dezember.

Von Michael Werk

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