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„Pinguine“ an der Süßen Mutter

Reflektoren zur Wildtierwarnung „Pinguine“ an der Süßen Mutter

„Wir erfahren immer wieder, dass Wildtiere auf den Straßen Obernkirchens verenden“, sagt Christina Steinmann.  In Absprache mit Straßenamt und Försterei hat die Fraktion der Grünen deshalb an rund 100 schwarz-weißen Pfählen, den sogenannten „Pinguinen“, Wildtierreflektoren angebracht.

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Bei der Arbeit am „Pinguin“: Michael Dombrowski (von links), Christina Steinmann, Maren Stein und Thomas Stübke.

Quelle: rnk

OBERNKIRCHEN. „Hauptgefahrenpunkt ist die obere Rintelner Straße, wo die Waldzone des Bückeberges verläuft", so Steinmann.

Wildwechsel sind generell eine nicht zu unterschätzende Gefahr im Straßenverkehr – aktuell ist sie allerdings besonders groß, denn die Böcke sind im Liebesrausch. Schon Mitte Juli beginnt die Paarungszeit beim Rehwild, Jäger sprechen von der „Blattzeit“. Die Böcke laufen blind vor Liebe den Weibchen hinterher und bekommen nicht mehr mit, was ansonsten rund um sie her passiert. Autofahrer müssen noch bis Ende August auch auf Straßen, an denen kein Warnschild steht, mit plötzlich auftauchendem Rehwild rechnen. Vor allem an unübersichtlichen Straßenabschnitten entlang von Wäldern und Feldern besteht ein erhöhtes Risiko.

Auch die laufende Ernte hat die Situation für das Rehwild noch einmal verschärft: Wo gestern noch Getreidefelder Schutz versprachen, ist heute nur noch ein Stoppelfeld zu sehen. Auch die bis in den tiefen Abend laufenden Erntearbeiten beunruhigen das Wild zusätzlich.

Fraktion legt selber Hand an

Grünen-Politikerin Steinmann sieht es so: „Inzwischen ist auch statistisch belegt, dass diese Reflektoren Wildtierunfällen sehr erfolgreich vorbeugen. Das Wild meidet die Straße an den Stellen, wo Leitpfosten mit den leuchtenden Rückstrahlern versehen sind.“

Ein neues Thema ist der Wildtierschutz für die Grünen der Bergstadt nicht: Bereits Mitte 2013 hat die Fraktion eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt, und im Rat wurde bekundet, dass dieses Problem weiterverfolgt werden würde. „Aber weil dies bisher nicht geschehen ist, hat die Fraktion nun eigenständig Wildtierreflektoren gekauft“, so Steinmann.

Bevor Michael Dombrowski an der Rintelner Straße, wo die Reflektoren bis zur „Süßen Mutter“ angebracht werden, einen hübsche Anekdote erzählen kann, erklärt erst einmal Thomas Stübke, welche bürokratischen Hürden genommen werden müssen, wenn man Tiere schützen möchte. Bei der Straßenmeisterei Stadthagen ist die grundsätzliche Genehmigung einzuholen. Anschließend kommt der regionale Geschäftsbereich Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit ins Boot, und der Landkreis Schaumburg muss ebenfalls informiert werden, hat aber keine Bedenken. Dafür werden übrigens 67,50 Euro an Gebühren fällig. Dann müssen Warnwesten und -hosen organisiert werden. Zudem muss der Arbeitsbereich mit roten Verkehrspylonen gesichert und Straßenschilder abgeklebt werden, die Tempo 70 anzeigen, weil bei den Arbeiten nur Tempo 50 erlaubt ist. Erst wenn dies alles erledigt ist, können die Reflektoren an den „Pinguinen“ befestigt werden.

Und dann kommt die kleine Anekdote: Dombrowski also hat seiner Frau daheim erzählt, dass er mit den Grünen 100 Reflektoren an den „Pinguinen“ anbringen wird, bis hoch zur Süßen Mutter. Seine Frau hat wohl nur halb hingehört, denn sie hat erstaunt zurückgefragt: „Was? An der Süßen Mutter gibt es Pinguine?“ rnk

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