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Persönliches Zeichen des Mitgefühls

Mit Kreativ-Lust Trauer überwinden Persönliches Zeichen des Mitgefühls

Drei weitere Angebote wird es in der zweiten Jahreshälfte im Rahmen der Kreativ-Lust geben. Zum Start werden am Donnerstag, 8. September, ab 16 Uhr in der Stadtbücherei Trauerkarten selbst gestaltet, es ist ein Angebot vom Ambulanten Hospizdienst Sonnenhof.

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Quelle: renk

OBERNKIRCHEN. Barbara Weißbrich, die mit Lisa Langner dieses Kreativ-Angebot ausgearbeitet hat, verweist im Gespräch mit unserer Zeitung darauf, dass Sterben und Trauer zwei natürliche Dinge des Lebens seien, „dennoch gehören sie zu den großen Tabus unserer Gesellschaft. Durch den Tod eines Angehörigen, Freundes, oder Nachbarn werde man mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert und den damit verbundenen Gefühlen. Dies erzeuge eine „Unsicherheit“ im Umgang mit den trauernden und auch Hilflosigkeit, „es herrscht eine eigene Betroffenheit“. Zudem würden mittlerweile moderne Kommunikationsformen wie SMS; Handy oder E-Mail den Alltag bestimmen, „wann haben Sie das letzte Mal einen Brief an einen Freund geschrieben?“, fragt Weißbrich.

Beileid individuell ausdrücken

Ein Beileidsschreiben nun sei ein wichtiges Ritual, das die Hinterbliebenen bei der Trauerarbeit unterstütze, und damit werde ein „sichtbares, deutliches Zeichen des Mitgefühls und der Verbundenheit“ gesetzt: „Er drückt Trauer aus, spendet Trost und würdigt den Verstorbenen.“

Mit selbst gestalteten Trauerkarten, ausgewählten Texten, Gedichten oder Versen könne jeder sein Beileid ganz individuell ausdrücken. Denn eine Beileidskarte sollte Anteilnahme und Wertschätzung ausdrücken, erklärt die Trauerbegleiterin, deshalb sei es wichtig, einige persönliche Worte zu formulieren. Man sollte bei der Auswahl einer Karte durchaus seinem Bauchgefühl folgen, aber auch auf Trauernde Rücksicht nehmen: Falls dieser kein religiöser Mensch sei, sollte man auf religiöse Symbole und Bibelzitate besser verzichten.

Das Angebot ist, wie nahezu immer bei der Kreativ-Lust, kostenlos, ein paar Cent könnten für das Material anfallen, das gestellt wird. Wer kann, sollte eine Schere oder einen Cutter mitbringen.

Anmelden sollte man sich für das zweite Angebot am Donnerstag, 20. Oktober, denn ab 16 Uhr wird gehäkelt oder gestrickt, und damit soll Abschied der Plastiktüte eingeläutet werden, denn es werden Einkaufsnetze hergestellt. Damit liegt die Bücherei im Trend, denn immer mehr Einkaufsmärkte verzichten mit Blick auf die Umwelt auf schädliche Plastiktüten. Anmeldungen unter (05724) 39558.

Durchaus eine Win-Win-Situation

Das dritte Angebot gibt es am Donnerstag, 17. Oktober, wenn Gerhard Radtke ab 18 Uhr Ernüchterndes aus seinem literarischen Tagebuch vortragen wird, getreu dem Motto: „Keine besonderen Vorkommnisse.“

Seit 2008 gibt es das Kreativ-Lust-Angebot, „und solange es funktioniert“, sagt Bücherei-Leiterin Susanne Vogt, wird es weitere Angebote geben, mindestens sieben im Jahr, manchmal acht. Und mittlerweile müsse sie nicht mehr so stark nach Angeboten suchen, weil sich die Menschen wie Barbara Weißbrich selbst an sie wenden: Ich hätte da vielleicht etwas.

Es ist durchaus eine Win-Win-Situation, erklärt Barbara Weißbrich: Angebote im Sonnenhof, so hätte sich gezeigt, würden nicht stark nachfragt; die Hemmschwelle das Seniorenheim zu betreten, sei für manchen hoch. Hier, in der Stadtbücherei, erreiche sie mehr Menschen.

Die letzte Frage gilt den „Eulen“, den Ehrenamtlichen, die dafür Sorge tragen, dass die Bücherei Woche für Wochen einundzwanzigeinhalb Stunden geöffnet ist. Sie werden bald Verstärkung erhalten, sagt Susanne Vogt, im nächsten Jahr wollen zwei Frauen in den beruflichen Ruhestand gehen und dann bei den „Eulen“ einsteigen.  rnk

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